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Zweiter Band. Bo bis C.
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Christ (Johann Friedrich) Christenthum

das die Schauspieler aus der alten Schule (von Seiler, Eckhos und Schröder)auszeichnet, weisen ihm einen hohen Rang unter den ersten deutschen >L?chau-spielern an. Er bet mehre Rollen, wie eü die Franzosen nennen, geschaffen;unter diesen mag Riccaut in Lessing's „Minna von Barnhelm " wol die bedeu-tendste gewesen sein.

Christ (Iobann Friedrich), geb. 1701 zu Koburg, Pros. der Dichtkunst zuLeipzig , wo er am 3. Aug. 1756 starb, hatte als Führer eines jungen Mannes eineReise nach Holland, England und Italien gemacht. Mit großem >Lcharss>nn ver-band er eine Gelehrsamkeit von seltener Tiefe und Mannigfaltigkeit. VerborgeneQuellen aufzufinden oder doch auf eine neue Art zu benutzen, auch in den gering-sten Bruchstücken Theile eines größer» Ganze» und Spuren eines innern Zusam-menhangs zu finden, gelang ihm, wie es Wenigen gelingt; dabei zeichneten seineForschungen eine Gründlichkeit, Umsicht und Scharfe aus, wie sie recht eigenlüchim Charakter des deutschen Gelehrten liegt. Aber derselbe nationale Charakter, zumTheil auch eine nicht immer von Geschmack zeugende Paradopiensucht war es, dieihm die klare und Jedermann ansprechende Darstellung der gefundenen Resultateselten gelingen ließ. Im Lateinischen wie im Deutschen aus Grundsätzen ein ent-schiedener Freund der veralteten Sprachformen, und in der, obg', ich nie verworrenen,sondern an sich sehr folgerechten Entwickelung seiner Ideen, ohne Rücksicht auf dasallgemein Übliche, immer nur dem Gange seiner Ideenreihe folgend, wird er oft dun-kel, ohne es zu wollen, und hüllt nicht selten den trefflichsten und eben erst mühsamgewonnenen Fund in neues Dunkel ein. Dessenungeachtet sind seine Schriften,eben we>l sie aus dem angegebenen Grunde bisher zum Theil viel zu wenig gelesenworden sind, des achtsamsten Studiums werth und belohnen die Muhe, welche manbisweilen aus sie zu wenden genöthigt ist, reichlich. Wir nennen seine gediegeneJugendarbeit: „Xoclc-z -,<'.-><l<-,»iu-ie" (Halle 1727, 1 St.), sein' Forschungenüber die Geschichte der Langobarden, (1728 und 1730), seine Biographie und'Apo-logie Macchiavelli's (1731), seine zu völlig neuen Resultaten führenden Untersn-.chungen über die murrhinischcn Gesäße der Alten (1713), s. noch nicht widerlegtenForschungen über die llnechtheir der Fabeln desPbadruS (1716 und 1718), seinfür jene Zeit einziges Werk über die Monogrammen der Maler und Kupferstecher(Leipz. 1717), durch welches er das Studium der Kunstgeschichte in Deutschland zuerst weckte, seinen Text zu den beiden ersten Taustnden der Lippcrt'schen Datiy-liothek (Leipzig 1718, 4.). Zugleich gebührt ,hm der Ruhm, der Schöpfer dereigentlichen Archäologie in Deutschland gewesen zu sein, zu deren Verbreitung erauch durch akademische Vorlesungen (herausgegeben von Zeune, Leipzig 1776)wirkte. Zu mehren seiner Schriften hat er die Kupfer selbst radirt. 52.

Christenthum, im objective» Sinne: der Inbegriff der Lehren, Ge-bräuche und kirchlichen Einrichtungen, durch welche die von Jesus Christus ausge-gangene Religion in das Leben der Völker eingeführt, allmälig entwickelt und inbeständiger Wirksamkeit erhalten worden ist; im subjectiven >Einne: das eigen-thümliche Gepräge, daö diese Religion den 'Ansichten, Gefühlen, Gesinnungen undSitten der ihr ergebenen Mensclen (der Christen) aufgedrückt hat. Die Wechsel-wirkung der Thatsache», auf denen dieser zwiefache Begriff des Christenthums be-ruht, ist so durchgreifend und mächtig, daß es nicht befremden kann, wenn derSprachgebrauch hier Beides vermengt, und eine durch den gleich anzuführenden Ver-such hinlänglich charakterisirte Rcligionsphilvsophie sogar versuchte, jenes, dasder Kirche doch das Ursprüngliche und unter göttlicher Beglaubigung Überlieferte ist,aus diesem, freilich dem eigentlich lebendigen und wirklichen Christenthume derGe-genwart, neu herzustellen. Das Christenthum, wie es jetzt in den GemulSernlebt, erhielt unter dem Einstufte der Priesterschaft, der Volksihümlichkeit, des Zeit-geistes lmd tausendfacher Reibungen mit Staat und Wissenschaft eine Dünge im-