582 Chappe d'Auteroche Chaptal
Er schrieb auch viele muntere Lieder, Sonette, Episteln. Das Talent, über einNicht« geistreich zu sprechen, besaß er in einem bewundernswürdigen Grade. Erstarb den 12. Sept. 168k.
Chappe d'A uteroch e(Iean), geb. den2. März1722zuMauriacinAuvergne, widmete sich dem geistlichen Stande und studirtc die Astronomie. 1760ward er von der Akademie gewählt, um zu Tobolsk den Durchgang s. d.) derVenus durch die Sonnenscheibe (6. Juni 1761) zu beobachten. Er war so glücklich,bei seinen Beobachtungen einen reinen und heitern Himmel zu haben. Nach zweiJahren kehrte er zurück und gab seine Reisebeschreibung heraus. Sie enthält vielLehrreiches, aber auch manche ungünstige Bemerkung über Rußland , und wurdevon der Kaiserin Katharina II. selbst in einer Broschüre: „/Intuloie l«
vovage <><! l'^hiie s'.l>!>,>,>o", widerlegt. Dasselbe Phänomen, das Chappe nachdem Norden geführt hatte, ließ ihn 1769, auf Veranlassung der Akademie, eineReist nach Califormen antreten; allein er starb vor Erreichung des Ziels zu S.-.Lu-car d. 1. Aug. 1769. Seine Beobachtungen aus dieser Reise hat C. F. Cassiniu. d. T.: „V»)'-->sse. rie <?,!>li6„uic" (Paris 1772, 4.) herausgegeben. Sie ent-sprachen aber nicht den Erwartungen.
Chappe (Claude), des Vorigen Neffe, geb. 1763 zu Mans, berühmt durchErfindung des Telegraphen, erregte schon im 20.1. durch anziehende Abhandlungenin dem „9ourn.il <Ie plivsieznc" Aufmerksamkeit. Der Wunsch, sich seinen einigeStunden von ihm entfernt lebenden Freunden mitzutheilen, führte ihn aufden Ge-danken, durch Zeichen mit ihnen zu sprechen, und kiese Versuche führten ihn zu jenerEntdeckung. Als es ihm gelungen war, seine Vorrichtung im Großen auszufüh-ren, übergab er 1792 der Nationalversammlung die Beschreibung der von ihm er-fundenen und Telegraph (Fernschreiber) benannten Maschine. Die Anlegung der er-sten telegraphischen Linie wurde 1793 befohlen; das erste Ereigniß, das dadurch ge-meldet wurde, war die Einnahme von Condc. Der Convent erhielt diese Nachrichtzu Anfang einer Sitzung, decretirte, daß Condö fortan Nordlibre heißen solle, underfuhr noch in derselben Sitzung, daß das Decret bereits überbracht und unter demHeere verbreitet sei. Schon von Alters her hatte man sich verabredete Worte durchZeichen mitgetheilt. Die Seefahrer bedienten sich dieses Mittels seil undenklichenZeiten. Der Taktiker Äneas erwähnt einiger Versuche, die Buchstaben des Alpha-bets in gewisser Entfernung durch Zeichen auszudrücken, und gegen das Ende des18. Jahrh, harte AmontonS einen Versuch der Art gemacht. Aber das erste Systemerlaubt nur eine sehr beschränkte Anwendung; eine Nacht reicht kaum hin, zweioder drei Worte nach der Methode des Änea« zusammenzusetzen. Was AmontonS betrifft, den man unter die Erfinder der telegraphischen Kunst setzt, so hat er vonder Maschine, die er auggedacht, keine Zeichnung hinterlassen. Die Aufgabe wardaher noch zu losen. Es kam darauf an, ein Mittel zu finden, wie man mit Schnel-ligkeit nach allen Orten und zu allen Zeiten jede beliebige Idee hinbefördern könne.Chappe erfand eine Maschine, deren Formen sehr sichtbar und deren Bewegungenleicht und einfach sind, die allenthalben aufgerichtet werden kann, die allem Wettertrotzt, und die, bei ihrer Einfachheit, eine hinreichende Menge von Grundzeichengibt, um von diesen eine genaue Anwendung auf die Ideen zu machen, dergestalt,daß gewöhnlich nur ein, nie aber mehr als zwei Zeichen für eine Idee nöthig sind.Die Ehre dieser Erfindung wurde ihm indeß von Vielen streitig gemacht, und derKummer, den er darüber empfand, versenkte ihn ineinetiefe Melancholie, in wel-cher er den 26. Jan. 1805, indem er sich in eine» Brunnen stürzte, sein Lebenendigte. Sein Bruder IeanIoseph wurde Director des pariser Telegraphen,von VillAe abgesetzt, und starb den 26. Jan. 1829 in Paris .
Chapta l(IeanAntoineClaude^,Grafv.Chanteloup,PairvonFrankreich,geb. d. 5. Juni 1753, widmete sich demStudium der Arznei- und Naturwiffenschaf-