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Choral Choregraphio
noch zuweilen bei ÄschpluS. Er stellte gemeiniglich einen Theil oder die Ältestendes Volks, bei welchem die Handlung vorging, wol auch die Räche des Königsu. s. w. vor; und nie konnte der Thor aus der Tragödie wegbleiben, ja, dem erstenoben angeführre» Ursprünge nach, nicht einmal die Bühne verlasse». Anfangswaren es auch sehr viele, bisweilen auf 50 Personen, welche den Thor ausmach-ten; in der Folge wurde die Zahl bis auf 15 beschränkt. Die Ausstattung desThors war in Athen eine bürgerliche Ehrenlast und hießThoragie. Der Anführeroder Vorsteher eines solchen Thors hieß Koriphäus, der «ich da, wo jener An-theil an der Handlung nahm, im Namen der Übrigen sprach; bisweilen theilte sichder Thor in 2 Theile, welche abwechselnd sangen. Diese Abtheilungen des Chors,welche man, vielleicht nicht ganz richtig, Thore zu nennen pstegt, waren dann inBewegung und gingen von einer Seite des Theaters nach der andern, von welchenBewegungen die verschiedenen Benennungen der einzelnen Lieder oder Absähe her-rührten, nämlich Strophe, Antistrophe und Epode. Wie aber die Musik, nach wel-cher dieser Thor gesungen wurde, beschaffen gewesen sei, darüber läßt sich nichts Be-stimmtes sagen; wahrscheinlich ist, daß es vielmehr eine Art feierlicher Rede nacheinem bestimmten Maße gewesen, und daß überhaupt die Meledien derselben, wennma i sie so nennen darf, bloß in Einklängen und Dctaven bestanden haben undsehr einfach gewesen seien. Sie wurden auch von den Instrumenten, welche etwaeinige Flöten waren, Ton für Ton im Einklänge begleitet. Mit dem Verfalle deralten Tragödie ist nachher der Thor in den Trauerspielen abgekommen, und erst dieTrauerspieldichker unserer Zeit, und Schiller als der Erste s. dessen Vorrede zur„Braut von Messina "), haben wieder einen Versuch gemacht, ihn nach Art der Al-ten auf unsere Bühne zu bringen. Daß übrigens in unserer heutigen Musik derChor einen vier - oder auch mehrstimmigen (Gesang ausmacht, wobei jede Stimmemit mehren Sängern oder Sängerinnen besetzt ist, und das Gehör mit aller Prachtder Harmonie und Schönheit der Melodie zu rühren weiß, ist bekannt. DieseChöre, welche durchaus von jenen der alten Griechen verschieden sind, drücken ent-weder freudigen Zuruf, oder Verwunderung, Schmerz, Anbetung ic. einer Volks-menge aus, und sind, wie bekannt, von großer Wirkung, aber auch für den Ton-setzer eine besonders schwierige Aufgabe. — Thor heißt auch der obere Theil derKirche, wo der Haupraltar steht. Man nennt die katholischen Tanonici Chor-herren, weil sie dort ihre Sing- und Betstunde halten. — Thorbischof istein Geistlicher, dem der Bischof über einen Theil seines Sprengels die Aufsicht an-vertraute. — Thorgericht, ein Gericht, welches der Bischof und die Chorherrenum einen Tisch halten, auf welchem Kerzen stammen, und mitten aus dem Tischeein Religuienkasten zu stehen pstegt.
Thoral (franz. l'!i>i>>-,weniger richtig Lleiu-olioni), die Melodie,nach welcher die geistlichen Lieder beim öffentliche» Gottesdienste von der ganzenGemeinde gesungen werden, und die aus lauter sich langsam fortbewegenden me-lodischen Hauptnoten besteht. Dadurch bekommt der Choral den Charakter desErnstes und der Würde, wodurch er das Herz zu frommen Empfindungen stimmt.Choral lieht dann auch für den Gesang selbst.
Choreg raphie (Tanzvorzeichnung), die Erfindung neuerer Zeit, dieTänze durch Zeichen anzudeuten, wie der Gesang durch Noten angedeuiet wird.Sie beschreibt den Weg, den jeder Tänzer nimmt (welches man die Figur oder dieTouren nennt), die Glieder oder Theile des Wegs, die zu jedem Takte und zu jeden,Takttheile der Musik gehören, nämlich was in jeder Zeit und auf jeder Note ge-schieht, die Stellung der Füße, der Arme und des Leibe?, die Bewegungen ohneFortrücken u. die Bewegungen mit Fortrücken oder die Schritte. Dabei wird auchdie Geschwindigkeit für jede Bewegung angemerkt, wodurch das Garze dem !a»z-kundigen ebenso verständlich wird wie ein Musikstück dem Tonkünstlcr. Auch tak-