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Choc Chodowiecki
Choc, in der Kriegssprache, das Losstürzen anfdenFeind. Man gebrauchtes gewöhnlich von der Cavalerie. Soll ein solcher Angriff seine vollkommeneWir-kling thun, so ist dazu nöthig: einmal das Zusammenbleiben der Linie, damitder Anfall auf allen Punkten zugleich geschehe und der Feind auf einmal niederge-worfen werde; dann das Gewicht der Pferde, wodurch die Truppe Kraft zum Ein-dringen erlangt; endlich die möglichste Geschwindigkeit, weil dadurch die HeftigkeitdesChocS verdoppelt und dem Feinde die Fassung leichter benommen wird. Das An-reiten mußjedoch in einer steigenden Geschwindigkeit geschehen undmitderEnrfernungdes Feindes in Verhältniß stehen, das heißt: man beginnt durch einen kleinen Trott,fällt dann in einen gestreckten Trott, und in der Entfernung von 150 Schritten vomFeinde in Galopp, endlich bei den letzten 50 Schritten läßt man die Pferde im stärk-sten Carriere laufen, um den Feind mit ganzer Kraft über den Haufen zu werfen.
Chocolade, ein aus gerösteten und gestoßenen Cacaobohnen, Zucker, Ge-würznelken, Cardamomen und Vanille bereiteter Teig von röthlicher oder brau-ner Farbe, welcher, wenn er erkaltet, hart wird. Doch können auch einige Zu-thaten fehlen, z.B. die Vanille und Gewürze; dann heißt sie GesundheitSchocolade.Man pflegt sie in Tafeln zu gießen, welche zum Gebrauch zerrieben und in Wein,Milch oder Wasser, mit oder ohne einige Eidotter, gekocht werden, woraus einnahrhaftes Getränk wird. Die Amerikaner bedienten sich, lange bevor die Spa-nier Amerika entdeckten, dieses Getränks. Besonders bereiteten die alten Mexi-kaner, welche es Chocolatte nannten (von dem mexicanischen Choco, Geräusch,und Latte, Wasser), seit undenklichen Zeiten aus geröstetem und gestoßenem Cacaoeine Chocolade, welche sie mit Wasser verdünnten und mit Maismehl und Gewür-zen, besonders Zimmer und Vanille, versetzten. Als ihnen 1506 der Zucker be-kannt wurde, mischten sie auch davon hinzu. Von den Amerikanern lernten dieSpanier die Chocolade kenne», und durch diese kam sie nach Europa . Man hatsie, besonders m den neuesten Zeiten, auf mancherlei Weise verfälscht.
Choczim(Chotschim), eine wichtige, Kaminiec gegenüber gelegene, russischeGrenzfestung am rechten Ufer desDniester, in Bessarabien , mit25,000Einw. undbedeutendem Handel. Die hiesige Industrie beschäftigt sich ganz mitArmeebedürf-nissen. Die Türken ließen Choczim seit 1718 durch franz. Ingenieurs stärker befe-stigen, es wurde aber dennoch 1730, 1769 und 1788 von den Russen erobert. Jetzt,da der Pruth in Europa die Grenze beider Reiche macht, ist ihre Lage zu einemWaffenplatzundzurOrganisirung von Mannschaft und Kriegsmaterial sehr wichtig,
Chodowiecki , auSgespr. Chodowiezki (Daniel Nicolas), Maler undKupferstecher, geb. am 16. Ort. 1726 zu Danzig , erhielt von s. Vater als Neben-sache den ersten Unterricht in derMiniaturmalerei, die er, um nach des VatersTodes. Mutter zu unterstützen, mit großem Eifer betrieb. 1743 kam er nach Berlin zueinem Onkel, um s. in Danzig angefangenen Lehrjahre als Kaufmann zu vollenden;ins. Mußestunden machte er kleine MiniaturgemäldeaufDosen, die er an Kaufleuteverhandelte. Noch unbekannt mit den Grundsätzen der Composition, sah er durchZufall akademische Figuren und andre Zeichnungen, und ergab sich mit ganzem Ei-fer den neuen Studien. Schon s. ersten Versuche zogen die Blicke der Kenner aufsich; besonders machte 1756 ein kleiner Kupferstich, das Würfelspiel, die berlinerAkademie auf ihn aufmerksam. Diese Gesellschaft trug ihm auf, die Bilder fürihren Calender zu entwerfen, der dadurch einen großen Absatz fand. Während dessiebenjährigen Krieges stach er verschiedene darauf Bezug habende Gegenstände,unter andern die russischen Gefangene» zu Berlin , welches jetzt zu den seltensten vonfl, Blättern gehört. Die Geschichte des unglücklichen Jean Calas gab ihm denStoff zu einem sehr rührenden Gemälde, das er auf den Wunsch 'Aller, die essahen, auch in Kupfer ausführte. Die Abdrücke mit d. 1.1767 werden vorzüg-lich geschätzt. Einige I. zuvor hatte er die Lebensgeschichte Christi gemalt, zwar