Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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657
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Chrom Chronik 657

»erkennbarste Anweisung liegt, das Angesicht des Göttlichen, wenn es einmal vonder bildende» Kunst dargestellt werden soll, aus den Zügen sittlicher Würde undSchönheit zu gestalten, die da« Bild seines Geistes und Lebens in der evangelischenGeschichte an sich trägt, und hier mehr als bei jedem andern Kunstwerke religiöseBegeisterung den Pinsel oder Meißel führen müsse, haben die großen Künstlerempfunden, von denen wir die ansprechendsten Christusköpfe besitzen. Je höherund reiner das Ideal in der Brust des Künstlers war, desto mehr innere, jedenBeschauer ergreifende Wahrheit wird auch sein Christusbild haben. Wir wün-sehen jedem Künstler, der sich daran wagen will, einen schönen Traum, wie ihnDannecker (s. d.) in Stuttgart hatte, dem das Bild des Heilandes zu verwirk-lichen in einem hohen Grade gelungen ist. L.

Ch rom, Chromium, ein 1191 von Vauquelin entdecktes, seltenes undbis jetzt wenig gekanntes Metall von weißerFarbe, sehr spröde und zum Schmelzeneinen ungemein hohen Hitzgrad crfodernd. O^ydationSstufen kennt man zwei, dieeine von grüner und die andre von gelblichrother Farbe. Die letztere ist im Wasserauflöslich und besitzt die Eigenschaften einer Säure, weshalb sie auch Chrom-säure genannt wird. Die Säuren scheinen weder auf das regulinische noch aufdas verkalkte Metall eine bedeutende Wirkung zu h'ben; die Alkalien verkalken es.Die Verbindung der Chromsaure mit Alkalien schlägt die meisten metallischen Auf-lösungen mit sehr schönen Farben nieder. Es findet sich im Rothbleierz, im Eisen-chrom, im Smaragd u. s. w. Des grünen Kalkes hat nian sich in der Porzellan-malerei mit glücklichem Erfolg zu mehren grünen Farbenschattirungen bedient.

Chroma ti sch. Die Griechen verbanden den Unifang ihrer Töne nichtallein zu solchen Tetrachorden, die aus der Folge eines großen halben Tones undzweier ähnlicher Töne bestanden, und aus deren Ausammenkettung diejenige Ton-reihe zum Vorschein kam, die man das diatonische Klanggeschlecht oderdie diatonisch»Tonleiter nennt, sondern auch zu solchen, die aus der Folge zweier halben Töne undeiner kleinen Terz (z.B. aus der Tonfolge e, k, ti-, ->) bestanden, und nannten dievollständige Tonreihe, die aus diesen Tetrachordcn hervorging, das chromatisch»oder farbige Klanggeschlccht, wahrscheinlich weil man gewohnt war, die chromati-schen Fortschritte mit einer andern Farbe oder Dinte zu bezeichnen als die diatoni-schen. Auch in der neuern Musik hat man die Folge der halben Töne zu einem be-sondern Klanggeschlecht oder zu einer besondern Tonleiter geordnet, die man auchchromatisch nennt. Sie entsteht, wenn man diejenigen Modifikationen der Töne,welche die Versetzung der harten oder weichen Tonart auf die übrigen Töne derTonleiter nothwendig macht, mit der Reihe der ursprünglichen Töne verbindet.Weil bei einem Theile dieser Versetzungen der Tonart verschiedene Töne um einenkleinen halben Ton erniedrigt werden müssen, so ergeben sich daraus eigentlich zweiverschiedene Gattungen dieser chromatischen Tonreihe, nämlich diejenige, die sich ausder Erhöhung der Töne, als e> ei. ein. r, l. tn, -z. gir, ui». l>, und diejenige,die sich aus der Erniedrigung der Töne, als e. <!>",. ll, <>*. s. I>. b

entwickelt. In beiden sind aber nur die einen kleinen halben Ton ausmachendenFortschritte chromatisch, wie o, mr; eler, <i, u. s. w.z die übrigen, die eine» großenhalben Ton bilden, w.e < is, ei oder«?, elen. sind diatonisch. Daher nennt manmit Recht eine solche Tonleiter diatonisch-chromatisch. (Vgl. Ton, Tonart.)

Ch roui k. Die Chroniken oder geschichtlichen Darstellungen einer Zeit un-terscheiden sich von den Annalen (gcschichtl. Jahrbüchern) mehr dem Worteals der Sache nach, denn die ältesten Chroniken sind Annalen, weil die Begeben-heiten nach der Folge der Jahre geordnet sind. Im strengern Sinne des Wortssollten die Chroniken oder Zeilbücher die Geschichte einer Zeit überhaupt mit ihrenMerkwürdigkeiten, ohne Beschränkung auf ein besonderes Volk und ohne Hinsichtauf besondere Anordnung und Darstellung, nach der Folge der Jahre enthalten,

CmversaüvnS - Leimen. Dd. II. ^