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Zweiter Band. Bo bis C.
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ChciiiniH (Stadt) Chemnitz (Martin)

ist der „Grundriß der allgemeinen Chemie", 2. umgearb. Aufl. von 7). W.Döbereiner; auch unter dem Titel: „AnfangSgründe der Chemie" (Zena 182U).Überhaupt sind zu nennen: Zohn'S „Handwörterb. der Chemie" (Leipzig 1817 fg.,4 Bde.); Fechner'S Bearbeitung des „Lehrbuchs der Chemie" von Thcnard, nachder 4. ?kufl. des Originals (Leipzig 1825 sg., 6 Bde., mit Kupfern); das „Lehr-buch der Chemie" von I. Jak. BerzeliuS, von Palmsiedt aus dem Schwedische»übersetzt (Dresden 1824, 2 Bde.); die allgemein verständliche Darstellung derChemie von Sam. Parkes, nach der 5. Aufl. ins Französische übersetzt v. Z. Nif-sault: llu monelo" (Paris 1823, 2 Bde.); Erdmann's „Po-

pnlaircDarstell. der neuern Chemie"(Leipzig 1828); dessen „Iourn. für techn. undbkonom. Chemie" (Leipzig) und Gray'ö a. d. Engl . von Richard übersetzter ,/l'iait«:

ni.iligiit: ile LliinOe .'Ippliguü ane all» el anx rnannluutuie», ä I lH^iene et

u lernn. klnnici." (13 Lief. mit Kupf., Paris 1829).

Chemnih, die erste Fabrik- und die zweite Handelsst. des Königr. Sach-sen, liegt im erzgebirg. Kreise an der Chemnitz , die nicht weit davon in die Muldefällt, ist schön und massiv gebaut und hat 1000 H. <18 geistl. und 30 Commun-grbäude). Die Fabbrikgetäute gleichen geschmackvollen Ekelhöfen unk sink durchGartenanlagen verschönert. Unter den 16,000 E. gibt es 1197 Webermeister,die mit 860 Gesellen und Lehrlingen Cattune, weiße und bunte Baumwollenzeuche,Ginghams, bunte Halstücher, Pigu. s und dergl. Bettdecken arbeiten. Von 12Cattunfabriken, deren Gründung in die Mitte des vor. Jahrh, fällt, beschäftigenmanche 3 — 500 Menschen und liefern jährlich an 50,000 Stück Cattun , nebsteiner ungeheuern Menge Cattunkücher. Die vorzüglichsten dieser Fabriken folgen,neben der eignen Erfindung neuer Muster, jetzt mehr dem französischen als engl.Geschmack, liefern echte farbige Waare und haben sich so vervollkommnet, daßKenner ihren Fabricalen häufig den Vorzug vor den englischen zugestehen, und derFall ist nicht selten, daß, sowie sonst chemniher Fabriken nach englischen Plusternarbeiteten, jetzt englische Fabriken chemnitzer Muster nachahmen. 40 größereund kleinere Spinnmühlen in der Stadt und den nächsten Umgebungen liefern jähr-lich nahe an.eine Million Pfund baumwollenes Garn in allen Nummern. Die Ge-brüder Bernhard waren die Ersten, welche die Spinnmühlen am Ende des vorigenJahrh, von England nach Chemnitz verpflanzten, und der Engländer Whitfleld wardnachher vom König besoldet, um den Spinnmühlenbau zu befördern. Auch istseit kurzem eine Flachsmaschinenspinnerei im Gange. Diese Spinnmühlen werdendurch Wasser, andre durch Dampfmaschinen, die kleinern durch Pferde in Be-wegung gesetzt. Die bedeutenden Bleichen bei der >Ltadt, welche schon in Urkun-den des 11. Jahrh, vorkommen, sind theils Raths-, theils Privateigenthum.Mehre große Englischroth - Garnfärbereien haben reichliche Beschäftigung. Vonin- und auswärtigen, zum Theil griechischen Handlungen werde» stets großeDaumwollenlager unterhalten, und bedeutende Großhandlungen setzen jährlich vieletausend Dutzend baumwollener Strümpfe und Mützen, die in den benachbartenDörfern gearbeitet werden, nebst andern chemnitzer Fabricalen, theils auf den leip-ziger, frankfurter und braunschweiger Messen, theils durch unmittelbare Versen-dungen in und außer Deutschland ab. Die sich hier kreuzenden Hauptstraßen vonWien nach Leipzig und von Nürnberg nach Dresden vermehren nicht wenig die Leb-haftigkeit und den Verkehr. Die Stadt hat 5 Kirchen und ein blühendes Ly-ceum. Zn der sogen. Schloß- oder Klosterkirche, unsern der Stadt, zeigt maneine aus einem einzigen Eichstamme sehr schön gearbeitete Geißelung Christi. Zndem nahen Waldgebirge findet man außer Sandstein und Jaspis, der häufig zumBauen und Wegbessprn gebraucht wird, auch Karneol, Chalcedon , Achat rc.

Chemnitz (Martin), unter den evangel. Theologen des 16. Jahrh, nachLuther und Melanchthon der vorzüglichste, arbeitete sich unter drückenden Verhält-