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Zweiter Band. Bo bis C.
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China (Anbau)

den kleinen Berg Mei-ling untersucht, der sich 3600 Fuß über den See Po-vangerhebt. Die Gebirge im Nordwesten scheinen nicht sowol regelmäßige Ketten alseine Folge von Terrassen zu bilden. Außerdem ist die Provinz Schau-si voll Gerbirge, die zu einer von den Ufern des Amurfiuffes quer durch die Mongolei lau;senden Kette zu gehören scheinen und fast alle senkrechte Felsen sind. Auch die Pro-vinz Schan-tong ist größrentheils eine gebirgige Halbinsel. Diese Gebirge, welcheKohlenminen enthalten, bilden eine von den übrigen Bergen Chinas ganz ge-trennte Gruppe. Die größten Ebenen finden sich in der Provinz Kiang-nan, zwi-schen den beiden großen Flüssen Hoang-Ho und Pang-lse-kiang. Jener, oderder gelbe Fluß, entspringt aus 2 See» im Lande der Kalmücken von Hoho-nor;dieser, oder der blaue Fluß, nimmt seinen Ursprung im N. von Tibet , unfernder Wüste Kobi. Beide strömen schnell von den Höhe» Mittelasiens herabund begegnen jeder einer Bergreihe, welche sie zu einem weiten Umwege nöthigt,den Hoang-Ho nach N., den Vang-lse-klang nach S., worauf sie sich wiedernähern und in einer Entfernung von nur 40 Meilen ihren Lauf endigen. Au-ßerdem nennen wir den Fuen-Ho, den Honi-Ho und den Hoay-Ho, welche inden blauen Fluß fallen, den Valon-klang, der 125 Meilen durchläuft, denTchoue oder Pang-kiang, La-kiang, und Vuen-kiang, welche sich unmittelbarmit dem gelben Fluß, und den Huen und Po», welche sich mittelst zweierSeen nur dem blauen Flusse vereinigen. Unabhängig sind der Hoan-kiang im S.,der sich in den Meerbusen von Kanron, und der Pay-ho im N., der sich in denMeerbusen von Peking ergießt. Diese und unzählige andre Flüsse, welche durchzahlreiche Canäle verbunden sind, bieten unzubercchnende Vortheile für den Acker-bau und Handel dar. Der wichtigste Canal ist der 800 Meilen lange Kaisercanal,der mit einer Unterbrechung von einer einzigen Tagereise eine Wasserverbindungzwischen Pe-ting und Kanton gibt. Auch an Landsecn ist China reich, besondersdie Provinz Hu -quang, deren Name schon darauf hinweist. Der Poyang - hu istnach Staunten der größte Landsee in China , hingegen nach du Halde beträgt seinUmkreis nur 2u Mellen. Das Klima muß in einem Lande von solcher Ausdeh-nung sehr verschieden sein. Zm L. von China , nahe am Wendekreise, berrschteine große Hitze, die jedoch durch den Einfiuß der periodischen Winde gemildertwird. Die nordl. und östl. Gegenden sind ungleich kalter als die unter derselbenBreite gelegenen Länder Europas , wovon der Grund in der Höhe der Sonne, inder Naiur des mit Salpeter angefüllten Bodens, und endlich in dem Schnee liegt,welcher den größten Theil des Zahreg die Centralgcbirge Asiens bedeckt. Zn einemüberaus blühenden Zustande ist der Ackerbau Chinas , und der Hauptgegenstanddesselben der Reis. In den zu kalten oder zu trockenen nordwestlichen Gegendenersetzt man ihn durch europäische Gctreidearren und durch Moorhirse. Man bautferner Kartoffeln, Rüben, Bohnen, und vorzüglich cme Art Weißkohl. Dasurbare Land wird unausgesetzt bestellt, ohne brach zu liegen. Selbst die steilstenBerge findet man zugänglich gemacht, angebaut und aus kunstreiche Weise be-wässert. Die Art, wie die Wohnungen der Landleute liegen, trägt viel zu demblühenden Zustande des Ackerbaues bei, indem sie nicht in Dörfer vereinigt, son-dern zerstreut find. Man sieht hier weder Verzäunungen, noch Pforten, nochfönst eine Vorkehrung gegen wilde Thiere und Diebe. Die Frauen ziehen Seiden-würMer und spinnen Baumwolle; auch beschäftigen sie sich mit Verfertigung derZeuchc; denn die Frauen sind die einzigen Weber der Landes. Allgemein bekanntsind die Ehrfurchtsbezeigungen, welche die chinesische Regierung dem Ackerbau er-weist. Jährlich, am 15. Tage des ersten Mondes, findet diese Feierlichkeit statt.Der Kaiser begibt sich in großer Pracht, begleitet von den Prinzen und vornehmstenReichsbeamten, auf das dazu bestimmte Feld, wirst sich hier nieder und berührt9 Malinil der Stirn den Boden, um den Tien, den Gott des Himmels, Zu ver«