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Christian Friedrich von Holstein
literarischen Gesellschaften, ward zu Cambridge I). der Rechte und hinterließ allent-balben den Ruf eines leutseligen und unterrichteten Fürsten. Anfangs stand derGraf I. H. G.v. Bernstvrss, der Friedrich» V. ganzes Vertrauen besessen hatte, ander spitze der Geschäfte: aber 1770 nahm Struensee (s. d.), deö Königs ?lrzt,der eine unumschränkte Gewalt über ihn gewonnen hatte und auch die junge unvor-sichtige .König,ii für sich einzunehmen wußte, diesen Posten ein. Die Neuerungen,welche dieser Munster vornahm, erregten den Haß des Adels und die Unzufrieden-heit des Militairs. Die herrschlustige verwitwete Königin (Julie Marie v-Braun-schweig, Stiefmutter Christians) war umsonst bemüht gewesen, Christian mitseiner Gemahlin zu entzweien, um sich der Geschäftüleitung zu bemächtigen. Jetztverband sie sich mit einigen Mißvergnügten, und am 16. Jan. 1772 gelang es ihr,in Gemeinschaft mit diesen und ihrem Sohne, dem Erbprinzen Friedrich (Chri-stians II. Halbbruder), unter dem Vorgeben, daß die Königin und Struensee damit umgingen, ihn eine Entsetzungsacke unterzeichnen zu lassen, dem lange sichsträubenden Könige die Ausstellung eines VerhaftbefehlS gegen die regierende Kö-nigin und Struensee abzubringen. Seitdem war die Führung der Geschäfte inder Hand der Königin Julie und ihres Sohnes Friedrich. Der KGig, dem eineGeisteskrankheit den Gebrauch der Vernunft raubte, regierte nur noch dem Namennach. Den 14. April 1781 trat der jetzige König als Mitregent an die Spitze derRegierung. (S. Friedrich V>.) Vor der Einnahme der Hauptstadt durch dieEngländer, 1807, hatte man Christian VII. nach Rendsburg ins Holsteinische ge-bracht, wo er am 13. März 1808 starb. Die Königin Karoline Mathilde(s. d.) hatte, nachdem man sie auf das Schloß Kronburg geführt, sich über ihreVerbindungen mit Wkruensee gerichtlich vernehmen lassen müssen. Sie begab sichspäter nach Celle , wo sie 177» starb. Christian hatte nur 2 Kinder: den jetzigenKönig Friedrich VI. und die Prinzessin Augusta, vermählt mit dem 1814 vcrst.Herzoge von Holstein-Augustenburg, S. Jens Kragh Host : „Geschichte der dä-nischen Monarchie unter der Regierung Christians VII," (Kopenh. 1813—16,4 Bde.), und über Struensee's Katastrophe die „älemoirc, <le äl. <1e I-'->Iclwn-LleivIO", königl, dän. Generalmajor, herausg, von Secretan (Paris 1826).
Christi an Friedrich von Holstein, ältester Sohn des am7. Dcc. 1805verst. Erbprinzen Friedrich von Dänemark (Halbbruders des Vaters des jetzigen Kö-nigs) und nächster Kronerbe, geb. den 18. Dec. 1786, Generalgouverneur von Füh-lten und Inhaber eines Infanterieregiments. Von s. ersten Gemahlin, Charlottevon Mecklenburg-Schwerin, von der er sich 1812 geschieden, hat er einen Sohn,Christian Friedrich Karl, geb. den 6. Oct. 1808, verm. mitWilhelmine, T.des jetzigen Königs von Dänemark. 1815 hat er sich wieder verm. mit CarolineAmalie , T. des Herzogs Christian von Holstein-Sonderburg-Augustenburg. Erwohnt zuDdensee oder aufSorgenfrei bei Kopenhagen , und bereiste 1819Frankreichund Italien. 1813 ward er Statthalter in .Norwegen , zu einer Zeit, wo Rußlanbund Schweden, von England und Preußen unterstützt, mir Dänemark , das, mitFrankreich im Bunde, Krieg gegen England führte, über die Abtretung Norwegens unterhandelten. K. Friedrich G. erklärte den 23. April; daß er sich nie entschlie-ßen werde, Norwegen gegen die Provinzen, die an das Holsteinische grenzten, um-zutauschen, Die Unterhandlungen zerschlugen sich, Dänemark schloß am 10. Junieinen engen Bund mit Frankreich und erklärte an Schweden, Rußland und Prcu-ßen^cn Krieg, mußte aber im Frieden zu Kiel (s. d.), 14. Jan. 1814, Norwegen an Schweden abtreten, Als der Statthalter, Prinz Christian, den 28. Jan. einerVersammlung Normänner diesen Vertrag vorlegte, so verwarfen sie ihn einmüthigund nahmen das alte Recht ihrer frühern Selbständigkeit in Anspruch. Vergebenssicherte ihnen der König von Schweden wiederholt eine freie Verfassung zu, mitgroßem polnischen Rechten, als sie je unter Dänemark besessen; das normannische