Choriambe Christ (Joseph Anton) 641
tische Zeichnungen, welche die Stellung, Bewegung und Evolutionen andeutensollen, nannte man choregraphische.
Choriambe, s. Rhythmus
Chorographie , die Beschreibung einer einzelnen Gegend, im Gegen-satze der Geographie (Erdbeschreibung.) Desgleichen auch die Kunst, Provinz»«harten zu zeichnen.
Chouans , im stanz. Revolutionskriege, die damals sogenannte» Aufrüh-rer am rechte» und Küken Ufer der Loire ; eigentlich führten diese» Namen nur dieköniglich gesinnten Bewohner des rechten Ufere-der Loire im ehemaligen Bretagne ,Anjou und Maure. Die Fläche Landes, wo hauptsäcblich der Kriegsschauplatzeröffnet war, bildet beinahe ein Biereck, wovon die Städte Nantes, Angers ,Mayenne und RenneS die Winkel sind; aber die Streifereien erstreckten sich biswei-len noch weiter längs der Küste hin, bis zu der Stadt L'Orienk. Die BenennungChouans leiten Einige von dem Namen der Söhne eines SchmideS ab, welche in je-nen Gegenden zuerst Aufruhr gepredigt haben sollen. Andre wollen den ersten Grundderselben in der sehlerbaftenAussprache desWortes eI>i>t-!>»,->»i (Nachteule) finden.Nach Angabe der Lehrern soll eine Gesellschaft von Schleichhändlern, welche vor derRevolution ein anselm liches Gewerbe mit heimlicher Ausfuhr des Salzes aus der ei-ner Ständeverwaltung genießenden Bretagne in die benachbarten Provinzen trieb,sich an den nachgeahmten Tönen derNachteule untereinander erkannt haben, um sichgegenseitig zu Hülse zu kommen, wenn etwa eins ihrer Mitglieder das Unglück hatte,einen Aufseher anzutreffen. Durch die Revolution wurde das Handwerk dieserLeute, welche größtenrheils keine andre Beschäftigung kannten, überflüssig; da sienun aber einnial an ein herumstreifendes Lebe» gewöhnt waren, durchzogen sie dasLand und wurden Räuber; mchres Gesinde! gesellte sich zu ihnen, und so wuchs ihrHaufe. Anfänglich war Mord und Plünderung ihre Hauptabsicht; nachher aberschloffen sie sich an die Vende er (s. d.), um mit diesen für Religion und König-thum zu kämpfen, und theilten deren Schicksal. Nach der Rückkehr Ludwigs XVI11.sind verschiedene ehemalige Häupter der Chouans für ihre einst bewiesene Anhäng-lichkeit ehrenvoll ausgezeichnet worden,
Chrisam griech.), das heilige Salböl von Oliven mit Balsam
vermischt, das am grünen Donnerstage von einem katholischen Bischöfe bereitetund bei der Taufe, Firmelung, Priesterweihe und letzten Ölung gebraucht wird.Daher Christus, der Gesalbte.
Christ (Joseph'Anton), Schauspieler, geb. in Wien 17-24, studirte beiden Jesuiten und machte nachher als Husar einen Theil des siebenjährigen Kriegesmit. Nach dem Kriege trat er in Civstdienste, heirakhete heimlich ein FräuleinPeixoto de Costa, ging mit ihr nach Salzburg und trat hier unter fremdem Na-men in die Zlgner'sche Truppe. Er stand späterhin bei den Theatern in Klagen«fürt (wo er sich zum Tänzer ausbildete), in Dien, Prag, Braunschweig und (1774,unter dem alten Döbbelin) in Dresden . Als Seiler an Döbbelin's Stelle trat,sah dieser sich von der ganzen Truppe verlassen. Nur C. folgte ihm nach Berlin ,ging jedoch 1778 zu Schröder und 1779 zu Bondini nach Dresden . Bessere Ver-hältnisse bewogen ihn, einen. Rufe nach Petersburg zu folgen. Da er aber auf dieDauer nicht gefiel, ging er bald nach Riga , wo er seine Frau verlor und sich mitder Witwe Blanck verheirarheke. Aus dieser Ehe entsprang die verehelichte FrauSchirmer, eine der Zierden des k. sächsischen HostheaterS. Nach bjährigem Auf-enthalt in Riga ging C. nach Mainz und kehrte 1793 zum dritten Mal nach Dres-den zu Franz Seconda zurück, wo er, von allen Freunden der Kunst geachtet,sein SOjährigeS Jubiläum feierte und 1824 starb. C.'s musterhafter Anstand,sein tiefes Gefühl, seine Kenntniß der Buhne, die künstlerische Berechnung desZuviel und Zuwenig in allen seinen Leistungen und überhaupt jenes Gediegene,Cviiversalions-Lerieon. Dä. n. 41