Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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597
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Chaussee Chausseen 597

Schweden, Östreich und die meisten deutschen Fürsten gegen Napoleon 1813 sichverbunden hatten, zunächst auf die Befreiung Deutschlands und die Auflösung desRheinbundes gei'ichtet, so hatte die Quadrupelallianz, welche Östreich, Rußland ,Großbritannien und Preußen zu Chaumont abschlössen, unmittelbar zum Zweckedie Befreiung Europas von Frankreichs politischem Drucke für jetzt und alle künf-tigen Zeiten und die Wiederherstellung eines dauerhaften, auf den GrundsätzendespolitischenGleichgewichts und derUnabhängigkeir der Nationen ruhenden, euro-päischen Weltfriedens. Würde dieser Zweck durch die Unterhandlungen mit Napo-leon , welche bereits in Chatillon (s. d.) ihren Anfang genommen, nicht erreicht,so sollte jener Vertrag die zwischen den Verbündeten bereits bestehenden wechselsei-tigen Verpflichtungen zur kräftigen Fortsetzung des Krieges verstärken. Sämmt-liche 1 Mächte kamen nämlich durch den von jeder mit den drei andern abgeson-dert unterzeichneten Vertrag von Chaumont über angemessene Leistungen zur Er-reichung jenes doppelten Zweckes überein, die, mit der größten Pünktlichkeit erfüllt,den Friede» von Paris 1814 herbeiführten. Den Vertrag unterzeichneten derFürstvon Metternich, der Graf von Nesselrode, Lord Castlereagh und der preuß. Staats-kanzler von Hartenberg. Viel Blut und Elend hätte Europa nicht gesehen, wärendie frühern Verbindungen derStaaten gegen Frankreichs Übermuts), feit den» west-fälische» Frieden bis zu den Bündnissen, die der Friede zu Preßburg und der vonTilsit auflösten, mit derselben Einsicht geschlossen, mit derselben Eintracht beobach-tet und mit derselben Kraft erfüllt worden. Der Vertrag von Chaumont hat dahereinen universalhistorischen Charakter. Zn ihm liegt der diplomatische «chlüssel zuAllem, was damals in Europa Glorreiches geschehen ist; er war Europas Schildim Jahre 1815. Da er jedoch gegen Napoleon persönlich gerichtet war, undFrank-reich auf dem Congresse zu Aachen 1818 unter die zur Erhaltung der Ruhe vonEuropa verbündeten Mächte aufgenommen wurde, so ist er nicht wieder erneuertworden. Iv.

C h a u s s ü e (Pierre Claude Nivelle de la), Schauspieldichter, geb. 1692zu Paris , schrieb zuerst eine Kritik der Fabeln von La Motte. Als La Motte dasParadoxon über das Unnütze der Versification in der Tragödie und Ode aufgestellthatte, trat C. mit s. „Ichiire ü Gio" gegen ihn auf, welche noch jetzt geschätztwird. Sein erstes Stück für das Theater, das er, 40 I. alt, schrieb: „Ua tä u^o.inlii'uibil:", erhielt ziemlichen Beifall. Folgender Umstand bestimmte seineRichtung im Dramatischen. Die Schauspielerin Quinault glaubte in einer ge-sellschaftlichen Farce den Keim eines sehr rührenden Stückes zu finden und schlug,nachdem Voltaire ihren Antrag abgelehnt hatte, C. die Bearbeitung desselbenvor. Dieser schrieb nun „1w präjn^o ä la morle". So entstand die O-ineckio laiinovanlo (das weinerliche Schauspiel) aus der Posse. La C. glaubtesich auch zur Tragödie erheben zu können, und schrieb ohne Glück .chlaxttni-nicn", welchen Gegenstand schon Th. Corneille bearbeitet hatte. Die „Iceolo<Ie, incrc," und die „6uuvornaitts", welche darauf folgten, werden noch jetztgegeben. Er starb 1754. Voltaire sagt von ihm, er sei einer der Ersten nachDenen, die Genie haben.

Chausseen, Kunststraßen, Dammstraßen, alle durch Kunstgemachte, in der Mitte etwas erhobene, auf beiden Seiten mit gehöriger Abda-chung und Böschung nebstGräben versehene, gepflasterte oder ungepflasterte, 28—36Fuß breite Straßen, sie mögen bloß aus Erde oder ausErde u. steinen erbaut sein;im engern Lttnne nennt man nur solche Land - oder Heerstraßen Chausseen, derenGrundlage aus großen Bruchsteinen und an den Seiten zum Zusammenhalten mitStrebemauern dauerhaft aufgeführt, die Fugen zwischen den Grundsteinen mitetwas kleinern steinen und grobem Kies ausgefüllt und festgestampft werden,worauf man sie, dammförmig und richtig abgeböscht, entweder mit bloßem groben