Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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638
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Lüoleio moi-kun

638 Cholftul-Gonfficr

wendet wei den seilten. Der erste Consul sprach ihn frei und ließ ihn in ein neutra-les Land dringen, 1. Jan. 1800; 1801 gab er ihn» die Erlaubniß nach Frankreich zurückzukehren. Nach der Restauration wurde C. Generallieuk. In der Paus-,kammer hak er sich zur constituiionnellen Partei gehalten. Er schrieb: „lU-i-lii,,»cku ckoprii I, sie Uoui8 XVI, lo 20. 1»i» 1791", und die „II lxi. 6t z>rva>8 clesnaukii>^68 ,Io (.'..ifisiz" (beide in den „äl<sii>. >l>'8 6c>nl6,i>;»>i.-siii8").

C h o i s e u l - G o u ff i e r (Marie Gabriel Auguste, Grafvon), Pair vonFrankreich, geb. 1752, nahm den Namen haussier nach seiner Vermählung mitdem Fräulein von Gouffier an. 1776 machte er eine Reise nach Griechenland undAsien . Wegen seiner für die Wissenschaft so reichhaltigen Reisebeschreibung warder Mitglied der Akademie. 1784 ging er als Botschafter nach Konstantinopel und nahm viele Gelehrte und Künstler mit, in deren Gemeinschaft er sich, währendseiner Mußestunden, mit gelehrten Nachsuchungen beschäftigte. 1791 wurde erzum Gesandte» am londner Hofe ernannt, blieb aber in Konstantinopel und rich-tete alle seine Noten an die damals in Deutschland lebendenBrüder Ludwigs XVI.Bei dem Rückzüge aus Champagne aber siel sein Briefwechsel in die Hände derRepublikaner, Und am 22. Ocr. 1792 ward von dem Convente Vkl'hckft gegen ihnbeschlossen. Er verließ daher Konstantinopel und begab sich nach Rußland , wo dieKaiserin ihm eine Pension als Akademiker zugestand. Zm Febr. 1797 ward ervom Kaiser Paul I. zum Geh.-Rathe ernannt. 1802 kam er nach Frankreich zu-rück und nahm das Jahr darauf seinen Platz in der Eigenschaft eines Mitgliedesder chem. Akademie in dem Nationalinstitute und neuerlich in der Akademie wiederein. Er starb im Sommer 1817. Von seiner isiitm esguc cko !.-> O,

erschien 1809 die 1. Lief., die 2. 1820, die 3. 1824 , gr. Fol., Kpf. u. Atl. Dererste Band der Reise erschien 1782. — 1816 las er eine gegen die deutschen Philo-sophen gerichtete „Olsdertalian ->ur llomcru" in der- Akademie der Anschriften vor.

l> o I er ,-l m c, r b u s (von die Galle), die Gallenruhr, aucbBrech-kolik, ist wesentlich verschieden von der acuten asiatischen oder indischen Cholera.Diese letztere, die morgenländische Brechruhr, scheint der heftigste Grad von Ma-genentzündung zu sein, welche das Sonnengesiechte (I'lexn-i zobn is) ergreift undnach wenig Stunden durch Lähmung des Pulses den Tod herbeiführt. Sie wardfrüher von indischen Ärzten für nicht ansteckungSfähig gehalten. Allein von 1817<— 19 raffte sie in Zndien über 3 Milk. Menschen weg. Wer von der Krank-heit befallen wurde, empfand plötzlich, ohne daß ein Übelbefinden vorherging,schneidende Schmerzen und einen Druck in der Herzgrube, welche ein lautes Ge-schrei auspreßten. Zugleich stellten sich Erbrechen und Ausleerungen ein, nichtvon Galle , sondern von unglaublich großen O.uantitäten eines weißlichen Wassersmit anfangs gelben, dann schwärzlichen Substanzen, bei heftige» Lichmerzen imDarmeariale und anhaltenden Krämpfen. Das Gesicht bekam ein leichenartigesAnsehen; die Oberfläche des ganzen Körpers wurde kalt, zumal Hände und Füße,Welche eine dunkelblaue, in schwarz übergehende Farbe annahmen; das Blut wichvon den äußern Theilen zurück und häufte sich in den Höhlungen der Brust, desUnterleibes und des Kopfes an, wobei das Herz gewaltsam arbeitete, um die Blut-masse, deren Umlauf gehemmt war, fortzutreiben; die Augen nahmen eine glän-zend rothe Farbe an; der Puls war unfühlbar; die Secretionen horten aus; dabeibrennender Durst und die äußerste Unruhe. Der Kranke verfiel in gänzliche Muth-losigkeit, und nach einem starken Blutverluste durch die Nase erfolgte bimen22—24 Stunde» der Tod. Das Übel ergriff fowol starke als schwache Na-turen, doch schienen Frauen und Kinder demselben weniger unterworfen zu ü'in;üucb verbreitete es sich ohne Unterschied über alle Stände und ArbeitSelassen. Nurdie Franken schützten sich durch Absonderung. Die Diät äußerte auf die Entwicke-lung dieser Krankheit einen entschiedenen Einfluß, und man bemerkte, daß Sub-