Chauveau-Lagardc Chauvelin 598
eiftindene Chauss/ebau ist auch in Rußland, Frankreich und Deutschland ver-ftichtworden. — S. Straßenbau und Eisenb ahnen.
Chauveau-Lagarde , geb. zu Chartres 17K7, einer der berühmtestengerichtlichen Redner Frankreichs während der Revolution, der den Muth behielt,auch die von dem RevolukionStribunal im voraus zum Tode bestimmten Schlacht»opfer, mit Gefahr des eigenen Lebens, mit seltener Beredtsamkeit zu vertheidigen.Er wird mit Deseze, dem beredten und kühnen Vertheidiger Ludwigs XVI,, undmit Troiu on Ducoudray, der mit ihm gemeinschaftlich die Vertheidigung MarienAntoinettens führte, stets als ein Muster gelten, wo es darauf ankommt, unterallen Umständen mit Muth der Pflicht und der Ehre zu folgen. Unter die berühm-testen seiner unglücklichen Clienten, die er zu vertheidigen halte, zählen wir, außerder Königin, Charlotte Corday und Briffot. Miranda rettete er vom Tode. 1814wurde er vom Könige geadelt und erhielt das Kreuz der Ehrenlegion. I81K gab ereine Nachricht über den Proceß der Königin und der Prinzessin Elisabeth heraus.
Chauvelin (Fram-ois, Marguis de), ein ausgezeichnetes Mitglied derconstitutionnellen oder linken Seite in derDeputirtenkammcr, aus einer der berührn«testen franz. Familien, Sohn des Marguis deChauvelin, franz. Generallieutenants,Minister von Genua und Parma, dann franz. Ambassadeurs in Turin , der einerder geistreichsten und liebenswürdigsten Männer seiner Zeit war. Auch s. Onkel,Abbä Chauvelin, war ein durch Patriotismus, Muth und Einsicht gleich ausge-zeichneter Mann, wofür er aber durch I.eitre, cle o.icliet verbannt und mehreJahre eingekerkert wurde. Dieser Abbe Chauvelin hatte an der Vertreibung derJesuiten aus Frankreich einen sehr bedeutenden Antheil genommen. — FraneoisChauvelin, geb. um 1770 und erzogen in der pariser Militairschule, war beimAusbruche der Revolution seit ein paar Zähren in Diensten. Er umfaßte dieGrundsätze derselben mit dem ganzen Feuer seiner ersten Zeigend und wurde 1781erster Xulc <Ie des nachmaligen Marschalls Rochambeau , der die Vertheidi-gung der Nordgrcnze zu organisiren den Auftrag bekam. Bei seinem Geschäftezeigte C. so glänzende Talente, daß er im Febr. 1792 auf Dumouriez's Antragdie in jener Zeit außerordentlich wichtige Gesandtschaft zu London erhielt. Nachder Hinrichtung Ludwigs XVI. brach England alle diplomatischen Verhältnisse mitFrankreich ab, und C. erhielt eine zweite Sendung nach Florenz ; er mußte sichaber auch von hier entfernen, da Lord Hervey , der engl. Gesandte, dem Groß-herzog erklärte, daß, wenn C. nicht innerhalb 24 Stunden abreisen würde, erohne Weiteres Livorno würde bombardiren lassen! Zur Zeit des Terrorismuswurde C. ins Gefängniß geworfen und verdankte nur dem 9. Thermidor seineRettung. Unter der Directorialregierung lebte C. bloß den Wissenschaften. Don»Senat nach dem 18. Brumaire in das Tribunat ernannt, zeichnete er sich mitBenj. Constant und einigen Andern durch den kräftigsten und überlegteste» Wider-stand gegen die Einschreitungen der Cousulargewalt aus. So tadelte er die Errich-tung des Ordens der Ehrenlegion. Er wurde deßhalb au« dem Tribunate entfernt.Zndessen würdigte Napoleon C.'s Charakter und Patriotismus, indem er ihnbald nachher zum Präfecten des Departements der Lys ernannte. Diesen Po-sten bekleidete er 8 Zahre lang mit Ruhm, bis er 1811 in den Staatsrath gerufenund als Generalintendant nach Catalonien gesandt wurde. Nach der Restaurationwurde er vom Departement der 6üte ck'or zum Repräsentanten in derDeputirten-kammer ernannt. Von diesem Zeitpunkte an stieg C. immer höher in der Achtungder Nation; er wurde stets aufs neue und zuletzt 1822 zum Deputieren ge-wählt. Kein andrer Redner der Kammer übertrifft C. an glänzenden Zmprc-visirungen, an geistreichen und scharfsinnigen Antworten, an Gegenwart desGeistes und an witzigen, oft belustigenden Angriffen oder Vertheidigungskün-sien. Zm Valon spricht er wie Beaumarchais , von der Tribune wie Barnave