bedachen, damit es sich selbst wenigstens für einige Jahrhunderte zu reinigen fähigist. Diesen Canal hatte Potemkm bei der Anlage von Cherson vergessen, daher alleeinigermaßen tiefgehende Schiffe einen Theil ihrer Ladung beim Einlaufen in Ocza«kow, dessen Hafen 1" Fuß tief Wasser hat, löschen, oder dort beim Auslaufen einevolle Ladung einnehmen. Indeß hat man hier 1823 den ins schwarze Meer stießen«den Jngul durch eine Vertiefung des Fahrwassers bis zu 18- F. Tiefe schiffbar ge-macht, sodaß 1826 in Nicclajew ein Linienschiff von 110 Kanonen vom Stapellaufen konnte. — Die Statthalterschaft Cherson oder Nicolajew (1206si)M., 523,000 E.) ist eine trockene, sich gegen S. allmälig erhebende Steppe mitfetten Wiesen und ungefähr 18 Limanen an den Flüssen. Der Küstenbodcn ist über-all mit Eisentheilen geschwängert und trägt reichlich Salzpflanzen, weßhalb er sichzur Schafzucht eignet. Im Sommer ist das Klima heiß und im Winter kalt. Reich-lich gedeiht der Maulbeerbaum auf dem salzigen Boden, den er liebt; aber die Ein-wohner denken nicht daran, diesen Vorzug zum Seidenbau zu benutzen. Auch zuÖlsaatcn würde sich aus der nämlichen Ursache der Boden eignen und der Absahnicht fehlen; aber die Landwirthschaft ist hier noch sehr in der Kindheit. Als KaiserJoseph und Katharina il. in C. 1787 sich besuchten, wurde bei den glänzendstenFesten ein Kriegsbund gegen die Pforte verabredet. In der Nähe von C. liegendie Grabmäler Polemkin'ü und Howard's. Zu diesem Gouvernement gehören auchOdessa, Oczakow und an der Bugmündung die Ruinen von Olbia .
ChersonesuS, griechisch: eine Halbinsel; z. B. 1) der cimmerische Cher-sones (<7bci5o,iesur ciiinxeiicu), jetzt Jütland rc. (vgl.Cimbern); 2) der tau«rische ((',>>. lünricn, auch in.i^us genannt), die vom schwarzen Meere und demSee Möotis gebildete Halbinsel, die Krim ; 3) der thrazische §h. (<7l>. tliraoio»oder auch bloß Oliersonesur), die große Halbinsel in Thrazien , die heutige Halb-insel der Dardanellen.
Cherub, in der h. Schrift der Engel des zweiten Chors der ersten Hierar-chie. Cherubim ist der hebr. Plural. An und für sich sind Cherubim wie Sera-phim biblische Ausdrücke. Ersteres heißt: wie Jünglinge; Seraphim: wie Feuer-flammen. Die Kirche hat ihnen ihre Plätze in der Rangordnung der himmlischenHeerscharen angewiesen. Maler und Bildhauer pflegen die Cherubin: durch geflü-gelte Kinderköpfe darzustellen.
Cherubin! (Luigi), geb. zu Florenz den 8. Sept. 1760, ein genialer Com-ponist, von Allen verehrt, die echt-erhabene Musik vondemgewöhnlichenKlingklangzu unterscheiden wissen. C., ein Schüler von Sarti, setzte schon im 18. I. zuLivorno eine Oper („iLclrisno in iHria"), die aber für die dortigen Kunstkennerzu gelehrt war. Besser verstand man ihn in Mantua , wo (1781) s. zweite Oper:„^wsrunilr« „eil' luclie", und noch Mehr zu Turin , wo (1788) s. „Il'iAeiij.-i inXulillo" ungeiheilten Beifall fanden. Er ward nach Paris berufen und machtedurch s. Opern „Demophoon", „Lodoiüka", „Medea" rc. immer mehr Aufsehen.Sein Triumph war die berühmte Oper: „Te, lle»x jnuruces" („Der Wasserträ-ger"). DieseMusikist ein Meisterwerk, in welchem Fülle, Harmonie,Kraft und Er-habenheit mit den angemessensten Charakteren sich vereinen. Was C.'S Verdienstebesonders erhebt, ist seine musterhafte Bescheidenheit, worin er dem großen, vielleichtunerreichbaren Mozart, dessen hohen Geist er mit einer Art Religiosität verehrt,ähnlich ist. Als einer der 5 Aufseher des Conservatoriums zu Paris , sieht er bei denihm übergebenen Zöglingen auf das Ernste, Strenge, Große ebensowol als aufsichere Bildung des Geschmacks. 1805 ward er nach Wien berufen, um für dardasige Hoftheater eine Oper zu schreiben. Er setzte hier s. „Faniöka", welche 1806mit dem lautesten Beisalle aufgeführt ward. Man findet auch darin Tiefe, Kraft,Feuer, erschütternde Überraschungen, welche aber, wie dies bei seinen meisten Wer-ken der Fall ist, nur durch wiederholtes Hören verstanden werden können. Oft hat
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