Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Chestorfiold Otlvvül (A)

In neuern Zelten ist einCanal ('1>>t! neev oiinniwl) gegraben worden, auf dem zurSpringzeit Schiffe von 350 Tonnen bis an die Kaien gelangen können. DerHandel ist meist auf den irländischen und auf Küstenhaudel eingeschränkt. Für ir-ländische Leinwand ist Ehester der große Markt. Ein vorzüglicher Ausfuhrartikelist der berühmte Chesterkäse. Schiffbau wird mit Vortheil getrieben.

Eh esterfield (PhilippDormcrStanhope,Grafv.),-Staatsmann,Red-ner und Schriftsteller, geb. den W. Sept. 1694 zu London, studirte zu Cambridge mit ausgezeichnetem Erfolge. 1714 fg. machte er eine Reise in Europa und erwarbsich, besonders zuParis, jene Freiheil des Tons und Betragens, die ihn für sein gan-zes Leben auszeichnete. Nach Georgs I. Thronbesteigung verschaffte ihm sein Ver-wandter, der General Stanhope, die Stelle eines Kammerjunkers bei dem PrinzenvonWallis, und der Flecken von St.-GermaininEornwallis wählteihn zn seinemRepräsentanten im Parlamente, obgleich er das gesetzliche Alter noch nicht völligerreicht halte. Die Laufbahn, in welche er trat, konnte am besten seine Talenteund seinen Charakter entwickeln. Schon am Ende des ersten Monats hielt er eineRede, bei welcher die Zuhörer ebenso sehr über die Kraft seiner Gedanken erstaunten,als sie über die Eleganz des Styls und dieAnmuth und Leichtigkeit seines Vertragsentzückt waren. Auch im Oberhause, in das er nach seines Vaters Tode übertrat,zeichnete er sich ausgleiche Weise bei mehren Gelegenheiten aus. 1778 ging er alsGesandter nach Holland, und es gelang ihm, das Kurfürstentbum Hanover vor dendasselbe bedrohenden Kriegsübel» zu sichern. Zur Belohnung empfing er den Ho-senbandorden mit der Stelle eines Oberhaushefmeisters Georgs ll. In der Folgewurde er zum Vicekönig von Irland ernannt, von wo er 1748 zurückkehrte, um dieStelle eines s.taatssecrelairs einzunehmen; er zog sich aber bald, seiner geschwäch-ten Gesundheit wegen, von den Geschäften zurück, um den Rest seines Lebens ineiner glücklichen Ruhe den Studien und der Freundschaft zu widme». Sein schrift-stellerisches Talent hat C. in einigen moralischen, kritische» oder scherzhaften Auf-sätzen, in seinen später gedruckten Parlamentsreden, besonders aber durch eineSammlung von Briefen an seinen Sohn, welche großes Aufsehen in ganz Europa gemacht haben, gezeigt. Eine mit Annehmlichkeit verbundene Gründlichkeit, einegenaue Kenntniß der Sitten, der Gebräuche und des politischen Zustandes von Eu-ropa , mannigfaltige Belehrung, edle und natürliche Eleganz und ein Vertrag, derdem geübteste» Schriftsteller Ehre machen würde, sind ihre glänzenden Seiten.Aber alles Dieses konnte den'Anstoß nicht schwächen, den die in allen Briefen vor-getragene Moral gab. Mit Recht mußie man sich entrüsten, daß ei» Vater feinemSobne ein sanftes und abgeschliffenes Betragen als die wesentlichste Eigenschaft, dieein Mann von Welt erwerben könne, empfiehlt, ja er geht so weit, ihm sehr be-kannte Frauen zu nennen, deren Eroberung er als leicht ansieht. Zu seiner Entschul-digung fuhren wir indeß an, daß E.'S (außer der Ehe gezeugter, aber von ihm unterdem Namen Ekanhope adoptirter)Sohn, für den er diese Briese schrieb, von einemüberaus linkischen Betragen war, und daß der Vater, der auf den äußern Anstandso hohen Werth setzte, ihm vielleicht auf diese Weise einige Neigung dafür einzuflö-ßen gedachte: eineHoffnung, die jedoch nicht erfüllt wurde. Gegen dasEnte seinesLebens wurde E. taub, andreKörperleidcn kamen dazu und gaben seinen letzten Ta-gen eine trübe Färbung. Er hatte mit Pope , Swift, Bolingbrocke u. a. ausgezeich-neten Gelehrten, auch mit Samuel Johnson — der ihn einen schönen Geist unterden Lords und einen Lord unter den schönen Geistern nannte und von seinen Briefensagte, daß sie die Moral einer Buhlerin und die Sitten eines Tanzmeisters lehrten— i» vertrautenVerhältnissen gestanden. Er starb, 79Iahrealt, d.Li.März 1773.

<7 li cv -> I (H, zu beiden Seiten eines Gegenstandes, gleichsam darauf rei-tend. So befindet sich militairisch ein Corps ü <:i><.>v->I eines Flusses, wenn dereine Flügel am rechten, der andre am linken Ufer desselben steht.