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ehe er geboren war, und ward von seinem S. I. an bei einem Oheim zu Rom erzo-gen. Er studirte bei den Jesuiten ; der Wetteifer erhöhte seine vorhin schwachenKörperkräfte, und bis zum 20. I. vollendete er seinen Cursug der schönen Wissen-schaften und der Philosophie. Sehr lehrreich ward ihm der Unigang mit Muret,Paulus Manutius , Speroni und a. gelehrten Männern. Nach seines Oheims Todetrat er in die Dienste des Cardinals Cornaro, mußte aber dieselben nach einigenJahren verlassen, da ihm die Rache, die er für eine von einem römischen Edelmanneihm angethane Beleidigung genommen hatte, nicht erlaubte, länger in Rom zubleiben. Er ging in sein Vaterland zurück, verheirathete sich, fast 50 I. alt, undlebte, zwar nur in mittelmäßigen, jedoch unabhängigen Glücksumständen. Gei-stig und körperlich gesund, erreichte er ein hohes Alter, und starb zu Savona den14. October 1637. Sein poetisches Genie hatte sich spät entwickelt. Erst in seinemDaterlande sing er an, die Dichter mit Aufmerksamkeit zu lesen. Die Griechen,und unter diesen Pindar, zogen ihn am meisten an. Aus der Bewunderung fürLetzter» entsprang die Begierde, ihn nachzuahmen. So schuf er sich eine eigne Gat-tung und Schreibart, welche ihn von allen andern italienischen Lyrikern unterschei-den und ihm den Beinamen des italienischen Pindar er warben. Es gelang ihm nichtminder, die geistreiche Naivetät und die Anmuth Anakreon's nachzuahmen; seineCanzonetten haben ebenso viel Leichtigkeit und Eleganz, als seine großen CanzonenErhabenheit. Außerdem ist er Verfasser mehrer epischen, dramatischen, bukolischenund andrer Gedichte. Sein Ruf verbreitete sich bald durch ganz Italien ; er besuchteRom, aber verweilte nur in Florenz und Genua . Überall ward er mit Geschenken,Auszeichnungen und Ehrenzeichen überhäuft.
Ch i aram o nti, der Familienname des Papstes Pins VIl. (s. d.). Dadieser, wie seine Vorgänger, ClemensAlV. und PiuS Vl., von denen das äl„ze unLio-t-li-niriitlinim seinen Namen hat, die Kunstschätze, welche der Vatican um-schließt, vermehrte und das Hinzugekommene würdig aufstellen ließ, so hat mandie durch ihn und unter seiner Regierung im Vatican entstandenen Museen eben-falls nach seinem Namen genannt. Vornehmlich führt ihn die Sammlung antikerStatuen und Basreliefs, welche in einem großen, an das älu^eun, l'la-i.',!«>>>> >,-lliiu,» angrenzenden Saale aufgestellt ist. Auswahl und Aufstellung derselbenwar Canova übertragen. Die Beschreibung und Abbildung dieses Museums („llhiusco (äliluiinuttiitl (lesrilltn vll llliUilint» <>!, I'lllpp» hineiln Vliieuntl eOulü. .Oll. Ou.'.tMui ew.", Rom 1818, Fol.) schließt sich als Supplement andas von Giamb. und Ennio O.uir. Visconti hcrausgeg. Werk über das ?ic>-tlleini'xiiiio an. >— Als Eingang in das älu^r» Öl>ü>ii>mc>,ili und in die vatica-nische Bibliothek dient das älusku (Olii.animcmll) <>clle lnzerirloul, das Museumgriech. und röm. Inschriften, welche in einem langen Torridor an den Wändeneingemauert sind: eine Sammlung, dergleichen es in Europa keine andre gibt.Der Papst ließ sie durch Gaet. Marini aufstellen und anordnen. Man kommtin dieselbe durch die Loggien des DaticanS. Endlich gibt es auch eine lül.Iln-tec, tlliiurnuittiili; dieses ist die ganze Bibliothek des Eardinals Zelada, womitPapst Leo Vll. den Vatican bereichert hat. 44.
Chiari (Pietro), ein fruchtbarer komischer Dichter und Romanschreiber,geb. zu Brescia gegen den Anfang des 18. Jahrh., trat nach Beendigung s. Sta-dien bei den Jesuiten ein, ward aber bald Weltgeistlicher und lebte als solcher, freivon Geschäften, einzig den Wissenschaften. Mit dem Titel eines HofoichterS desHerzogs von Modena ließ er sich in Venedig nieder, wo er innerhalb 10 oder 12 I.mehr als 60 Komödien aufs Theater brachte. C. und Goldoni waren Nebenbuhler,aber das Publicum ertheilte dem Letzter» die Palme. Die versificirten Ltücke neh-men 10 Bde., die in Prosa abgefaßten 4 Bde. ein. Es fehlte ihm nicht an Erfin-dung, noch an kunstreicher Behandlung eines Stoffs, aber sein Styl ist ohne Kraft,