L 82 C ha kam
von Danzig , brach ein; furchtlos ging ihr C. entgegen, sein Heer wurde aber am13. Mai bei Wörgl zersprengt. Nun zog er sich in die Centralposition des Bren-ners. Indessen war Tirol von allen Teilen abgeschnitten, der Vicckbnig Eugendrängte den Erzherzog Johann von Dillach hinweg und suchte den nächsten Wegzu dem inzwischen bei Aspern geschlagenen Napoleon . C. brach, sowie der Vice-könig vorüber war, aus Tirol heraus und drang durch Kärnthen und Untersteyernach Ungarn . Nach Beendigung des Krieges stand er eine Zeitlang als Militair-comniandant i» Troppau , 1813 befehligte er das Grenadiercorps der Hauptarmeein den Schlachten bei Dresden und bei Kulm, wurde Feldzeugmeister, Gouverneurvon Theresienstadt, und übernahm Dresden , als der Vertrag gemißbilligt wurde,den Klenau mit Gouvion-Saint-Cyr geschloffen hatte. Im Dec. 1814 ward erzum Gouverneur von Venedig ernannt, wo er an den Folgen von 14 Wunden den7. Mai 1825 gestorben ist. Dieser ritterlich gesinnte und wissenschaftliche Feldherrsprach 12 Sprachen, und ebenso tapfer als großmüthig war er einer der edelstenWallonen in Östreichs Heeren. UbM.
Chatam (William Pitt, Graf von), Vater des 1806 verstarb. MinistersWilliam Pitt, einer der größten und verehrungswürdigsten Staatsmänner Eng-lands, das er, von Ehrgeiz, Parteilichkeit und Herrschsucht ebenso weit als vonEigennutz lind Ränken entfernt, bloß durch die Überlegenheit seines Geistes be-herrschte. Gerecht und voll Begeisterung für sein Vaterland, war er unermüdetthätig, schnell und weit binauSblickend. I» der Beredtsamkeit hat ihn nie einEngländer übertreffen. Seine Reden waren erhaben und kühn. Mit'siegenderGewalt riß er die Zuhörer dahin. Durch Gefälligkeit und Würde, verbunden miteiner schönen Sprache und dem vollkommensten Gebärdenspiel (in welchem Garrickihm den Vorzug vor sich selbst einräumte), »ahm er alle Gemüther für sich ein;durch seinen deutlichen, von schwerfälligen Schlüssen, Schwulst und gesuchtemWitz durchaus freien Vortrug wirkte er auf die Überzeugung Aller. Er war derSohn des Robert Pilt von Boconnock in Tornwall, geb. 1708, verrauschte dieMilitärdienste mit den SraatSwissenschaften, zog, als ihn bald darauf der FleckenOld-Sarum für das Unterhaus wählte, die allgemeine Aufmerksamkeit auf sichund bekam schon damals wegen seines Patriotismus von der verwitw. Herzoginvon Marlborough ein Vermächtniß von 10,000 Pf. Sterb, sowie in der Folgeeine ansehnliche Erbschaft von einem gewissen Pynsent. Dessenungeachtet suchteer sich aus keine Art zu bereichern, und selbst seine erklärtesten Feinde, deren erschon damals viele hatte, und die sich in der Folge noch vermehrten, konnten nichtden geringsten Flecken auf seinen Charakter werfen. Er hatte eine Kammerherrn -stelle beim Printen vonWallis angenommen, legte aber dieselbe 1745 nieder, ward1746 in Irland Schatzmeister, Generalzahlmeister der Armee und geheinierRath.Auch diese Würde gab er bald auf; 1756 zum Staatssecretair des südlichen De-partements ernannt, mußte er diesen Posten auf Befehl des K. Georg >!., der durchRänke wider ihn eingenommen und durch Widersetzlichkeit von ihm beleidigt wor-den war, in dem nämlichen Jahre verlassen. Das Volk, das ihm mit Begeiste-rung anhing, bestürmte jedoch den König so mit Bitten, daß er 1757 aufs neuezum Staatssecretair ernannt wurde. Jetzt zeigte sich sein großer Geist in seinerganzen Stärke. Er überstrahlte alle Mitglieder des Parlaments und alle Minister;sein Wille wurde von Allen geehrt, er war es, der die Thätigkeit der Engländer wie-der hob und während des damaligen Kriegs mit Frankreich seinem Vaterlande durchStiftung einer Landmiliz, Verbesserung der Flotten, Auswahl treffsscherFeltherrenund andre durchdachte Plane in wenig Jahre» das demselben schon fast entrisseneÜbergewicht über Frankreich und bieAlleinherrschaft desHandels verschaffte. Frank-reich wurde in allen vier Welicheiltii geschlagen, und schon 1760 riech er, dem da-mals noch unvorbereiteten Spanien den Kneg anzukündigen, weil er voraussah, daß