Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Ehenille, rauhe, sannntai-tige Fäden, die der Seidenweber zu seiner bro-schirmen elrbeit gebraucht. Der-Ltoff zurChenille wird auf einem Seidenwirkerstuhlewie glatter Taffet mit mehr oder weniger einzelnen Kettenfäden, je nachdem er rauhwerden soll, gewebt, dann in Streifen zerschnitten und auf einer Spinn,»ühle übereinen Faden gesponnen. So bekommt man rauhe sammct - oder plüsebartigeSchnüre von verschiedener Dicke, die die Franzosen Chenille nennen, weil sie denhaarigen Raupen ähnlich sehen.

Cherbonrg, Stadt und der einzige Kriegshafen am Canal im franz.Depart. Mancke, zwischen dem Vorgebirge laHogue oder Rhaz Blanchard, undRba; de Barfleur. Sechs Forts beschützen die Rhede. ?ln der Landseite fehlen dieFest, noswerke. §. hat 16,000 E., e. Llrsenal, e. Handelsgericht, e. Börse, S chiff-fahrtsscbule und eine gelehrte Gesellschaft. In ihrer Ilähe gibt es Porzellan - undSodafabriken,Viehhandelundeine Iliedei lägevonColonialwaaren. Seil2 Jahrh,hatte die franz. Regierung hier einen Hafen für ihre Kriegsflotte anzulegen keineKostengespart, bis Napoleon 1808 die frühern Wasserbauwerke aufgab, die an,Ende Nichts geleistet hatten, als daß hier bei gewissen Winden etwa 40 Linienschiffesicher ankern konnten. TaS jetzige in, Felsin ausgesprengte Bassin hat ungefähr1000 Fuß Länge und 770 F. Breite, dabei 50 F. Tiefe, und kann folglich 50 Li-nienschiffe aufnehmen; aber auch hier fängt schon die Strömung an Schlammniederzuschlagen. Den, Hafen fehlen Thore, daher ist die Strömung bei der Flutso stark, daß häufig 10—12 Ankertaue zur Festlegung eines Schiffes nöthig sind.1813 fing Napoleon an, eine ebenso große Docke aussprengen zu lassen, um dieKriegsschiffe zu ihrer bessern Erhaltung, so lange sie nicht ausgerüstet worden sind,trocken zu legen. Diese Docke hat mit dem Bassin über 100 Will. Franken, ohnedie frühern vergeblichen Kosten zur Verbesserung der Rhede , gekostet.

Cheribon (Scberibon), Landschaft auf Java, östlich von Batavia. DieStadt d. N. hat 10,000 E., liegt an einem kleinen Flusse, nahe der See, und treibtbeträchtlichen Handel mit Indigo, Caffee , Reis, Baumwolle und Zucker. DerEheribon-Caffee ist von lichterer Farbe (weniger bräunlich) als der Iava-Caffee.Das Land hat 216,000 E. Es ist vulkanischen Ursprungs und daher überausfruchtbar. Die ostindisch-.holländische Handelsgesellschaft hatte den unterworfenen,eingeborenen Fürsten die Ausübung großer Souverainetäksrechte gelassen; alleindie britische Regierung setzte die kleinen Fürsten gänzlich ausPension, weil sie Javazu behalten dachte. Die jetzige niederländische Regierung hat die britisch« Anord-nung beibehalten.

Cherson , Hauptst. des russ. Gouverneur. Chcrson, an dem Liman, einemMeerbusen des Dnepr (44 Meile von der Mündung), und der Hauptkricgshafenfür die Flotte des schwarzen Meeres, 1778 angelegt, ist wohlbefestigt und hat gegen2000 zum Theil steinerne H. und 20,000 E. Die Stadt besteht aus 4^heilen:der Festung mit einer Kirche, einer Münze, einem Zeughause und einer Stückgie-ßerei; den großen Seemagazinen und Schiffswerften; der griechischenVorstadt miteinem großen Kaushofe, und der Soldatenvorstadt. Die Admiralität ist jetzt »achNikolajew (an der Mündung kesIngul in den Bug, erbaut 1780, hat 10,000E.) versetzt, das bequemer und gesünder liegt. In den Hafen (wo eine Quaranraine-anstalt ist) laufen jährlich, außer einigen östr. und franz. Schiffen, 400 griechischeplatte Fahrzeuge ein. Wo große Ströme gegen die Mündung einen sehr geringenFall haben, bildet sich im Gewässer durch Niederschlug viel Schlamm, folglich wirddas Flußbette seichter. Dann entstehen durch desselben Erhebung über den Spiegeldes Wassers Moräste und Inseln, zwischen denen sich ein engeres Bette wieder ein-wühlt. Diese Verschlammung geht um so rascher, wenn 2 so bedeutende Flüsse, alsderDnepr und der Bug, sich in einen gemeinschaftlichen Busen des Meers stürzen.Man niuß daher den vereinigten Flüssen ein neues tiefes Bette groben und solches