Charade Charaktere 563
ten. Langst als Arzt ausgezeichnet, machte er sich 1191 bei der Bestürmung derCitadelle von Montpellier für die Sache der Revolution bemerkbar. 1793 warder wegen der Pulvernorh nach Paris berufen, und wußte durch seine chemischenKenntnisse und seine Thätigkeit bei der ungeheuern Fabrik zu Grenelle durch täglicheVerfertigung von 3500 Ps. Pulver allem Pulvermangel abzuhelfen. 179 t kehrteer nach Montpellier zurück, erhielt eine Verwaltungsstelle im Deport. Herault unddie für ihn daselbst errichtete Professur der Chemie. 1798 wurde er zum Mitgliededes Instituts ernannt, zeigte sich sehr eifrig für die Sache des 18. Brumaire, wurde1799 vom ersten Consul zum Staatsralh und 1800 zum Minister des Innernernannt, wo er das Studium aller Künste belebte und bei Paris eine chemischeManufactur errichtete. 1804 siel er in Ungnade, weil er sich weigerte, in einemseiner Berichte zu erklären, daß der Runkelrübenzucker besser wäre als der ausZuckerrohr. 1805 ernannte ihn der Kaiser zum Großkreuz der Ehrenlegion undMitglied des Erhaltungsfenats, nach der Rückkehr von Elba zum Generaldirektordes Handels und der Manufakturen und zum Staatsminister. Des Königs Wie-derkehr versetzte ihn in den Privatstand und nöthigte ihn, mit der Prinzessin vonOrleanS wegen des ehemals ihr gehörigen Chantcloup in Unterhandlungen zu tre-ten. Im März 1816 ernannte ihn der König zum Mitgliede der Akademie derWissenschaften 6. Section. C.'s Schriften über Gegenstände der Nationalin-dusirie, Chemie, über den Weinbau u.s.w. werden sehr geschätzt; vorzüglich seine„(llii»>i<i .-I^iligueo au» arti," (Paris 1807, 4 Bde.; deutsch von Hermbstädt,Berl. 1808), seine „Lbimie-Ippliguee ü I'.i^rieultine" (Paris 1823, 2 Bde.)und „l)t! I'l„(>u5lr!e kraunaiiie" (Paris 1819, 2 Bde.). Er leitete zwei chemischeManufakturen zuMontpellierundNeuilly, erfand den Gebrauch alter Wolle stattder Öle bei Verfertigung der Seife und des FärbenS der Baumwolle mit türki-schem Roth; die Verfertigung aller Arten von Cement und künstlicher Puzzolaneaus inländischem calcinirten L)ker, ohne fremde Stoffe; neue Töpferglasuren,ohne die so oft vergiftenden Bleierze und Wasserblei ic. dabei zu gebrauchen, undverbreitete die Anwendung chemischer Bleichen.
Charade, Sylbenrärhsel, d. h. ein Räthsel, dessen Gegenstand ein Nameoder Wort ist, das man zu errathen aufgibt, indem man die einzelnen Sylben alsfür sich bestehende Worte auf eine räthselhafke Weise beschreibt. Gelungen kannman eine Charade nennen, wenn die verschiedenen Räthsel, welche sie enthält, ineinen passenden Bezug auf einander gebracht sind und mit einer epigrammatischenSpitze im Ganzen zusammenlaufen. Am angemessensten spricht sich dies Gedan-kenspiel in Versen aus, und unsere witzigen Köpfe haben uns im Übermaß damitbeschenkt. Die deutsche und franz. Sprache, auch die griechische, sind reich an sol-chen zusammengesetzten Wörtern; die deutsche deßwegen, weil sie oft die Substan-tiven unverändert zusammensetzt. Man kleidet das Sylbenrärhsel auch in kleineErzählungen, Sonette und andre Formen ein. S. die in Almanachen und Zeit-schriften von Kind, Große, Körner, Theodor Hell, Göckingktc., vorzüglich dieSammlung „Agrionien". (Dgl. Griphi.)
Charaktere, bestimmte Zeichen für einen Gegenstand oder Begriff. DieSchrift der Chinesen ist eine Charakterschrift, in der jeder Gegenstand oder Begriffdurch ein eignes Zeichen ausgedrückt wird. Auch wir bedienen uns in einigen Wis-senschaften, der Kürze oder Bestimmtheit wegen, gewisser Charaktere, z. B.:
ä. Astronomische Zeichen: T Sonne; D Mond; O Erde; Mer-kur; H Venus; g* Mars; ^ Vesta; H Juno; ^ Pallas; ^ Ceres; 2 y Ju-piter ; ss Saturn; Z Uranus. Die zwölf Zeichen des ThierkreiftS: v Widder;ä^Stier; Hl Zwillinge; L Krebs; 5) Löwe; »p Jungfrau;-L Wage; Ns Skor-pion; s; Schütze; Z Steinbock; .n-Wassermann; XFische.
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