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Chlna (Cultur)
archisch; doch können die Mandarinen und Tribunale dem Kaiser unterthänigeGegenvorstellungen machen. Der Kaiser nennt sich einen geheiligten Sohn desHimmels, alleinigen Vorsteher der Erde und Vater seines Volks. Er ist nach derVerfassung veigrflichcet, sich beständig mit Staatssachen zu beschäftigen. DerKaiser hat 3 Gemahlinnen, unter welchen nur eine den Titel und Rang einer Kai-serin führt. Die Residenz istPe-king, der Sommeraufenrhalt Tschehol. Sei-nem Bilde, seinem Throne,.werdcn Opfer gebracht; seine Person wird angebetet,man fällt vor ihm nieder. Öffentlich erscheint der Kaiser nie anders als mit 2000Lictoren, welche Ketten, Beile und andre Werkzeuge tragen, die den morgenlän-dischen Despotismus charakterisiren. Die Staatseinkünfte werden auf 200 Mill.Thaler geschätzt und bestehen größtemheils in Naturalien. Sieberuhen aufGrund-abgaben, aus Zöllen vom auswärtigen und inländischen Handel und auf einerKopfsteuer, zahlbar von allen Personen zwischen 20 und 60 I. Die chinesische Armee ist zwar sehr zahlreich (gegen 900,000 M.), scheint aber nicht im Standezusein, selbst unregelmäßigen asiatischen Truppen, geschweige europäischen Heerenwirksamen Widerstand zu leisten. Der chinesische Adel theilt sich in 2 Classen,den persönlichen und amtlichen. Unter dem erster» gibt es 5 Grade. Die 3 er-ster» werden nur Verwandten des Kaisers ertheilt und werden gewöhnlich durchPrinz überseht. Diese Prinzen müssen regelmäßig im Bezirke des kaiserl. Palasteswohnen. Die Titularen des persönlichen Adels haben sämmtlich den Vorrang vordem amtlichen Adel oder den Mandarinen. Den Rang der Mandarinen er-kennt man durch dicFarbe der Knöpfe an ihrenMüzen. Auch gibt es Titularman-darinen. In Allem hatChina 13 —14,000 Civilmandarinen, sie heißen Regenten,und 18,000 Kriegsmandarinen, erstere in 9, letztere in 5 Classen. Die höchsteReichsbehörde ist der Rath der Ministermandarinen. Diese arbeitet mit dem Kai-ser. Untergeordnete Cenrralbehörden sind: 1) Lipu (Wache der Beamten), hat inGnadensachen den Vertrag; 2)Ho-pu (Finanzcollegium); 3)Li-pu (Ceremonienge-richt); 4) Ping-pu (Oberkriegsrath); 5) Hong-pu (Iustizcollegium und Oberbau,amt (Kongpu). In jeder Provinz ist ei» Mandarin Statthalter. Ihm zur Seitesteht ein den Statthalter beobachtender und seine Befehle,vollziehender Rath. Inden Städten sind besondere Gerichte. Die Ceremonialkleidung der Mandarinen be-steht aus geblümtem Atlas, mit einem Überzüge von blauem Kreppflor. Dorn undhinten ist das Ehrenzeichen gestickt, welches ihren Civil- oder Militairrang bezeich-net. Das Recht, eine Pfauenfeder hinten auf der Mühe zu tragen, ist mit einemeuropäischen Ordenszcichen zu vergleichen und wird als eine besondere Gnadenbezei-gung ertheilt. Die gepriesene Weisheit der chinesischen Gesetze kann mit2Wor-icn charakterisier werden: eü sind gute Polizeiverordnungen, mit guten moralischenLehren begleitet. Sie lassen dem Kaiser wie den Mandarinen eine unbeschränkteGewalt über das Volk, das blinden Gehorsam gegen seine Obern als seine erstePflicht zu betrachten gewohnt ist. Unzählige Ceremonien erinnern jeden Augenblickan den Unterschied der Stände. (S. das „Chinesische Complimentirbuch in Ver-sen", gedr. zu Makao 1824.)
In Ansehung ihrer Geistesbildung sieht die Nation seit langer Zeit aufeiner "fast . »veränderten Stufe. Daran ist theils die allen Asiaten eigene Liebezum Alten, Herkömmlichen, theils der Mangel an geistigem Verkehr und Ideen-austausch schuld. Dieser wird besonders durch die Schwierigkeit der Schrift,welche nicht, wie die unselige, eine Buchstaben-, auch nicht eine Sylben-, sonderneine ^harakterschrist ist, verhindert. (S. Chinesische Sprache u. Literatur.)Das mechanische Talent haben sie in einem hohen Grade ausgebildet; auch ist ihreIndustrie m Bereitung von Stoffen, Porzellan, Lack u. dgl. bewundernswürdigund kann nur mit ihren Caugl-und Ganenanlagen, dem Ebenen von Gebirge»und ähnlichen Arbeiten, die sie ausgeführt haben, zusammengestellt werden. Mehre