5L8 Chausseen
KleS oder mit grobem Kieg und festen zerschlagenen Steinen zugleich überschüttetund feststampft, diese Oberfläche aber zuletzt mit eineni festen Steinschutl von zerrschlagenen harten kleinen überfährt und an den Seiten mit Wegen für die Fuß-gänger und mit Gräben versieht. In Gebirgsgegenden wird der Chausssebau oftsehr schwierig, weil hier theils Berge abgetragen, theilsThäler ausgefüllt, zuwei-len wol aber auch die Kunststraßen in Schneckenwindungen einen Bergabhangherunter geführt werden müssen. Eine andre Schwierigkeit des Chauss ebaueS ist,wenn selbiger auf Moräste trifft, wo es sogar nothwendig wird, durch Pfahlrosteoder zu versenkende. Dleuimassen einen festen Grund zu bekommen. Die Chaus-seen sind keine Erfindung neuerer Zeit, denn das Alterthum zeigt uns Werke, überdie man noch jetzt erstaunt. Die Beschreibung, welche uns Herodot von einerkönigl. Straße in Persien macht, die von Sardes bis zur Residenz Susa führte,beinahe 450 deutsche Meilen lang, und überall niit königl. Ruhehäusern und denschönsten Herbergen versehen war; die Überreste von den römischen Straßen, dieman in ungeheurer Menge und Größe, oft 1200 Meilen lang, durch das ganzeReich anlegte, die gerade Richtung, die man ihnen gab und deßwegen Berge ab-trug, Felsen und Gebirge durchbrach, ihre Erhöhung, in der sie oft über Sümpfeund kleine Thäler weggingen, die ungemeine Festigkeit und Genauigkeit, die manbei solchen Bauen zu erreichen suchte, übertreffen alle Erwartung. In den neuernZeiten scheinen die niederländische» Heerstraßen, die sich auch wegen ihrer Breiteauszeichnen, die ersten gewesen zu sein, welche man in Chaussäen verwandelt hat.Diesen folgten darauf die Chauss en in Frankreich, England und Spanien , und seit1153 zuerst in Deutschland , und zwar in Schwaben zwischen Öttingcnund Nörd-lingcn. Die besten Chausseen haben Spanien, Frankreich , England, Östreich undBaiern . Die nachahmungswertheste Verfassung der Chausseen findet uian in Eng-land, wo nicht nur zuerst die StraßengewichtSmesser für die Wagen der Fuhrleutean den Chauss egeltemnahmen eingeführt, sondern auch die für die Unterhaltungund Dauerhaftigkeit durchaus wichtige Anordnung gemacht worden ist, daß in'derMitte die Reiter ihren Weg nehmen und alle Wagen rechter Hand fahren müssen.Hierdurch werten die vielen Fahrgeleise und das Ausweichen der Wagen vermieden,d.n.n es jedoch freigelassen ist, den zu langsam fahrenden Vorwagen durch schnelleAusbrechung auf die Chauss e vorzufahren. Vermöge des Straßenregals hat derLandesherr das Recht, H zur Anlegung der Chaussee» in möglichst gerader Richtungdurch jedes Grundstück brechen zu können, l>) zur Bestreitung der Kosten Chaussee-geld zu federn, e) Chauss cordnungen bekannt zumachen, >l) die Weite desWagen-geleiseS nebst der Breite der Radefelgen zu bestimmen und die Sperrketten zu verbie-ten, und > ) das Gewicht vorzuschreiben, was aufLastwagen nach der Zahl der Pferdegeladen werden darf. Leine Pflicht ist, die Chauffäen in gutem Stande z» erhalten.Je besser die Straßen sind, je mehr kann der Fuhrmann laden, je geringer sind dieFrachten, je größer ist der Warenaustausch. Inder Mark fährt im Sande derFui/imann mit einem Pferde 6, und in Brabant auf der festen Kunststraße 35Cenkner. Die Kohlcnfuhrleute von Charleroi nach Brüssel fahren 22,000 Pf.Kohlen mit 6 Hengsten, und in England ein Pferd in einer Eisenbahn 80 Centner.In Frankreich schafft man gute Pflastersteine auf 20 Stunden herbei. Man ziehtdort den fontainebleauer Sandstein auf den Straßen um Paris jedem andern vor,weil er sich leicht in Parallelepipeda bricht. Führt man eine Straße bergan, somuß man berücksichtigen, daß nicht so sehr die Reibung als das Hebe» die Lasterschwert. Für bergige Kunststraßen taugt die Pflasterung nicht. Jetzt bautnian in England Chauss'e» mit Steinschutt. Steine werden nämlich zerschlagenund auf den vor dein Eindringen des Wassers gesicherten Erdgrnnd dann einige Zollhoch ausgeschüttet, die Lücken aber nach und nach stets mit solchem Schutt ausge-füllt, bis das Ganze ein fester, gewölbter Damm wird, Dieser von Mac Adam