Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Chimara Chimay

Reich hofften und sogar die GeschlechtSlnst nicht von den Genüssen desselben aus-schlössen. Seitdem verwarf dieKirche dcnChiliasniuS mit andern jüdischen Fabeln.Die Erwartung des jüngsten Tages im I.1000 n. Ch. gab ihm nur auf kurze Zeiteiniges Gewicht, und den durch dieKreuzzügeangeregtenähnlichenHoffnimgen nahmderErfolg bald alles Ansehen. ZurZeit der Reformation erhielt derChiliaSmuS in-sofern neuesLeben, als sich mitseinenBildernder damals erwarketeSturz desPapst-thums leicht in Zusammenhang bringen ließ. Doch trugen sich damit nur fanatischeSekten, wie dieWiedertäufer und einzelne theosophische Schwärmer, an denen das17. Jahrh, reich war. Unter den Religions-, und Bürgerkriegen in Frankreich undEngland suchten die Verfolgten Trost in ch iliastischen Träumen, darauf gericth auchdie Gefühlsschwelgerei der Mystiker und O.uielisien unter den Katholiken, und diegelehrtesten, eifrigsten Freunde desChiliasmuS zeigten sich unter den Lutheranern inund nach dem dreißigjährigen Kriege. Am weitesten gingen darin die Weigelianer unddie Anhänger Petersen's (s. Apokatastase), doch unterhielt die bis in die Mittedes 18. Jahrh, sehr beliebte Beschäftigung mit Grübeleien über die prophetischenBücher der Bibel, besonders über die Apokalypse, den Geschmack an chiliastischenVorstellungen auch bei vielen sonst gcmäßtgken und nüchternen Theologen. Da diephilosophische Rechtfertigung desChiliasmuS, die zwei englische Naturforscher, Tho-mas Durnet und Whiston, versucht hatten, wegen ihres religiösen Skepticismusden Rechtgläubigen nicht zusagen konnte, erschöpften sich einigeApokalyptiker, unterdenen B e n g e l (s. d.) eine eigne Schule bildete, in künstlichen Berechnungen, umwenigstens die Zeit zu bestimmen, in der dasReich Christi anbrechen werde. Bengelgab ihm die Dauer von 2000 I. und sehte diesen Zeitpunkt auf dasI. 1838. Wäh-rend seine Schüler sich an sehr sinnlichen Beschreibungen des Reiches Christi weide-ten, fielen Lavater und Jung Drilling mit größer»! Reichthum an poetischerKraft,doch noch geringerer Umsicht und Gelehrsamkeit, auf ähnliche Einbildungen undWeissagungen, mit denen sie ihre Anhänger bis in das 19. Jahrh, unterhalten ha-ben. Unter den Spielen einer aufAbcnteucr auSgehendenPhantasie ist derChiliaS-muSeins der nutzlosesten und dabei gefährlichsten. Empörung gegen alles Bestehende,Haß gegen die miklebenden Menschen, Indolenz und geistlicherHochmuth sind seineFrüchte, und die Proben der Buße, zu denen er etwa antreiben könnte, Wirkungendes Schreckens ohne sittlichen Werth. Nur mit Wehmuth kann man daher imGefolge des Qbscurantismus und der Frömmelei, die sich der Zeitgenossen bemäch-tigen wollen, chiliastifche Träume wiederkehren sehen. (Vgl. Krüdener.) 31.

Chimära , ein fabelhaftes Ungeheuer mit einem Löwenkopfe, Ziegenleibe,Drachenschwanze und feuerspeiendem Rachen, das die Gefilde Lyciens verwüsteteund von Be llerophon (s. d.) besiegt wurde. Seine Gestalt beschreiben dieDich-ter als eine unnatürliche Zusammensetzung der ungleichartigsten Theile. DaherChimäre ein Unding, eine unnatürliche Geburt der Phantasie. Nach Einigen warChimära ein feuerspeiender Berg in Lycien . auf dessen Gipfel Löwen hausten, umdessen Mitte Ziegen weideten und an dessen Fuße sich giftige Schlangen aufhielten.Bellerophon soll der Erste gewesen sein, der diesen Berg bewohnbar machte.

Chimay (Prinzessin von. Thcrese, geschiedene Tallien). Diese durch ihreSchicksale berühmte Frau ist die Tochter des Grafen Cabarrus (s.d.) und einerDem. Galabert aus Saragossa . Mit eüier seltenen Schönheit und einem feurigenTemperamente ausgestattet, gab sie sich früb ihren Neigungen hin, und es entspannsich bald eine Intrigue zwischen ihr und dem Prinzen Listenay, der auö Paris nach Madrid gekommen war, um die Tochter des Herzogs Lavauguyon, franz.Botschafters am spanischen Hofe, zu heirathen. Ihre Familie begünstigte dagegendieBewerbungen desPai lamentSratyS, Herr» vonFontenay; Therese Verbandsichmit demselben und folgte ihrem Gemahl nach Paris , wo sie kurz vor dem Aus,bzuch der Revolution eintrafen. Sie umfaßte die Grundsätze derselben mit dem