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Zweiter Band. Bo bis C.
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Cherusker Ehester

er vielleicht seine harmonischen Hülfsmittel zu üppig angebracht. Unter seinenzahlreichen Werken, die er nach seiner Rückkehr in Paris componirte, verdieneneine dreistimmige Messe, und s. „Pygmalion" für das Theater der Tuilerien be-sondere Auszeichnung. 1821 erschien s. Composikion: „vlanclio <Ic <>»

la cnnr lies l'öes", in 3 Auf;., woran Berten, Boieldieu , Kreier und Pacr mitTheil nahmen.

Cherusker , das berühmteste deutsche Volk unter den Zstävonen. DiesVolk wohnte zu beiden Seiten des Harzgebirges zwischen dem südwesil. Theile desThüringcrwaldes, wo die Catken ihre Nachbarn waren, und der Saale . Diesüdliche Seite des Landes durchzog DrusuS auf seinem Rückzüge von der Saale nach dem Rhein . Durch die Nordseite aber drang er aus dem Paderbornischenüber die Weser nach der Elbe vor. Hier scheint die Aller die Nord - und Ostgrenzeder Cherusker gebildet zu haben. Überdies besaßen sie auch einige Landstriche amWestufer der Weser . Der Völkerbund der Cherusker umfaßte alles Landzwischen der Weser, dem Rhein und der Lippe, bewohnt von den Kattuariern, An-sibaricrn, Dulgumniern, Marsen, Chamavern w. Die Römer wurden zuerst10 v. Chr. mit den Cherusker» bekannt, als DrusuS bis an die Weser vordrang,aber aus Mangel an Lebensmitteln wieder umkehrte. Zm folg. I. zog er auf derNordseite des Harzes mitten durch die Cherusker hin von der Weser nach der Elbe .Damals zeigten sie sich wenig furchtbar; 7 v. Chr. traten sie sogar in Freundschaftmit den Römern und nahmen Kriegsdienste bei ihnen. Als aber Varus ihnen Ab-gabe» auflegen und sie dem römischen Gesetze unterwerfen wollte, entstand eine all-gemeine Verschwörung gegen die Römer. Varus, von ihnen in den teutoburgerWald gelockt, ward 8 n. Chr. in einem 3tägigen Kampfe mit seinem ganzen Heereaufgerieben. (S. Hermann und Germanen.) Jetzt wurden die Cheruskerdas Ziel aller Angriffe der Römer. Germaniens (s. d.), der die Marsen undCatten geschlagen hatte, zog gegen die Cherusker, deren Anführer, Segesi undHermann, in Krieg mit einander waren. Segest, von Hermann belagert, riefden GermanicuS zu Hülfe, der ihn auch befreite, aber nach mehren fruchtlosenFeldzügen sich zurückzog. Die Cherusker waren durch die letzten V. theile sehrmächtig geworden. Sie wurden es noch mehr durch die Verbindung mit den Longo-bardcn und Semnonen, die von dem markomannischen Bunde abgefallen waren,und der Sieg Hermann's über die Markomannen unter Marbod erhob die Cherus-ker zum erste» deutschen Volke, bis nach Hermann'« Ermordung (21 n. Ck>r.) aufsneue innere Unruhen ausbrachen. Man übergab dem Italiens , dem lehren Zweigeder Familie Hermann's, die Herrschaft, vertrieb ihn aber bald wieder. Die Lango-barden setzten ihn aufs neue ein und führten einen langen verderblichen Krieg mitden Cherusker«, die, ihrer Bundesgenossen beraubt, zwischen der Saale und derSüdseite des Harzes sich beschränkten, bis sie im 3. Jahrh, mit allen ihren ehemal.Bundesgenossen im großen fränkischen Bunde als Volk verschwanden.

Chcster, Hauptst. der engl. Grafschaft Chefhire, Sitz eines Bischofs, hat17.000 E., ist, wie man glaubt, von den Römern erbaut und mit Mauern um-geben; das einzige Überbleibsel von der uralten Befestigungsart in England. DieBauart ist ganz einzig, indem das 2. Stockwerk der Häuser zurücktritt, sodaß vordemselben ein offener Raum entsteht, welcher, da das 3. Stockwerk wieder vor-springt, einen bedeckten Gang bildet, der sich durch ganze Straßen hinzieht. Hieri'nd da, besonders an den Straßenecke», führen Treppen hinab. Diese Gängesind überall mit den t.chinter liegenden Zimmer» für die größer» Kaufläden desOrts benutzt. Die malerische Wirkung, welche aus dieser Bauart hervorgehenmüßte, schwindet fast ganz dadurch, daß die Stockwerke der Häuser selten einegleiche Höhe haben, und die Gänge öfter gar zu niedrig sind. Der ehemals berühmteHafen war durch die allmäligc Versandung des Flusses Der in Verfall gekommen.