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Zweiter Band. Bo bis C.
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639
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Choliamb Chor 689

jecte, welche unmäßig viel Fruchte genossen, am schnellsten aufgerieben würben.Diese spasmodische (krampfartige) Cholera Indiens scheint dem Zuge der Caravanneu gefolgt zu sein; sie ist von Bengalen (Calcutta ) her seit 1817 von O. nach W.vorgeschritten, ohne je eine rückgängige Bewegung zu machen. 1821 verbreiretesie sich bis nach Schiraz (Hauptstadt der persischen Provinz Farsistan); im folg. I.war sie in TauriS, Hauptst. der pers. Provinz Aderbeizghan, und in andern Städ-ten Persiens ; 1823 drang sie bis an die westliche Grenze dieses Reichs und zeigtesich zuletzt in der türkischen Provinz Mossnl, auf den Küsten Ägyptens , SprienSund CvpernS. Die Krankheit offenbarte sich Werst in den niedrigsten und schmutzig-sten Quartieren der Städte, wo die ärmern Volksclassen am dichtesten beisammenwohnen; sie verbreitete sich von Quartier zu Quartier, indem sie jedes Mal erst indem einen austobte, ehe sie in einem ankern auSbrach. Am zerstörcndste» zeigtesie sich in niedrigen und stark bewohnten Häusern. Zuletzt erschien sie auch an hoch-liegenden Orten. Sie wurde jederzeit in den Sommermonaten wieder hervorge-rufen, nachdem die kältere Jahreszeit ihrem Grassiren Einhalt gethan hatte. DieDauer der beuche betrug an demselben Orte nie unter 14 und bisweilen über 30Tage. Man glaubt, daß ein Zehntel der Bevölkerung durch sie hingerafft wordensei, und nur ausnahmsweise entging ein Angesteckter dem Tode. Unter den ange-wandten Mitteln scheint man durch Blutentziehnng, warme Bäder, Opiate undCalomel die günstigsten Erfolge erlangt zu haben. Zu Astrachan , wo diese Seucheim Herbste 1823 ausgebrochen war, von den Ärzten jedoch nicht für ansteckend ge-halten wurde, nahm die ruff. Regierung so zweckmäßige Maßregeln, daß sie baldaufhörte. S. das „Magaz. der ausländ. Literat. der Heilkunde, von Gerson undJulius" (Hamb. 1824). Die ostind. Cholera hat 14. Jak. Iameson beschrieben.

Choliamb, der hinkende Iambe, jambische HinkverS, sonst auch Skazonund Hipponaktischer Vers genannt, weil sich seiner der Satyriker Hipponax ausEphesuS bediente, oder ihn gar erfand. Der jambische Hinkvers ist ein jambischerSechssüßler, dessen letzter Fuß statt des erwarteten Iamben einen Trochäus oderSpondäus hat, wodurch er die hinkende Bewegung erhält, wie z. B. der bekannt«Vers: ^

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Der Choliamlbe scheint cin Ders I für Knnstrichler,oder nach auch Apel S Beispiel:

Wir singe» miigeniret gleich! den Waldvogeln.

Daß man den Cholianib zu komischen Wirkungen vorcheilhaft anwenden könne,ergibt sich aus seinem Bau. In Zimmermann's „Dramaturg. Blättern", Nr. 8,ist über diesen Gegenstand mit Einsicht gesprochen worden.

Chor (Schauspielkunst und Musik), ursprünglich ein Trupp Sänger undTänzer, welche bei festlichen Gelegenheiten den Pomp und das Feierliche derselbenerhöhen mußten. So war es auch unstreitig bei der Tragödie und Komödie, inwelchen der Chor ursprünglich der Hauptbestandtheil, der geschichtlichen Bedeutungnach die Grundlage war. In der Folge wurden die Chöre freilich nur zur Neben-sache gemacht. In der Blüthenzeit der attischen Tragödie war der Chor eine Ge-sellschaft von Personen männlichen und weiblichen Geschlechts, die während derganzen Vorstellung Zuschauer oder vielmehr Zeugen der Handlung waren undauf dem Schauplatze fortwährend zugegen blieben. Stand die Handlung still, sosang der Chor Lieder, welche eine Beziehung auf diese hatten, und entweder denEindruck verstärken oder die Empfindungen über den Vorgang der Handlung aus-drücken sollten, nahm wol auch bisweilen durch Bemerkungen gegen die handeln-den Personen, durch Rath, durch Trost, durch Ermahnung oder Abrakhung ander Handlung selbst Theil; früher erschien er als Hauptperson der Handlung, wie