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Chemie (naturphilosophische)
dar, deren Bestandtheile (materielle Pole) eine Säure, als positiver Bestandtheil,und eine Erde, Lauge, Metallkalk, als negativer Bestandtheil sind. Alle Körperoder Substanzen sind durch einen chemischen Proceß entstanden, und der Chemis-mus ist daher der Hauptbildungsproceß bei Entstehung aller irdischen Substanzen,der aber durch die Mitwirkung andrer Kräfte und Processe mannigfach modificirtwird. Durch dies Alles ist nun der Kreis oder die Sphäre der Chemie allerdingsbestimmt, obgleich diese innerhalb ihrer Grenzen sehr ausgedehnt ist. Die Chemiebeschäftigt sich praktisch, einerseits mit der Zerlegung der Körper in ihre Bestand-theile und Grundstoffe (physische und chemische Elemente) und mit der Bestimmungdes arithmetischen Verhältnisses der Elemente in bestimmten Substanzen durchVersuche (analytische Praxis); andrerseits mit der Bildung neuer Substanzen ausden Elementen durch Zusammensetzung im bestimmten Vrbältniß, mittelst zweck-mäßiger Operationen (synthetische Praxis). Theoretisch vergleicht die Chemie dieSubstanzen nach dem durch die Praxis erforschten Verhältniß ihrer Elemente undden daraus hervorgehenden Eigenschaften, bestimmt die Gesetze der Wechselwirkungder Elemente, und ordnet nach diesen Dergleichungen und Bestimmungen, unterder Leitung der Principien der Wissenschaft, die Substanzen in möglichst natürlicheGruppen oder Abtheilungen, wodurch in ihr selbst Methode, d. h. zweckmäßige,folgerichtige Anordnung der Gegenstände ihres Vertrags (systematische Methode),entsteht. Ausgeschlossen von dieser Wissenschaft, wenn man sie streng sondern will,sind die eigentlichen Theorien des Unwägbaren, sowie auch des Mechanischen undHistorischen, welche Theorien in die Propädeukik und die Hülfswissenschaften gehö-ren. Die Chemie betrachtet die Körper als Substanzen, d. h. in ihrer elementa-rischen Zusammensetzung; die dynamische Physik nach den immateriellen Processenund Kräften, die sich an ihnen (den Körpern) offenbaren;, die mechanische Physiknach den Gesetzen der Gestalt, der Bewegung, der Schwerere.; die Naturgeschichtebetrachtet die Körper in ihrer Entwickelungsgeschichte nach Außen und beschäftigt sichmit deren stufengemäßer (systematischer) Anordnung und Zusammenstellung; diePhysiologie betrachtet sie als Ganze in ihrer innern Entwickelung, in deren Theile»(Organen) sich das Ganze wiederholt, indem sie zugleich in nothwendiger Beziehungund Wechselwirkung zu und mit einander stehen rc. So ist die Chemie durch ihrenBegriff von andern Naturwissenschaften geschieden, während sie in der That mit al-len in der engsten organischen Verbindung steht.— Für die Bildung der wissenschaft-lichen (philosophischen) Chemie hat theilweise H. Steffens , in s. „Beitr. zur innernNaturgeschichte der Erde" (Freiberg 1801) und in mancher Abhandl. s. Scbnsten:„Alt und Neu" (Breslau 1821), viel beigetragen. Ferner gehören dahin Kgstuer's„Material, zur Erweiterung der Naturkunde" (Jena 1805) und Z. B. Orsted's„Materialien zu einer Chemie des 19. Jahrh." (Regensburg 1805, beide in Bezie-hung aufdasWinterl'sche Svstem), sowie die „Vergleichende Übersicht des Systemsder Chemie", von K.W.G.Kastner, Pros. zu Erlangen (Halle 1821). Wichtig fürdie wissenschaftliche Chemie, in Beziehung auf den gegenseitigen Einfluß des magne-tischen, elektrischen und chemischen Processes kann auch Orsted's Entdeckung, betref-fend den elektrisch-chemischen Magnetismus, werden. Um die wissenschaftliche Phy-tochemie (vegetabilische oder Pstanzenchemie) haben sich vorzüglich Kiefer, OkenundNeeS von Esenbeck, und neuerlich F. Runge durch seineSchrist: „Neuestephy-tochcmische Entdeckungen zur Begründung einer wissenschaftlichen Phytocbemie" (2Lief. mit Abbild., Berlin 1821), Verdienste erworben. Eine kurze, aber wohlbe-gründete und geordnete Übersicht des Inhalts der Chemie in Beziehung anfalle 4Reiche der Natur, nämlich auf das Elementen-, Ird- (Mineral-), Pfiaiizen-und Thierreich, findet sich in der ersten 'Abtheil. von Oken'S „Naturgeschichte fürSchulen" (Leipzig 1821). Eine vollständige und geordnete Übersicht des gegen-wärtigen Zustandes der Chemie, besonders hinsichtlich der vorhandenen Thatsachcn,