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ChrysosiomuS
Bett ist eine auf die Erde gebreitete Matte, ihre Kleidung Felle oder aus Ziegen-und Kameelhaaren bereitete Zeuche. Sie gehen barfuß, haben kein Eigenthum,die Wörter mein und dein sprechen sie nie aus. Es herrscht in ihren Zellen ein un-unterbrochener Friede, eine stille »nd ruhige, in derWelt kaum gekannte Heiterkeit".Nach 4 Jahren verließ C. diese Einsiedler, um eine noch tiefere Einsamkeit zu su-chen. Er zog sich in eine Höhle zurück, wo er 2 Jahre, ohne sich niederzulegen, ver-lebte. Sein Wachen, seine Kasteiungen und die Feuchtigkeit seiner Wohnung ver-ursachten ihm eine gefährliche Krankheit, die ihn zur Rückkehr nach Antiochien (381) nöthigte. Zu demselben Jahre wurde er von dem Bischöfe von Antiochien zum Diakonus berufen und 38K zum Priesteramte erhoben. Derselbe machte ihnzu seinen, Vicar und trug ihn, auf, dem Volke das Wort Gottes zu verkündigen.Bis dahin war das Geschäft nur den Bischöfen vorbehalten gewesen. Seine Be-redtsamkeit zog die Juden, die Heiden, die Ketzer an. Er war, sagt Sozomenes,die Zierde dieser Kirche und des ganzen Morgenlandes, als 397 der Kaiser Arcadiusihn auf den bischöflichen Stuhl von Konflantinopel erheben wollte. Damit sich dieEinwohner von Antiochien seiner Absicht nicht widersetzen möchten, ließ der Kaiserihn heimlich nach Konstantinopel führen, wo Theophilus , Patriarch von Alexan-drien, ibn weihte. Er fing damit an, den Aufwand seines Hauses zu beschränken,stiftete und unterhielt mehre Hospitäler, verbesserte die Sitten der Geistlichen undbekehrte eine Menge Heide» und Ketzer. Er gab so reichliche Almosen, daß erden Namen Johannes der Almosenspender erhielt; mit größter Aufopferung wid-mete er sich der Pflege der Kranken. Um das Evangelium zu verbreiten, schickteer einen Bischof als Mifsionnair zu den Gothen, einen andern zu den Scythen,und noch andre nach Persien »nd Palästina. Ein zweimaliger Aufruhr ward durchseine Beredtsamkeit gestillt. 399 hielt T. zu Konstantinopel eine Kirchenversamm-lung, auf welcher mehre Bischöfe Asiens als Simonisten abgesetzt wurden. Se-verin, Bischof von Gabala in Syrien , wagte es, C. auf der Kanzel anzugreifen unddas Volk gegen ihn aufzurufen, ward aber als ein Verleumder vertrieben. Zweigefährlichere Feinde hatte C. in der Kaiserin Eudopia, deren Ungerechtigkeit undRäubereien ihm zu manchen Klagen Anlaß gaben, und in Theophilus , Patriarchenvon Alerandria, dessen Eifersucht er erregt hatte. Letzterer versammelte mehreBischöfe zu Chalcedon , welche die gegen C. erhobenen Klagen untersuchen sollten.Dieser aber weigerte sich zu erscheinen, weil man in Rücksicht seiner die Kirchen-gelde verletzt habe, und versammelte seinerseits 40 Bischöfe zu Konstantinopel .Allein der Haß seiner Feinde siegte. Seine Absetzung wurde ausgesprochen undvon Arcadius bestätigt, der zugleich einen Verbannungsbefehl unterzeichnete. C.verließ heimlich die Stadt, um nicht von seinen Anhängern zurückgehalten zu wer-den, und wollte nach Bithynien gehen. Das Volk aber drohte mit einem Auf-stande. Ein Erdbeben verbreitete in der folgenden Nacht allgemeines Schrecken.In der Bedrängniß widerrief Arcadius seinen Befehl, Eudoxia selbst lud C. zurRückkehr ein. Im Triumph führte ihn das Volk in die Stadt zurück; seineFeinde flohen; die Ruhe ward hergestellt, aber nur auf kurze Zeit. Ein Fest, dasniit mancherlei heidnischemAberglauben zurEinweihung einer der Kaiserin gesetztenStatue begangen wurde, erregte den Eifer des frommen Erzbischofs, welcheröffentlich dagegen sprach. Eudopia, aufs höchste erbittert, rief die ihr ergebenenPrälaten zurück, und C. wurde verurkheilt, obgleich er 40 Bischöfe für sich hatte.Arcadius schickte einen Haufen Soldaten ab, ihn zu vertreiben; die Kirche wurdeentweiht und mit Blut befleckt. Papst Innocenz I. und der abendländische KaiserHonorius erklärten sich für C.; aber Arcadius verweigerte die Zusammenberufungeines Conciliums, worauf jene drangen, und befahl dem §. ausdrücklich, sich anseinen Derbannungsort zu begeben. C. gehorchte und wurde nach Nicäa in Bi-lhynien geführt (404). Bald nach seiner Abreise wurden die Sophienkirche und