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ehren; er spricht mit lauter Stimme ein von dem Tribunal der Gebräuche abge-faßtes Nebet, in welchem er den Segen des höchsten Wesens für seine und seinesganzen Volkes Arbeit erfleht. Dann, als Oberpriester deö Reichs, opfert er einer»Stier deni Himmel, als Herrn aller Güter. Während man das Opfer auf demAltare darbringt, wird dem Kaiser ein mit einem Paar prächtig gezierter Stierebespannter Pflug gebracht; jener legt seinen kaiserlichen Schmuck ab, ergreift dieHandhabe des PflugS und zieht mehre Furchen durch die ganze Fläche des AckerS.Ein Gleiches thun nach ihm die vornehmsten Mandarinen. Das Fest schließt miteiner Vertheilung von Geld und Stoffen unter die Landleute. Auf ähnliche Weifeerscheint einige Zeit nachher der Kaiser wieder, um den Samen zu streuen. In denProvinzen des Reichs vollziehen an demselben Tage die Vicekönige die nämlicheFeierlichkeit. In der Baumzucht ist die Industrie der Chinesen weniger fort-geschritten. Sie besitzen viel Fruchibäume, aber sie thun wenig für ihre Veredlung.Das Pfropfen ist bei ihnen nicht gewöhnlich. Johannisbeeren, Himbeeren und,nach Einigen, selbst Oliven sind in China unbekannt. Aber die Natur hat demLande andre Reichthümer gegeben, die ihm eigen sind. Dahin gehört die Thee-pflanze, welche den Chinesen unermeßliche Vortheile bringt; ferner der Caittpher-baum, die Aloe, das Bambusrohr, das Zuckerrohr, die Indigopflanze, dieBaumwollenpflanze, die Rhabarberwurzel, die Firniß -, Seifen-., Talg-., Leim-,Wachs- und Lilschibäume w. Von HauSthieren haben die Chinesen alle inEuropa einheimische Arten, darunter das Schwein das zahlreichste ist, und außer-dem das Kamecl, das gewöhnlichste Lasithier. Don wilden Thieren nennen wirden Elefanten, das Rhinoceros, den Tiger, das Moschusihier, verschiedeneAffenarten, den Hirsch, das wilde Schwein, den Fuchs u. s. w. An zahmemGeflügel hat China Überfluß, besonders an Enten. Mehre Arten zeichnen sichdurch ein glänzendes Gefieder aus, besonders die Gold- und Silberfasanen, derSpornpfau. Die vielen Gewässer enthalten eine unglaubliche Menge vcn Fischen.Die Goldfische, die auch in China nur zum Schmuck aufbewahrt werden, sind be-kannt. Unter den Insekten ist das wichtigste der Seiden wurm, welcher allge-mein verbreitet ist und einheimisch zu sein scheint. Über die Producte des Mine-ralreichs Chinas besitzen wir wenig genaue Nachrichten. Die Silbei bergwerkeChinas sind ergiebig, aber man bearbeitet sie wenig. Das Gold wird meistens ausdem Sande der Flüffe in den Provinzen Se-tchuen und Puir-nan gewonnen.Alan prägt aber weder aus Gold noch aus Silber Münzen. Eine den Chineseneigenthümliche metallische Substanz ist das Toutenague, woraus sie Gesäße unddergl. verfertigen, und das Einige für einen sehr reinen Zink, Andre für eine künst-liche Mischung halten. Ferner hat China ein besonderes Kupfer, viel Quecksilber inPun-nan, Arsenik, aber weniger Blei und Zum. Don kostbaren Steinen besitzt esden Lapis lazuli, Bergkrystall , Magnet, verschiedene Marmcrarten, von den Erd-arten führen wir nur die Porzellanerde an. Auch das Salz nimmt eine vorzüglicheStelle ein, indem es der Gegenstand eines einträglichen Regierungsmonopols ist.
Die Gesichkszüge und der Ball des Hirnschädels beweise» die mongolischeAbkunft der Chinesen; doch hat ein Aufenthalt von mehren Jahrh, unter einemmilden sslinia die charakteristischen Kennzeichen gemildert. Eine Chineserin hältsich zur schön, wenn sie kleine Augen, etwas dicke Lippen, schlichtes und schwar-zes Haar und recht kleine Füße hat; letztere vollenden die Idee der Schönheit undwerden dadurch erlangt, daß man sie einschnürt und am WachSthume hindert. Beiden Mannen, gibt die Beleibtheit, als Zeiche» eines müßigen Lebens, einen An-spruch auf Hochachtung. Magere Leute gelten für talentlos. Die Vornehmenlassen die Nagel derFinger wachsen; Haare und Bart färben sie schwarz. Übrigenshaben die Chinesen die gewöhnlichen Tugenden und Laster eines sklavischen, kunsi-fleißigcn und handelnden Volks. Die Regierungöform ist unumschränkt mon-