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Zweiter Band. Bo bis C.
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Charlottenburg Charost

und das Volk wünschte diese Vermählung, weil der Prinz in England erzogen undmit den Sitten und Interesse» des Volkes bekannt war. Er hatte, nach Vollendungseiner Studien auf der Universität Oxford, in der britischen Armee in Spanien ge-dient und sich ausgezeichnet. Doch das Widerstreben der Prinzessin vereitelte dieseVerbindung. Inzwischen ward sie an ihrem 19.GeburtStage 1815 bei Hofe einge-führt. Die Princessin, welche unter jedem Verhältnisse eine Zierde ihres Geschlechtsgewesen sein würde, zeigte ein lebhaftes aber edles Gemüth, Selbständigkeit und Ho-heit der Gesinnungen; sie äußerte oft, daß die Königin Elisabeth das Vorbild einerKönigin von England sein müsse, und man wollte bemerken, daß sie mit ElisabethÄhnlichkeit gehabt habe. 1814 war Prinz Leopold von Kvburg im Gefolge derallurten Souverainü nach England gekommen. Seine Bildung und sein zartsinni-geS Benehmen machten Eindruck auf das Herz der Prinzessin, und eS wurde ihmerlaubt, um sie zu werben. Die Vermählung, hier die Folge persönlicher Neigung,wurde am 2. Mai 1816 vollzogen. Der Prinz, ein edler, liebenswürdigerMann,liebte seine Gemahlin mit Zärtlichkeit. Sie waren immer beisammen, ritten zu-sammen aus, besuchten die Hütten der Landleute und waren das erfreulichste Bildehelicher Liebe. Sie verließen Clarenton selten, und kamen nie nach London , au-ßer wenn ihre Gegenwart bei Hofe nöthig war. Ihr häusliches Leben war ganzbürgerlich eingerichtet; nach Tische zeichneten sie zusammen, und Abends wardMusik gemacht oder vorgelesen. Indeß erwartete das Volk mit Sehnsucht, diePrinzessin, die es hoch verehrte, Mutterfreuden genießen zu sehen. Die ersteSchwangerschaft betrog leider durch eine zu frühzeitige Entbindung die Erwartung;doch bald schöpfte England wieder frohe Hoffnung. Die Prinzessin befand sichwohl, bis sie am 5. Nov. 1817 nach dreitägigem Leiden von einem todten Knabenentbunden wurde. Wenige Stunden nach der Entbindung wurde sie von Kräm-pfen befallen und verschied.

Charlottenburg, königl. Lustschloß an der Spree , mit einem schönenGarten, eine Stunde vonBerlin, welches die erste Königin von Preußen, SophiaCharlotte , erbauen ließ. Die neuangelegte iLtadt enthält 430 H. und 4700 Euiw.Ein schönerWeg führt durch den Thiergarten nach Charlottenburg, für die Berliner ein VergnügungSort. Anfangs hießeS, von dem nahenDörschenLiehow, Lüßelburg.Unter der verew. K. Louise, Gemahlin Friedrich Wilhelms I >>., ist es sehr verschö-nert worden. In dem Schloßgarten befindet sich das dieser vortrefflichen Fürstin er-richtete Grabmal, mit ihrem Marmorbilde von Rauch, unter dessen Gewölbe auchihre Asche ruht. Jeden 19. des Monats (zur Erinnerung an den Sterbetag der Kö-nigin, 19. Juli 1810) stehen die Pforten demPublicum offen. Am 19. Juli jedenI. ist daselbst vor dem Könige und seiner Familie Gottesdienst.

Charon (Mythologie), Sohn des ErebuS und der Nacht. Sein Amtwar, die Todten über den schwarzen Acheron, den immer vom Geheule derTodten-klage ertönenden KocytuS, und den selbst den Göttern furchtbaren Styx zu führen.Für seine Mühe mußten ihm die Todten ein Fährgeld bezahlen, das man den Ver-storbenen in den Mund steckte. Wer dies nicht mitbrachte, oder wer auf der L)ber-welt keine Begräbnisstätte gefunden hatte, dessen Schatten mußte an den Ufern desAcheron umherirren und warten, bis Charon ihn einnehmen wollte. Man stellteihnVor als einen finstern Alten mit struppigem Barte und zerlumpter Kleidung.

C h a r o n e a, Geburtsstadt des Plutarch in Böotien, berühmt durch denSiegPhilipps von Macedonien, 338 vor Chr., über die verbündeten Griechen undden-Lieg Sylla's, 86 vor Chr., über MithridateS. (S. Griechenland undPhilipp.)

Charost (Armand Joseph de Bethune, Herzog von), geb. zu Versailles d.1. Juli 1728, durch Wohlthätigkeit und Vaterlandsliebe seines großen AhnherrnSully würdig, zeichnete sich im Kriege bei mehren Gelegenheiten aus. Freund und