Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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556 Chainisso Champagne (Provinz)

den besten Mustern geleitetes Studium und einen reinen Geschmack. Dabei warer streng redlich, dienstfertig und höchst uneigennützig. Seine Werke sind 1795von Ginguenö in 4 Bdn. herausgegeben worden und später noch 2 Mal erschienen.Deutsch von Stampeel (Leipzig 1797).

Chamisso (LudolsAdalbert von), deutscher Dichter, Naturforscher undWeltumscgler, geb. 1781 in der Champagne, verließ mit seinen Ältern Frankreich im Laufe der Revolution und fand in Berlin ein neues Vaterland. Er kam an denHof der Königin Mutter und ward Ofsicier im Znfanterieregim. Göh. Mit Eiferlernte er die deutsche Sprache und machte sich mit der deutschen Literatur bekannt,deren Geist und Tiefe ihn mächtig anzogen; er faßte die Erscheinungen der deutschenPoesie und Philosophie mit eigenthümlichem Sinne auf und ergab sich vorzüglichderjenigen Richtung, die der franz. Geistesbildung am meisten fremd erschien. Wis-senschaftliches Streben und ernste Freundschaftsverbindungen — statt aller andernfei Hier nur Fichte genannt—machten ihn ganz znm Deutschen . Als solcken zeig-ten ihn alsbald seine Gedichte, denen eine besondere Farbe und eigenthümlicheKraft nicht abzusprechen ist. Auch gab er mit Darnhagen einen Musenalmanach(1804—>6) heraus. Durch den Frieden von Tilsit wurden E.'s Dienstverhältnisseaufgelöst; er reiste nach Frankreich , wo seine Familie einen Theil ihrer verlorenenBesitzungen wiederbekommen hatte, kehrte aber bald nach Deutschland zurück, woer ganz den Studien lebte und sich vorzugsweise der Naturforschung widmete. Beieiner abermaligen Anwesenheit in Frankreich lebte er eine Zeitlang in dem geistrei-chen Kreise der Frau v.StaA, die er späterhin auch in der Schweiz besuchte. Bon1811 an war er wieder in Berlin , wo er mit Eifer den Naturwissenschaften oblag,und 1813 das seltsame Büchlein „Peter Schlemihl" schrieb, das sein Freund Fou-quä 1814 herausgab, und worin die Geschichte eines Mannes, der seinen Schattenverloren, ebenso eigenthümlich als anmmhig erzählt wird (2. mit den Liedern undBalladen des Verfs, verm. A., Nürnb. 1827), „Peter Schlemihl" ist in Amerika nachgedruckt, wo Cruikshank Bilder dazu gezeichnet hat. Als der russische Reichs-kanzler, Graf Romanzoff, eine Entdeckungsreise um die Welt auf seine Kostenveranstaltete, ward T. aufgefodert, als Naturforscher diese Reise mitzumachen,und er eilte sich der Expedition anzuschließen, die 1815 von Kronstadt unter »Legelging. Nach Zjähriger Fahrt langte sie 1818 wieder in Kronstadt an. Obwohl einerder Hauptzwecke der Expedition, die Entdeckung einer nördlichen Durchfahrt, auf-gegeben worden war, so brachte sie doch reiche Ausbeute aller Art mit zurück. C.'s„Bemerkungen und Ansichten" auf dieser Reise (Weimar 1821, 4.) bilden zugleichden 3. Bd. des ganzen Reisewerks. Sie enthalten die schätzbarsten Beiträge zurLänder- und Völkerkunde, mit sorgfältigem Fleiße und treuerWahrhaftigkeit bear-beitet. E. nahm jetzt wiederum seinen Wohnsitz in Berlin , wo ihm die UniversitätLas Doctordiplom ertheilte. Eine Anstellung am botanischen Garten knüpfte ihnganz an fein zweites Vaterland, während seine Familie nach Frankreich zurück-kehrte, wo sie in der neuen Ordnung der Dinge günstige Verhältnisse und ehren-volle Wirksamkeit wiedergefunden hat.

Chamounp, Flecken mit 1150Einw, in dem engen und kalten, von derArve durchströmten Thale gl. N. in der Landschaft Faucigny in Savoyen , amnördl. Fuße des Montblanc. Das zum ersten Male 174,1 besuchte merkwürdigeChamounuthal liegt 3200 Fuß über dem Meere und hat Überfluß an Holz; auchwird noch Garten- und Ackerbau getrieben. Es wird von Reisenden so häufig be-sucht, daß dadurch in dieser vormals öden Gegend Wohlstand entstanden ist, Kum-mer in Berlin hat es in Relief dargestellt.

Champagne, ehemals eine franz. Provinz, deren östl. Theil, größkerz-theils Haideland und morastig, daher lAi-nop.-,-;»,: poiiilleiisc genannt, zum De-partsmcift der Marne gehört. Die westlichen Gegenden haben gute Kornfelder