564 Charakter
Ich Mathemathische, arithmetische Zeichen >c< Die Zahlen der Rö-mer: I, 1 ; II. 2 w.; IV. 4 ; V. b; VI, 0 :c.; IX, S; X, 10 ; XX. 20 rc.;l,. 50 ; (l. 100; <D,. 200 rc.; I) oder >o, 500 ; >1 oder e.iv, 1000 u. s. w.In der Algebra bezeichnen die ersten Buchstaben des Alphabets: b, e, gewöhn-lich gegebene Größen, bingege» die lehren Buchstaben: r. 7, x rc., die noch un-bekannten oder aufzusuchenden Größen. Ferner: -f- so viel mehr (>,In.ss, — we-niger (>>>iun»), bezeichnen auch die Addition und Subtraction; >< bezeichnet dieMulriplicakion, -H die Di'-'isioii, — so viel als gleich. Ungleichen: ° Grad,'Äffinute, "Secunde, Terze.
(ä Chemische Zeichen: Luft; V Erde ; X/ Wasser; /A, Feuer;
<5 Silber; G Gold; ? Kupfer; ^ Eisen; ch Blei; 2p Zinn; L Queck-silber; (s) Salpeter; O Salz; ^Schwefel; d Weinstein.
k). Geometrische und trigonometrische Charaktere: Winkel;
/^Dreieck; Quadrat; O Kreis; -^ähnlich; ß oder chf parallel; j per-pendicular; rechter Winkel; Rechteck u. s. w. Die letzten» drei Charak-tere sind jedoch weniger im Gebrauche, theils weil sie, besonders bei flüchtigerSchrift, leicht undeutlich, theils zu verwechseln sind.
Charakter, Charakteristik (Anthropologie, Schöne Kunst). Un-ter Charakter versteht man überhaupt das auszeichnende Merkmal eines Dinges,wodurch es von andern unterschieden und als ein eignes erkannt wird. Charakteri-stisch pflegt man Dasjenige zu nennen, was durch eigenthümliche Beschaffenheitso ausgezeichnet ist, daß es nicht verkannt und mit einem Andern verwechselt wer-den kann. In dieser Beziehung kann Charakter Allem und Jedem zugeschriebenwerden, was sich durch besondere Merkmale von andern Wesen unterscheidet, undman spricht vom Charakter eines Baumes, einer Waldung, einer Landschaft, einesThieres u. s. w. Es ist z. B. Charakter des Menschen, d. h. Unterscheidungs-merkmal seiner Gattung von allen auf der Erde neben ihm lebenden organischenWesen, daß er eine aufrechte Gestalt, eine kunstgcschickte Hand, Vernunft undSprache, thierische Triebe und sittliche Freiheit, animalische Bedürfnisse und eineinS Unendliche reichende Fähigkeit der Vervollkommnung hat, und so ein wunder-bares Mittelwesen zwischen den Thieren und Hähern Geistern ist. Was den Cha-rakter eines einzelnen Menschen betrifft, so versteht man darunter im weiter» Sinneden Inbegriff aller Eigeuschaften, wodurch sich ein Individuum von andern un-terscheidet, im engern bloß seine sittlichen Eigenschaften, den sittlichen, moralischenCharakter. Man muß nämlich, wenn man die Beschaffenheit eines Menschengenau erkennen und richtig beurtheilen will, stets Rücksicht nehmen auf Natu-rell, Temperament (s. d.), Geist (Kopf, Talente), d. h. auf die Beschaf-fenheit und Richtung seines Vorstellungsvermögens, Herz, d. h. auf die Beschaf-fenheit und Richtung seines Gefühlsvermögens, die Fähigkeit, von Gegenständenund Vorstellungen gerührt zu werden, und Gemüth, d. h. auf die Beschaffenheitund Richtung des BegehrungSver»iögenS, die Neigungen und Triebe, und derenVerhältniß zum GesüklSvermögen (Gemüthsart). In den letzten: Hinsichten kannsowol auf das Natürliche als auf Das gesehen werden, was der Mensch aus seinerNatur gemacht Hai durch Freiheit. Da es nun aber von besonderer Wichtigkeitist, den Menschen gerade in dieser Hinsicht am sorgfältigsten zu erforschen, so mußman in der letzter» Beziehung zwei Punkte genau berücksichtigen: ->) Sinnes- undDenkungsart, d. h. die Regeln, welche sich ein Mensch für sein Verhalten macht(deren Grund man die Gesinnung nennt, und l>) die nach Grundsätzen derSittlichkeit und Freiheit eingerichtete, in einem Menschen herrschende, sich immergleich bleibende Handlungsweise. Eben diese aber ist es, welche man im engernSinne, oft jedoch auch vorzugsweise, Charakter eines Menschen nennt. Charakter-