Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Chatillon u. Kampf an der Aube und Aisne

auf seine zu Langres befindlichen Unterstützungen zurück, sodaß nunmehr das östr.Heer von 50,000 M. im Süden, unter dem Prinzen von Hessen-Homburg , unddas schlesische im Norden, mit Winzingerode's und Woronzosss Heertheilen derNordarmee unter Bülow vereinigt, die beiden Flügelheere der Hauptarmee bildensollten. Napoleon konnte jetzt mit ganzer Macht entweder auf Schwarzenbergfallen und ihn zur Schlacht nöthigen, oder auf Blücher . Aber wie den vorsichti-gen, besonnenen Schwarzenberg zur Schlacht zwingen? Er eilte also Blücher nach; doch Tettenborn, dessen leichte Truppen von dem Heere, das aus Flandern kam, das linke Marneufer durchstreiften, entdeckte schon am 2?. Febr. Napoleons Marsch in der Richtung von Arcis-sur-Aube über Fere-Champenoise und Sezannenach Iouarre. Auf die davon an Blücher und Schwarzenberg gemachte Meldung,stellte Letzterer sofort seinen Rückzug ein, schlug die feindlichen Heertheile unterMacdonald» Oudinot und Gerard zurück, erzwäng am 21. Febr., im Sturm aufBar, den Übergang über die Aube, besetzte aber erst nach dem Gefechte beiLaubressel, am 3. März, das nur 11 Stunden von Bar-sur-Aube entfernte Troyes am 4., woraufer seine frühere Stellung an der Seine wieder einnahm. Unterdessenaber suchte Blücher , nachdem er den Marfchall Marmont bis aus wenige Meilenvon Paris zurückgedrängt hatte, um dem Hauptheere mehr Freiheit zu verschaffen,über den AiSne der Nordarmee entgegenzuziehen, bei welcher Gelegenheit die am3.März erfolgte Übergabe von Soissons H seine Bewegung, wie die Vereini-gung der Nordarmee unter Winzingerode und Bülow, erleichterte. Bülow warnämlich aus Flandern überAvesnes in Frankreich eingedrungen, hatte ain 26. Febr.la Fcre, wo sich beträchtlicheKriegsvorräthe und 100 Kanonen befanden, durch denGeneral Thümen wegnehmen lassen, sich hierauf mit Winzingerode vereinigt undwar von Laon her am 2. März gegen Soissons vorgerückt. Blücher nahm jetzt mitdem auf 100,000 Mann starken Heere am 4. März eine Stellung bei Craone undhielt Soissons beseht, wo General Rudczewitz mit 5000 Russen den von Mortieram 5. März versuchten Sturm zurückwies. Napoleon mußte daher oberhalbSoissons über den Aisne gehen; dies that er, nachdem er von Fismes aus ani 5.Rheims genommen und sich der Aisnebrücke bei Bery.au-Bac bemächtigt hakte,am 6. März. Hierauf griff er am 7. die Generale Sacken und Woronzoff auf denHöhen von Cra o ne mit solchem Erfolg an, daß die Russen, zwar unbesiegt, jedochmit einem Verluste von 4800 M. an Todten und Verwundeten, sich nebst der Be-satzung von Soissons in die Stellung von Laon zurückzogen. Die Franzosen zähl-ten 8000 Todte und Verwundete. Entscheidender war die Schlacht bei Laon am0. März. Diese Stadt von 7000 Einw. diente, ihrer vortheilhasken Lage wegen,den Verbündeten als Waffenplatz. Bülow hielt die Anhöhe vor Laon besetzt, Kleistund Pork standen auf dem linken, Winzingerode auf dem rechten Flügel. Dem ammeisten bedrohten linken Flügel wurden als Unterstützung noch die Heertheile vonSacken und Längeren zugewiesen. Da Sümpfe und Engwege den Zugang er-schwerten, so konnte Napoleon erst Nachmittags den linken Flügel des Feindesdurch Marmont mit Macht angreifen lassen, während sein linker Flügel mit demrechten feindlichen von früh 8 Uhr an in ein stehendes, meist unenischeidendes Ge-fecht verwickelt blieb. Die Stellung von Blücher s Mitteltreffen war unangreif-bar. Nach blutiger Anstrengung gelang es endlich Marmont, den preuß. linken

*) In Soissons, das eine steinerne Brücke hat und der Schlüssel von Paris für einHeer aus den Niederlanden , also ein mililairisch wichtiger, jedoch nur von Mauer undGraben umgebener Platz ist, laufen 6 Heerstraßen zusammen. Darum hatte Winzin-gerade diese Stadt bereits am 14. Febr. mit Sturm genommen; allein nach dem Treffenbei Montmirail besetzte sie Mortier wieder am 19. Febr. General Moreau, welcherSoissons am 3. März übergab, wurde vor ein Kriegsgericht gestellt, aber der 31. M ärzrettete ihn, das Leben.