Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Chemie (philosophische)

nauigkeit des ersten Verfahrens zu beweisen. Diese Mittel beruhen auf der mög-lichst vollständigen Kenntniß der beiden Kräfte, die alle Köl-per der Natur in Be-wegung setzen, nämlich Anziehung und Abstoßung. Man hat eine Anziehung derBestandtheile und eine planetarische Anziehung unterscheiden wollen, und der er-ster« den Namen der chemischen Verwandtschaft gegeben; aber die Natur hat nichtzwei Arte» der Anziehung. Das abwechselnde Spiel der Anziehung und Absto-ßung der Bestandtheile veranlaßt eine Menge von Erscheinungen, welche aus unsereSinne wirken, und eine Menge von Verbindungen, welche die Natur und die Ei-genschaften der Körper verändern. Das Studium dieser Erscheinungen, die Kennt-niß dieser Verbindungen gehören in das Gebiet der Chemie. Die Geschichte einesKörpers muß stets seiner Analyse vorangehen. Oft reicht die einfache Betrachtungder äußern Formen, der Farbe, der Schwere, des Orts, wo er gefunden wardu. s. w. hin, um durch Vergleichung auf die Kenntniß seiner chemischen Eigenschaf-ten zu führen. Es gibt demnach keine ausgebreitetere Wissenschaft als die Che-mie; auch kann ihr Gebiet nicht von einem einzelnen Menschen umfaßt werden.Um das Studium zu erleichtern, betrachtet man sie unter verfichiedenen Gesichts-punkten, die sich in Abtheilungen und Unterabtheilungen absondern, von denenman sich einer einzelnen widmen kann, obgleich die Art zu beobachten, zu analysi-ren und zu combiniren immer dieselbe ist, obgleich alle Erscheinungen sich durch dieallgemeine Theorie erklären lassen und sich auf gewisse Gesetze beziehen, die nianvorgängig kennen muß. Diese Gesetze zusammengenommen bilden die sogenanntephilosophische Chemie. Sie betrachtet, was man unter Verwandtschaft derAggregation oder Cohäsion und unter Verwandtschaft der Composition zu verstehenhat; sie erklärt die Erscheinungen der Auflösung, Sättigung, Krystallisation, desAufbrausenS, der Schmelzung, der Neutralisation. Das chemische Verfahren bie-tet, indem es die Eigenschaften der Körper verändert oder modisicirk, dem Beobachterwichtige Betrachtungen über die Veränderung derForm, der Dichtigkeit, der Tem-peratur dar. Diese Betrachtungen gehören der philosophischen Chemie an. Sieläßt auch wahrnehmen, daß die Verwandtschaft sich äußern kann: 1) zwischen zweieinfachen Körpern; 2) zwischen einem einfachen und einem zusammengesetzten Kör-per; 3) zwischen zusammengesetzten Körpern; und indem sie den Grundsatz auf-stellt: daß ein Körper nicht dieselbe Verwandtschaft zu allen andern habe, sonderndaß er sie ungleich anziehe, gibt sie die Gesetze an, welche die Wahlverwandtschaftenund die sie modificirenden Ursachen bestimmen, als da sind die Cohäsion, die Masse,die Unauflöslichkeit, die Elasticität, die Temperatur der Körper. Sie schätzt dieKraft der Verwandtschaft, sowol der einfachen als zusammengesetzten. Sie merktdie Umstände an, welche das Spiel der Anziehungen begünstigen oder ihm entge-genwirken; sie lehrt, daß zwei Körper nicht aufeinander wirken, wenn nicht einervon beiden oder beide flüssig sind, daß die Körper, selbst in einem Zustande der Auf-lösung, nur in unmerklichen Abständen auf einander wirken; daß zwei Körper, diekeine bemerkbare Verwandtschaft zu einander haben, sich mittelst eines dritten ver-einigen; endlich, daß die charakteristischen Eigenschaften der Körper durch die Verei-nigung zerstört werden, und daß der zusammengesetzte Körper neue Eigenschaftenzeigt. Indem sie von diesen Grundgesetzen zur Untersuchung der einfachen Körperfortgeht, betrachtet die philosophische Chemie die Wirkung des Lichts, des Wärme-stoffs und der Elektricität, die Natur der einfachen und zusammengesetzten brenn-baren Körper, der Luft und des Wassers, die Bildung der Säuren und ihre Auf-lösung, die Natur und die Eigenschaften der salzigen Grundstoffe, ihre Verbin-dung mit den Säuren, die Verkalkung, Auflösung und Beschickung (Legirung) derMetalle, die Bildung und Natur der Pflanzen, die unterscheidenden Merkmale derunmittelbaren Pflanzenstoffe, die Erscheinungen der Animalisakion und die Eigen-schaften her animalischen Zusammensetzungen; mdlich die von selbst erfolgende Zerr