LS6 Chaudon Chaumont (Vertrag von-
Chaudon (Louis Maieul), ein gelehrter Benedictinermönch im Klosterzu Clugny, das 1181 säcularisirt wurde, geb. zu Dalensole den 10. Mai 1137,schrieb Mehres zu Gunsten der Katholiken, was die Päpste Clemens XIII . undPiuS VI. durch 2 an ihn gerichtete Breves ausdrücklich anerkannten. Unter seinenWerken muß das „Xouveau ilictinnn.fits Iliiloriijue" genannt werden (Avignon 1186, in4Bdn.); es erlebte 10?luSgaben; die 9. zu Paris (1820 fg., in 20Bdn.) ist wegen Entfernung des Verfassers, der zu Limoux in Languedoc wohnte,vom Druckorte, weniger correct als die frühern Ausgaben. Die 10. erschien zuParis 1822 fg. in 25 Bdn. Außer andern, meist geschichtlichen und geistlichenWerken hat C. auch an dem „Diationn.iirv i>iili-pI>Ho5»j>I>i>j>io", sowie an den
!>»cl5 bomnie, vonues", das unter dem Namen des Hrn. v. Sablonck hei aus-kam, sowie an der „Ilibünilxgnv el'un lionxne <>e poüt" u. a. ?lnrheil genom-men. — Man d^rf ihn nicht mit seinem Bruder MaieulC., der, wie Weiter,Mitglied der Akademie der Arkadier zu Rom , aber Capucinermönch ist, per-,wechseln. Von dem Letztem erschien: „Ua vie ein bienbeureux sauren > <Iv»Lriixle«" (neueste Ausgabe, Paris 1187). 22.
Chaufepio (Jacques George de), calvinistischer Prediger, geb. zuLenwarden in Friesland 9. Nov. 1102, lebte als Geistlicher zu Vließingen,Delft, und seit 1143 zu Amsterdam , wo er den 3. Juli 1186 starb. Außertheologischen Werken und Übersetzungen aus dem Engl . schrieb er ein „Xou-vcau (lidionn.iir« I>i»torigue el critiguv pour reivir cke «upplenwul ou >Iocnnliiinatmn an I-iekionnaire lnrtorigne at eritigue «l,- ?,a,vle" (Amsierdainund Haag 1150—66, 4 Bde., in §ol.). Er legte seiner Arbeit eine englische, ver-mehrte und Verb. Übers. des Bayle in 10 Bdn. zum Grunde. Von 14,000 Art.,die sein Werk enthält, sind 600 bloß übersetzt, etwa 280 vermehrt und verbessert,und die übrigen von ihm hinzugesetzt. Allenthalben zeigt sich eine große Gelehr-samkeit, aber in Ansehung des eigenthümlichen Geistes und Styls steht §. tiefunter Bayle. Auch schrieb C. Pope's Leben.
Chaulieu (Guillaume Amfrye de), der Anakreon der Franzosen , geb.1639 zuKontcnai, zeichnete sich früh durch seinen Geist aus und erwarb sich dieAchtung der Herzoge von Vendöme, die ihn zum Abt von Anmale u. a. Pfründenernmnen ließen, wovon er jährlich 20,000 LivreS Einkünfte hatte. C. beschäftigtesich jetzt nur mit seinen Vergnügungen und damit, sie zu besingen. Er hatte sei-nen Aufenthalt im Temple aufgeschlagen, wo sich alle Diejenigen versammelten,die, wie er, Vergnügen und Geistesbildung liebten. Zn dieser Gesellschaft vonEpikuräern, welche der Großprior von Vendüme selbst häufig besuchte, wurdenAnstand und Moral nicht eben streng beobachtet; man schmauste und trank undergötzte sich mit der Dichtkunst, deren augenblickliche Schöpfungen oft glücklichgenug ausfielen. C., ein Schüler von Chapelle und Bachaumont, zeichnete sichhier vor allen Andern durch die Anmuth seines Geistes und durch die Heiterkeitseines Charakters aus; er erwarb sich den Beinamen des Anakreon des Tempels.Wie Anakreon lebte er der Liebe und der Dichtkunst bis in sein hohes Alter.Zn einem Briefe an den Marquis de Lafare, in welchem C. sich selbst schil-dert. stellt er sich als ruhmredig, ungeduldig und jähzornig, abwechselnd thätigund träge, als einen Planmacher und von den Annehmlichkeiten der Ruheeingenommen dar. Er starb in seinem Hause im Temple den 21. Zuni 1120,8! I. alt. Laharpe bemerkt mit Recht, daß sich in seinen Versen die Nach-lässigkeiten eines trägen, aber auch der gute Geschmack eines feines Geisteszechen, der vornehmlich von aller Ziererei frei ist. Die bessern Gedichte C.'sverdienen wegen ihrer glücklichen Natürlichkeit aufbehalten zu werden.
Chaumont (Vertrag von), den 1. März 1811 (Stadt im DepartementOsse). Waren die Verträge, durch welche Rußland, Preußen, Großbritannien ,