Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Chatoulle Chalterton 593

klärung zu Ditry am 25. März, also in dem Augenblicke Ihres Marsches auf Pa-ris , die Gründe, warum sie dies gethan und den Krieg fortzusetzen beschlossen hät-ten, bekanntmachten.') (Den weitem Gang des Kriegs erzählt der Art. Paris,Einnahme im 1.1814.) Dgl. Prokesch's „Denkwürdigkeiten aus dem Lebeudes Feldmarschalls Schwarzenberg" (Wien 1823); Koch's „lllsmoires ziour «er-vir ü l'lnztoiiil kiv I-I ciiiij'.iZne clo 1814" (Paris1819,2 Bde.), und die „Beitr.zur Gesch. d. Feldz. in Frankr. in den I. 1814 u. 1815 unter dem Commantodes Kronprinzen v. Würtemberg, herausg. von den Ofsicieren des k. würt. General-quartiei Meisterstabs" (Stuttg., 3 Hefte, mit Plan und Charte). X.

Chatoulle, ein Kästchen, worin mehre Abtheilungen befindlich, zur Auf-bewahrung des Geldes, der Kostbarkeiten, wichtiger Papiere w. bestimmt; danndie Privatcasse eines Fürsten, an welcher der Staat keinen Antheil hat; daherChatoullgütcr, Patrimünialgüter, diejenigen Güter, welche ein Landesherr alsPrivatmann besitzt und durch Erbschaft, Kauf oder andre unter Privatpersonenzur Erwerbung des Eigenthums gewöhnliche Wege erlangt hat, die er daher ge-wöhnlich nicht von der Kammer, sondern von einem besonders dazu verordnetenAmte verwalten läßt.

Chalterton (Thomas), ein englischer Schriftsteller, der, während eineskurzen Lebens, durch seine Sonderbarkeiten eine Art von Ruhm erlangte, war den2V. Nov. 1752 zu Bristol von armen Altern geboren. Seine Lehrer erklärten ihnfür unfähig Etwas zu lernen. Er konnte noch nicht lesen, als ein altes franz. Musik-buch ihm in die Hände fiel, dessen Charaktere seine Neugierde reizten. Um den In-halt zu erfahren, lernte er lesen. Von dem Augenblicke an betrieb er die Studien mitso vielem Erfolge, als seine Lage und sein unstäter Charakter ihin erlaubten. Inseinem 8. I. kam er in die Armenschule von Colston, wo er unter dem Scheineder Schwermuth und Unfähigkeit die Anstrengungen seines Geistes verbarg. Seinerstes Werk, eine Satyre auf einen Methodisten, der seines Vortheils halber dieSekte verlassen hatte, schrieb er in einem Alter von 11j Jahren. Don der Zeitan waren sein Geschmack und sein Beruf entschieden. Seine Schwermuth gingin Lebhaftigkeit voll Unbescheidenheit und Eitelkeit über; erträumte nur von Ruhm,Vermögen, Unsterblichkeit. Er las viel und fand besonder« Geschmack an denAlterthümern, auch an alterthümlichen Ausdrücken. Mit dem 14. Jahre verließer die Schule und ward Schreiber bei einem Prokurator in Bristol . Zufällig warsein Vater in den Besitz einer Menge alter Pergamente aus dem 15. Jahrh, gekom-men, welche in der Wirthschaft verbraucht wurden. C. bemächtigte sich derselbenund erklärte nach einigen Tagen, daß er einen Schatz entdeckt habe. Er verschafftesich Wörterbücher von den alten Mundarten seines Vaterlandes, und als man1768 die Vollendung der Brücke von Bristol feierte, ließ er, damals 16 I. alt,eine angeblich aus einer alten Handschrift gezogene Beschreibung der Mönche,welche zum ersten Male über die alte Brücke gegangen, in der Zeitung dieser Stadtabdrucken. Erst auf die wiederholte Frage, wie er zu diesem Aussähe gekommen

*) Pons de I'He'rault behauptet in s. kleinen Schrift: „Oongi-ä, <le Lbstillon" (Pa-ris I82;), Napoleon habe gleich bei Eröffnung des CongreffeS den Friede» sofort undunbedingt gewollt, Caulamcourt aber habe aus Aengstlichkeit die Unterhandlung gegen dieerhaltene Vorschrift hingehalten, die Alliirken dagegen hätten, insgeheim von einer Ver-schwörung in Paris gegen Napoleon unterrichtet, die Unterhandlung verzögert. Nachihm hat Napoleon am 17. und am is. März dem Hrn. v. Caulaincourc Vollmacht ge-sehen, Alles zu bewilligen, was zum Frieden sichren könne; allein der Ueberbringer seidurch die ösrr. und die ruff. Truppen aufgehalten worden und erst am ri. dem Hrn. v.Caulaincourt 4 Stunden von tzhatillon begegnet. Noch am 25 . März habe Caulaiu-court auf Napoleons Befehl an den F. v. Metternich, daß er den Frieden abzuschließenvom Kaiser bevollmächtigt sei, geschrieben; allein der Kaiser von Oestreich habe sich inDijon befunden, und der Marsch auf Paris sei bereits unternommen gewesen.

Conversations-Lericon. Bd. II. 58