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Christoph (Herzog von Wütteinbcrg)
Stammes. Auster durch Pracht und Aufwand bekannten Hochzeit des Herzog«Georg von Baiern-Landshut erlegte Christoph im Zweikampfe den riesenartigenRitter aus dem Norden, der die ganze dort versammelte deutsche Ritterschaft höhnte.Christoph machte viele Feldzüge, besonders im ungarischen Heere und im flandrischenKriege mit, wo er sich durch seine Tapferkeit Ruhm erwarb. Späterschloß er sich andie Helme des HerzogsGeorg an, welche dem König Maximilian gegen Ungarn zuHülfeeilken. Er erkletterte zuerst die Mauern vonStuhlweißenburg und öffnete demKaiser die Thore. Als der regier. Herzog durch seine Alleinherrschaft die Rechte undFreiheiten dcS'AdelS in Baiern beschränkte, wählte der dagegen von dem Adel gebildeteLöwlerbund denHerzog Christoph zu seinem Haupte. Tiefer Bund führte mit demHerzog Krieg, wurde aber bald durch dessenWaffen und dasAnsehen desKaisers auf-gelöst. Hierauf zog Herzog Christoph, des unruhigen und freudenlosen Lebens imDaterlande müde, in Begleitung mehrer Fürsten und Edeln Deutschlands nach Pa-lästina. Auf der Heimkehr befiel ihn eine Schwäche. Er starb zu RhoduS in denArmen des Großmeisters, Grafen Werdenberg, Bruders derGemahlin des Grafenvon Abensberg , den er bei Freismg erschlagen hatte, am 15. Aug. 1493.
Christoph, Herzog vonWürteinberg , geb. den 12. Mai 1515, der einzigeSohn Herzogs Ulrich von Würtemberg und der bairischen Prinzessin Sabine, wurde,noch kem Zahr alt, von seiner Mutter, die aus Würtemberg entfloh, nebst seinerSchwester verlassen; in seinem 4.Z. vertrieb derschwäbischeBund seinenVatcrvonLand und Leuten und verkaufte, ohne Rücksicht auf den schuldlosen Sohn, dasHcr-zogthum an Ostreich; Christoph selbst ward nach Inspruck und dann nach Wien ge-bracht, um hier erzogen zu werden, und wäre 1529, bei der Belagerung Wiensdurch Soliman, beinahe in türkische Gefangenschaft gerathen, wenn nicht sein Er-zieher Tyfferni ihn gerettet hätte; derselbe rettete ihn zum zweiten Dia!. als 1532Karl V. ihn nach Spanien führen und mit ihm seine Ansprüche auf Würtembergin ein spanisches Kloster begraben wollte; durch Tyffcrni veranlaßt, entfloh derPrinz, als man schon an den Grenzen Italiens war, und gelangte nack-mierabenteuerlichen Flucht glücklich zu seinem Oheim, dem Herzog von Baiern. 7 etzttrat er, nicht ohne Einwilligung seines Vaters, mit seinen gegründeten Ansprüchenauf Würtemberg öffentlich hervor.„unterstützt von vielen deutschen Fürsten , selbstvon auswärtigen Königen. Aber Ostreich war nicht gesonnen, auf dem Wege derGüte das Herzogthum herauszugeben; um so mehr ciltePhilipp der Großmüthigevon Hessen , dem vertriebenen Ulrich, semem Freund und Neuer, müGewalt derWaffen zu dem Seinen wieder zu verhelfen, wozu Franz I. von Frankreich dasGeld vorschoß. Die glückliche Schlacht bei Laufen im Würtembcrgischen und derVertrag von Kaden, 1534, gaben das Herzogthum den rechtmäßigen Besitzern zu-rück, wiewohl Ulrich genöthigt war, es als östreich. Afterlehn anzuerkennen. Chri-stoph war inzwischen seinem Vater fremd geworden, und schon darum nicht von ihmgeliebt, weil er mit Baiern verwandt war; er mußte deßhalb Würtemberg aufsneue verlassen und trat in franz. Dienst. Endlich nach 8jähriger Abwesenheitrief ihn sein Vater zurück, vermählte ihn mit der anspachischen Prinzessin AnnaMaria, 1544, und von jetzt an lebte Christoph einige Jahre mit seincrFanülie ru-hig in Mömpelgard, das ihm zum Sitz angewiesen war, bis das Unglück aufs neueüber Würtemberg hereinbrach und ihn zur angestrengtesten Thätigkeit auffoderte.Herzog Ulrich, der 1546 am schmalkaldischen Kriege gegen Karl V. Theil genom-men hatte, wurde vomKönigFerdinanddcßhalbderFelonie angeklagt, unddasHer-zoglhum selbst als verwirktes ösireieb. Afterlehn von demselben in Anspruch genom-men. Schon war der Proceß eingeleitet, und Würtemberg abermals in Gefahr,verloren zu gehen, als Ulrich im Nov. 1550 starb. Zwar übernahm Christoph sogleich die Regierung des cngefocl tenenHerzogthums; auch wurde er vonKarl ^.selbstgegendeffenBruder, den KönigFerdinand, begünstigt; dennoch aber dauerte