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Chimborasso
größten Feuer, schloß sich den ausgezeichnetsten Mitgliedern der constituirendenVersammlung an und versammelte die glänzendste Gesellschaft um sich. IhreVerbindung mit Herrn von Fonkenay war indeß nicht glücklich; sie benutzte daherdie neue Gesetzgebung über Ehescheidung, um sich 1793 von ihm, der sich zugleichden Emigranten anschloß, zu trennen. Sie ward jetzt die Beschützerin aller litera-rischen und künstlerischen Vereine, interessiere sich besonders für Laharpe'S Vorle-sungen ((lnnis <Ie üttlrntnx-), die dieser im pariserLyceum hielt, und bei welchensich die erste und glänzendste Gesellschaft i» Paris vereinigte. Indessen entwickeltesich in Paris der Terrorismug nach den Tagen des 31. Mai aus eine furchtbareWeise, und Therese glaubte in Bordeaux den Gefahren desselben besser als in derHauptstadt ausweichen zu können; hier traf sie den Deputieren des ConventS,Tallien , den sie früher als Eommis in dem Bureau Alexanders von Lameth, derin der constituirenden Versammlung Rapporteur im Militärausschuß war, flüchtiggekannt hatte. Tallien war auf Mission in Bordeaux und handhabte die blutigenDecrere des Nationalconvents ganz im Sinne jener Zeit. Indeß schloß er sichder eben so schönen als mild gesinnten Frau v. Fonkenay an, und es entstand baldein vertrauliches Verhältniß zwischen ihnen. Sie scheint sich Tallien nur unter derBedingung ergeben zu haben, daß er sich seines Einflusses bedienen solle, um vonder Stadt Bordeaux das grausame Schicksal abzuwenden, das derselben, wie Lyon und N.»^es, wo die Fusilladen und Noyaden an der Tagesordnung waren, bevor:stand. Bald aber bemerkte der Wohlfahrtsausschuß, daß Tallien nicht mehr imZenith der Revolutionsgrundsätze stehe; er rief ihn zur Verantwortung nach Paris zurück, Therese wurde verhaftet und ebenfalls nach Paris geführt, um vor dem Re-volutionstribunal zu erscheinen. Man nahte sich dem 9. Thermidor (27. Juli1791); Danton's Blut rauchte noch. Robespierre hatte einen neuen Gewaltstreichim Sinn: mit Einem Schlage sollten alle Deputirte, die diesem furchtbaren aberniedergeschmetterten Dolkstribun, seinem Gegner, angehangen halten, vernichtetwerden. An der Spitze derselben stand Tallien . Therese war bestimmt, ihm aus'SBlutgerüst zu folgen. Das Geheimniß des Tyrannen wurde verrathen; die Liebefür Therese begeisterte Tallien, und der 9. Thermidor befreite Frankreich von einemUngeheuer. Wenige Tage nachher verband sich Frau von Fontcnay mit Tallienam Altare. Sie wirkte sehr wohlthätig auf Tallien's öffentliches Lebe», und ihrganzes Streben war nur darauf gerichtet, Unglücklichen und durch die RevolutionVerfolgten beizustehen. Auch zog sie ebenso durch ihre eben in der höchsten Blüthestehende Schönheit als durch ihre so wohlthätig wirkende politische Stellung aufsneue die Augen von ganz Paris auf sich, und wo sie imTheater und an öffentlichenOrten erschien, wurden ihr stets laute Huldigungen zu Theil. Sie war nebstIosephine von Bcauharnais, nachmaliger Gemahlin Bonaparte's die erste Zierdeder glänzenden Cirkel, welche Barras um sich versammelte. Ihre Dankbarkeitfür ihren Gemahl verhinderte übrigens andre vorübergehende Verbindungen nicht,die Laune oder Phantasie für sie herbeiführten. Tallien folgte Bonaparten »achÄgypten . Der Abwesende wurde vergessen. Sie ließ sich durch die Gesetze förmlichvon ihm trennen; doch blieb stets ein freundschaftliches Verhältniß zwischen ihnen.Napoleon , der vorseinerVerbindungmic Iosephine fürMadameTalliencine großeLeidenschaft empfunden, zog sich als erster Consul und noch'mehr als Kaiser ganzvon ihr zurück und gestattete ihr durchaus keinen Zutritt an seinen Hos. Dies warfsie in die Opposition und führte zu ihren Verbindungen mit Frau von Stall undmit ihrem jetzigen dritte» Gemahl, dem Grafen Frangois Caraman, den sie1805 heirathete, und der später, in Folge von Erbschaftsverhältnissen, den Titeleines Prinzen v. Chimay annahm. A»S dieser Ehe sind 4 Kinder entsprossen. Sielebt gegenwärtig abwechselnd auf den Gütern ihres Gemahls und in Paris .
Ehimborasso, s. Cordilleras.