Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Cheinie (naturphilosophische)

gleich. Zwei von diesen chemischen Elementen, Sauerstoff und Kohlenstoff, sindirdischer(tellurischer) oder planekischer Natur, da sie schon in Gasform (als Sauer-stoff und kohlensaures Gas) die schwersten sind; die beiden andern dagegen, Stick-stoff und Wasserstoff, geben die leichtesten Gase und sind daher solarer (sonniger,ätherischer) Art. Zwei und zwei von diesen Stoffen oder chemischen Elementen sindeinander entgegengesetzt oder Verhalten sich polar zueinander, wie überall Höheresund Niederes, molares und Tellurisches, das heißt, sie stehen in ganz ähnlichemVerhältniß zu einander, wie die beiden Pole eines Magnets oder wie die beidenelektrischen Pole: -t- bl und — L. Daher ist sowol der Stickstoff dem Kohlen-und Sauerstoff, als auch der Wasserstoff beiden entgegengesetzt, und umgekehrt.Aber auch die Stoffe beider Art verhalten sich unter einander selbst polar, und derSauerstoff ist dem Kohl nstoff entgegengesetzt, wie der positive Pol dem negativen,und ebenso ist der Wasserstoff dem Stickstoff entgegengesetzt. Hierauf gründet sichdenn auch die Verwandtschaft der chemischen Stoffe, indem die ungleichnamigenoder ungleichartigen (heterogenen) einander anziehen, die gleichnamigen oder gleich-artigen (homogenen) einander zurückstoßen. Zn Verbindung mit dieser Ansichtmüssen nun auch die neuen Aufschlüsse, welche die Naturphilosophie über das We-sen des Lichts und der Wärme, des Magnetismus, ElektriSmus und GalvanismuSgegeben hat, auf die Chemie als Wissenschaft von großem Einfluß sein, und es wirdaus dieser einfachen Grundlage in der Folge ein natürlich geordnetes Ganzes derChemie, ein wissenschaftliches Gebäude hervorgehen. Auch kommt die experimen-tirende Chemie neuerlich der fpeculativen oder philosophischen gleichsam auf halbemWege entgegen, indem auch sie auf dem Wege der Erfahrung und des Experimentsauf immer wenigere Grundstoffe zurückkommt. — Zugleich muß die obige wissen-schaftliche Grundlage für die Chemie zu einer bessernSonderung dieser Wissenschaftvon andern Naturwissenschaften Veranlassung und hinreichende Gründe geben.Bisher haben die Chemiker Vieles in ihre Wissenschaft gezogen, was, streng ge-nommen, nicht dahin gehört, was eben daher kommt, daß sie voraussetzten, esmüßten alle Naturerscheinungen aus besondern Stoffen erklärt werden, da doch Vie-les nur aus der Thätigkeit und dem Verhältniß der Naturkräfte vernünftig zu erklä-ren ist. Seitdem die Naturphilosophie dargcrhan hat, daß es zur Erklärung der Na-tur des Lichts, der Wärme, der Elektricität, des Magnetismus rc. keines besondernLichtstoffs, Wärmestoffs, keiner elektrischen und magnetischen Materie bedarf,seudem gehören die Theorien dieser Processe und Kräfte nicht mehr in die Chemie(obgleich sie als Vorkenntnisse und Propädeutik für die Wissenschaft nöthig sind),sondern in die dynamische Physik (s. Dynamik), da man bisher bloß die mecha-nische oder mathematische Physik von der Chemie gesondert hat. Die Naturwissen-schaften stehen zwar alle in enger Beziehung zu einander; aber es trägt zu ihrerAusbildung bei, wenn zugleich die Grenzen einer jeden genauer bestimmt werden.Die Sonderung der Chemie von andern Naturwissenschaften, namentlich der Phy-sik, beruht auf der Unterscheidung des chemischen Processes von andern, z. B. deinElektrismus, dem Magnetismus, die man, zu diesem Behuf, dynamische Processenennt, weil bei diesen eine Kraft, z. B. die magnetische, in 2 Pole (einseitigeKräfte) zerfällt, die sich als der positive und negative entgegengesetzt sind. Beimchemischen Proceß dagegen zerfällt die Materie in zwei entgegengesetzte (einseitige,einpolige) Materien, die sich auf ähnliche Art, wie die Pole des Magnets oder dieelektrischen Pole, zu einander verhalten, gegen einander in Spannung sind, undsich vereinigen, sobald die Bedingungen gegeben sind. Der eine Pol des Chemis-mus ist ein flüssiges Element, der andre ein festes, jenes ist Wasser in Form einerSäure, dieses Erde, es sei nun eine der Erdarten, oder ein Metallkalk, oder eineLauge (Alkali). Daher stellt sich der chcnnsche Proceß, obgleich er in sehr verschie-denen Formen erscheint, doch am reinsten in der Erzeugung und Bildung der Salze