Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Chlorin

I. den ersten Unterriebt erhalten hatte, bemerkte er, daß die Theorie des Klangesungleich mehr vernachlässigt war als andre Zweige der Physik, und entbranntevon Begierde, diesem Mangel abzuhelfen. Mathematik und Pbvsik, besondersin Beziehung auf die Tonkunst, sehten ihn in den Stand, für Theorie und.Aus-übung derselben neue Babnen zu brechen. Seit 1787 hat er sich durch mehreSchriften als tiefer Naturforscher bewahrt, besonders in Hinsicht aufKlang, Schallund Ton. Dahin gehören s. „Entdeckungen über die Theorie des Klanges" (Leipz.178'), „Beiträge zur Beförderung eines bessern Vertrags der Klanglehre", einSchreiben an die berl. Gesellschaft naturforsch. Freunde. Die vorzüglichste s.Schriften, ein ins. Gattung classisches Werk, ist jedoch s. „Akustik" (Leipz. 1802,ch, mit Kupf), welcher er Nachrichten zur Geschichte s akustischen Entdeckungenvorgesetzt hat. (Eine umgearb. franz. Übers. von ihm selbst erschien zu Paris 1806:„'»alle <>',1cou5ti,/»«".) Ferner sind zu erwähnen s. „Neuen Beiträge zurAkustik"(Leipz. 1817), und „Beiträge zur prakt. Akustik und zur Lehre vom Instrumentbau(ebend. 1822). C. ist der Ersinder deü Euphons und des Clavicylinders. DieseInstrumente bekanntzumachen, besuchte er binnen 10 Jahren, ausier den Hauptst.Deutschlands, Holland, Frankreich, Italien, Rußland, Dänemark , und über-all hat er die 'Achtung der Kenner sich erworben. Wir verdanken dieser Kunstreisemehre treffliche Aufsähe überMusik und Tonkünstler in der „Musikalischen Zeitung".1812 kam er in s. Vaterstadt zurück, wo er unaufhörlich mit neuen Versuchen be-schäftigt ist. Auch über die sogenannten Boliden oder feurige Meteore, deren Er-scheinungen, wie Flamme, Rauch, Knall u. s. w., wenig gemein haben mit denelektrischen Erscheinungen, mit denen man sie sonst verwechselte, hat er Untersuchun-gen angestellt. Er überzeugte sich, daß jene Erscheinungen nicht tellurischer, sondernkosmischer Art seien, und hat in 2 classischen Abhandlungen (..Über den Ursprung dervon Pallas gefundenen und andrer ihr ähnlicher Eisenmassen", Riga 179-t, und„Über Feuermeteore", Wien 1819) darzuthun gesucht: 1) daß die Erzählungen vonStem- oderEisenmassen keineTäuschunaen, sondernBeobachmngen eines wirklichenPhänomens, und daß 2) diese Massen und Meteore etwas unserm ErdkörperFremd-artiges seien und außerhalb unsererAtmossphäre her zu uns kommen. (Vgl. Me-teorsteine.) C. starb zu Breslau d. 3.Apr. 1827.

Chlorin. 1809 fanden die Chemiker Gay-Lussac und THAiard bei Beob-achtung des trockenen opydirt salzsauern Gases, daß es von Substanzen, welche einesehr starke Anziehung zum Sauerstoffe haben, nicht zerschr werte, es sei denn,daß jenes letzterm Wasserstoff entziehen könne. Sie fanden z. B., daß das orydircesalzsaure Gas, durch glühendesKohlenpulver getrieben, nur so lange in Salzsäureverwandelt wurde, als die Kohle Wasserstoff darbot, und daß, wenn dieses ver-schwunden war, das Gas kcine Wirkung auf die Kohle äußerte. Hieraus schloffensie, daß die oxydirke Salzsäure vielleicht ein einfacher Körper sei. Davy glaubte1810 gleichfalls gefunden zu haben, daß sie unzerlegbar sei, daß keine ihrer Zu-sammensetzungen mit brennbaren Materien Sauerstoff enthalte, daß die stärksteelektrische Kraft sie nicht zersetze, und daß bei der Annahme von der Zusannnensetz-kichkeit der Säure die Berechnungen nicht stimmen, wenn sie durch Körper zersetztwird. Daraus folgerte er, daß die orrdirte Salzsäure ein einfacher Körper sei,welchen er dem Drygengas verwandt hielt und nach ihrer gelblich-gi ünenFarbe Chlo-rin nannte. Davy'S Ansicht von der Natur der salzsauern Salze und der gemeinenSalzsäure streitet aber gegen alle Analogie, welche in Beziehung auf Classincakion»»zerlegter Körper die einzig sichere Führen» bleibt. Davv selbst hat die Euchlorin,welche man in GaSgcstalt bei Behandlung des übero.rydirt salffauern Gases mit ge-meiner Salzsaure erhält, als eine Verbindung der opvdirien Salzsaure mit Sauer-stoff kennen gelehrt, und diese Verbindung ist kaum denkbar, wenn man nicht dieChlorin als eine opvdirce Salzsaure betrachtet.