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Chatillon u. Schlacht bei Laon
Flügel gegen Laon zurückzudrängen und sich gegen Abend des Dorfes AthieS zu dermächtigen, die Entscheidung der Schlacht am folgenden Tage erwartend. Da führteplötzlich um 7 Uhr Abends General Hark, nebsi Kleist, dem Prinzen Wilhelm vonPreußen und der Reiterei, welche unter dem General Ziechen in die rechte Flankedes Feindes einbrach, einen nächtlichen Überfall in dem Dorfe Achtes aus, dengleichzeitig von vorn ein Angriff mit dem Bajonnete so kräftig unterstützte, daß dieim Rücken und auf beiden Flügeln angegriffenen Franzosen nach kurzem Wider-stände aus dem Dorfe getrieben und völlig in die Flucht geschlagen wurden. Sieverloren 46 Kanonen und mehr als 2500 Gefangene; Marmont's Heerhaufenund die Reiterei unterArrighi waren beinahe ganz zerstreut oder aufgerieben. Des-senungeachtet griff Napoleon am 10. früh, statt sich sogleich zurückzuziehen, auseinem unbegreiflichen Eigensinn mit seiner geringen Macht den rechtenFlügelBlü-chers' und das Mittellreffenmit verdoppelter Heftigkeit an, sah sich aber am Abend,nach einem hartnäckigen Kampfe, und beträchtlichen, Verluste, gezwungen, am 11,nach Chavignon und Soissons zurückzuweichen. Hätte Blücher den nächtlichen Siegam 9. rasch benutzt, so würde er dem Kaiser Napoleon eine gänzliche Niederlagebeigebracht haben. Jetzt rückte er ihm nur langsam nach und blieb bis zum 18.März auf dem rechten Aisneufer stehen. Unterdessen hatte der 15,000 M. starkeruss. Heertheil des Grasen St.-Priest mit dem Corps des preuß. General Iagow,der aus den Ardennen herab über Vitry heranzog, am 12. März das schwach be-setzte Rheims erstürmt. Napoleon bahnte sich daher sofort, durch die Wieder-einnähme von Rheims, den Weg nach der Aube hin zum Angriff auf Schwarzen-berg, der schon am 14., als er die Künde von Blücher s Siege bei Laon erhalten,seine Heermassen wieder am rechte» Seineufer und die Aube aufwärts nach ArciShin in Bewegung gesetzt hatte. (S. den 3. Abschn. der Geschichte desFeldzugsvon1814 unter d. Art.: Paris, Einnahme im I. 1814.) Mährend Na-poleon das schlesische Heer an dem Aisne zu vernichten hoffte, waren die Unterhand-lungen zu Lusigny am 5. März erfolglos abgebrochen worden, und zu Chatillonstockte das Friedensgeschäft gänzlich, weil Napoleon nicht nachgab. Endlich be-stimmten die Verbündete» den 10. März als die Schlußfrist, bis zu welcher Napo-leon entweder den ihm vorgelegten Frietensentwurf annehmen oder einen demsel-ben entsprechenden Gegenentwurf übergeben sollte. Allein starr dessen legre Tau-laiNcourt einzelnePunkre vor, welche die Unterhandlungen nur in die Länge gezogenhaben würden. Man bewilligte ihm also noch eine Frist von 5 Tagen, woraufCaulaincourt am 15. März, also nach der Schlacht bei Laon , eann Friedensent-wurf übergab, nach welchem Napoleon 1) Italien nebst Venedig als Königreichfür Eugen Beauharnais und dessen Erben verlangte, 2) auf Holland zwar verzich-tete, jedoch die Niederlande nebst derSchelde und Nimwegen behalten wollte. Daslinke Rheinufer sollte bei Frankreich bleiben, Joseph aber für Spanien , sowie Hie-ronymus für Westfalen, Eugen für Frankfurt, und Napoleons Neffa, Ludwig, fürdas Großherzogthum Berg, selbst Elisa, Talleyrand und Berthier sollten ange-messene Entschädigungen erhalten. Doch selbst mit diesen Vorschlägen war es demfranz. Kaiser nicht voller Ernst. Er hoffte noch immer aus glückliche Erfolge, umdann jene Punkte zurückzunehmen. Der Herzog v. Bossano schrieb nämlich am19. März, unmittelbar vor dem Treffen bei Arcis-sur-.Aube (f. d. Art. Paris,Einnahme), einen Brief an Caulaincourt t „Dcr Kaiser wünsche, selbst nach demAbschlüsse des TractatS, dadurch so wenig festgebunden zu sein, daß er noch biszu dem letzten Augenblicke sich nach den kriegerischen Ereignissen richten und vonkett Umständen Vortheil ziehen könne". (S. Schöll's ,,'IHle» cle« p.ii.e10. Bd., S. 413.) Dieser Brief war den Allnrten noch nicht in die Hände ge-fallen, als sie, im Sinne des TractatS von Chaumont , mit der 8. Confennz am18, und 19. März die Unterhandlungen zu Chatillon abbrachen und in einer Er-