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Chateaubriand
mit ganz neuen Zügen geschildert. Dadurch sprach sich der Dicomte entschieden fürdie Ansicht der Ultraroyalisten aus, der er seitdem treugeblieben ist, oder, wie LadyMorgan sagt: „Der Philosoph der Wüste bestrebte sich, nunmehr der Philosophder Tuilericn zu sein". Doch suchte er dabei auch Einfluß auf die öffentliche Mei-nung zu gewinnen, und s. „klelleicioiir poliliczue» snr czuelgnes InoWurez clujon," empfahlen ihn dem damaligen Ministerium. Bei Napoleons Landung folgteerLudwig XVIII. nach Gent, und kehrte mit ihm nach Paris zurück. Als Ministerdes Königs in Gent legte er demselben im Mai 1815 einen Bericht über den Zu-stand Frankreichs vor, worin gewisse Interessen so unkluger Weise bedroht zu wer-den schienen, daß Bonaparte den Bericht in Paris durch den Druck verbreiten ließ.Den 19. Aug. 1815 ward er Staatsminister und Pair. Als solcher stimmte C. fürstrenge Maßregeln gegen politische Umtriebe, erklärte sich für die Herstellung deralten richterlichen Formen, gegen die theilweise Erneuerung der Deputirtenkam-nier u. s. w. Den 21. März 1816 wurde er Mitglied der Akademie. Ein halbes Jahrnachher erschien s. Schrift: „I.a inonardns solo,, >a Wart«", in welcher er einigegute Ideen mit sehr unpolitischen Lehren, deren Befolgung den Rechten der königl.Gewalt und denen des Volks gleich nachtheilig sein würde, künstlich vermischt hat.Weil er sich darin Zweifel an dem eignen Willen des Königs in Ansehung der Or-donnanz vom 5. Sept. erlaubte, so strich ihn der König aus der Liste der StaatS-minister aus, worüber die Vorstadt St. Germain sehr unzufrieden war. Seitdemgriff C. öfter das System von Decazes an und erklärte in mehren Aufsätzen, daßFrankreich untergehen müsse, wenn man den Gang der Verwaltung nicht ändere.Der „Xloniwn," vom 21. Aug. 1818 widersprach daher nachdrücklich s. Schrift:„8<-,n,irgne8 sur lc:8 aik'aire, dn Moment". In der Folge (1820) stimmte T. fürdie Ausnahmegesetze. Zur Zeit der Taufe des Herzogs von Bordeaup überreichteer der Herzogin v. Berry ein Fläschchen mit Wasser aus dem Jordan, und manfragte bei dieser Gelegenheit, warum er denn nicht 1811 für gut gefunden habe, mitdiesen! romantischen Wasser „die Wiege zu benetzen, welche damals die Schicksaleder Zukunft in sich faßte?" 1820 ging L.als bevollmächtigter Minister und außer-ordentl. Gesandter nach Berlin, kehrte aber 1821 nach Paris Zurück, wo er am 30.April 1821 wieder zum Staatsminister und Mitglied des geh. Raths ernanntwurde; er nahm jedoch im Aug. d. I. seine Entlassung von dem Posten eines StaatS-müüsters. 1822 wurde er an Decazes's Stelle zum außerordentl. Gesandten amHofe zu London ernannt: ein Posten, dessen Gehalt 300,000 Fr. beträgt (ohne150,000 Fr., die zur ersten Einrichtung bewilligt werdend C. kehrte aber bald nachParis zurück, folgte dann dem Herzog von Montmorency auf den Eongreß zu Ve-rona und wurde nach seiner Rückkehr Nachfolger des Herzogs von Montmorencyim Ministerium der auswärt. Angelegenheiten (28. Dec. 1822), weil er mit Hrn.v. Vill, le über die spanische Sache übereinstimmend dachte. In diesem Sinne derMäßigung ward das Schreiben an den franz. Gesandten in Madrid , Grafen de kaGarde, abgefaßt, worauf der Krieg ausbrach. Allein bald trat zwischen Vichleund E. eine gewisse Kälte ein, weil Jener den romantischen Schwung des Letztemin der spanisch - royalistischen Sache nicht billigte. C. erhielt dagegen den russ.Andreas- und den preuß. schwärzn! Adlerorden. Als nun C. Vilb le s Gesetzent-wurf, die Renten herabzusetzen, in der Pairskammer nicht unterstützte — viel-leicht in der Erwartung , daß die Verwerfung des Vorschlags Vill, le s Sturz zurFolge haben könnte —, so erhielt er selbst am 5. Juni 1824 seine EntlassungjNach Ludwigs XVIII. Tode gab C. schon am 17. Sept. eine meisterhaft abge-faßte Flugschrift unter d.Titel: ,che Iloi «8t mort; vivv lekcii!" heraus, die ihnzdie Gunst des Hofs und die Gnade des KönigS zuwandte. Er kam jedoch nichtwieder ins Ministerium. Dagegen trat er zur Eontreopposition und bediente sichder entfesselten Presse, zim in dem „loui n. der ckobuts" die Maßregeln des Mini-