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C!ur
der Palast, worin der Senat steh versammelte, ein Raub der Flammen. VieleKunstwerke gingen in diesem Brande verloren, als dessen Anstifter der Kaiser dieFreunde des C. betrachtete. Die Isaurier und die Hunnen verwüsteten das Reich;nian drang von mehren Seiten auf C.'S Zurückberufung; ArcadiuS blieb uner-schütterlich. Eudoxia war bald nach seiner Entfernung gestorben; sie hatte noch vorihrem Tode die kleine armenische Stadt Kukusa in den Wüsten dcsTaurus zu sei-nem Aufenthaltsort angewiesen. Von Krankheit, Entbehrungen und den Beschwer-den einer 1jährigen Reise erschöpft, kam er daselbst an. Sein frommer Eifer bliebauch hier nicht müßig. Er schickte Missionnaire nach Persien und Phönizier,; erschrieb 1 1 Briefe an Olympias, die ebenso viele moralische Abhandlungen sind. Ansie richtete er auch seine Schrift unter dem Titel: „Niemand vermag Dem zu scha-den, der sich nicht selbst schadet". Die ganze Christenheit sah mit Ehrfurcht undLiebe auf den frommen Dulder; aber der Kaiser, über diese Theilnahme erzürnt,befahl, ihn an die Ufer des PontuS Euyinus, nach der auf den äußersten Grenzengelegenen Stadt Pityont zu bringen. Mit unbedecktem Scheitel ließen die dazubefehligten Ofsiciere den Greis in der glühendsten Sonnenhitze die Reise zu Fußmachen. Er unterlag diesen Beschwerden. Zu Komana in Pontus mußte manihn in das Oratorium des heil. Märtyrers Basilius bringen. Er legte weiße Klei-der an, nahm die Communion, sprach sein Gebet, das er wie immer mit denWorten schloß: „Gott sei gelobt für Alles!" machte das Kreuz über sich und ver-schied (401), 63 I. alt. Sein Körper wurde an der Seite des heil. Basilius be-erdigt, 438 aber feierlich nach Konstantinopel gebracht und dort in der Kirche derApostel in dem Begräbnisse der Kaiser bestattet. Später führte man seine Über-reste nach Rom und setzte sie in der Kirche des Vaticans bei. Die griechische Kirchefeiert sein Fest den 13. Nov., die römische den 21. Jan. Der Name Chrrsosto-miiS (Goldmund) ward ihm erst nach seinem Tode gegeben, um die Deredtsamkeitzu bezeichnen, die ihn über alle andern Kirchenväter erhebt. Niemals wiederholt ersich, stets ist er Original. Die Lebendigkeit und Fülle seiner Einbildungskraft, dieGewalt seiner Dialektik, sein Talent, die Leidenschaften zu erregen, die Schönheitund Genauigkeit seiner Bilder und Vergleichungcn, die Zierlichkeit und Reinheitseines Styls, seine Klarheit und Erhabenheit setzen ihn den berühmteste» iLchrift-stellern Griechenlands an die Seite, und die christliche Kirche hat keinen vollendeter»Redner. Die genaueste griechische Ausgabe seiner Werke ist von Heinrich Saville(1612, 9 Bde., Fol.); die vollständigste, griechisch und lateinisch, ist vonMont-faucon (Paris 1618, 13 Bde., Fol.).
Chur (romanisch Coira ), Hauptst. des GraubündnerlandeS am FlussePlessur und an, Rhein, mit 4500 Ei»w. Der Speditionshandel zwischen Deutsch-land und Italien macht die Stadt wohlhabend. ^Lie hat 2 evangel. Pfarrkirchen .Auf dem Rathhause ist die Stadtbibliothek. und unten das Kaufhaus mit der Waa-rcnn-ederlage. Hier befinden sich ein philosophisches Collegium, eine ökonomischeund eine Bergbaugesellschaft. Der Bund des Hauses Gottes war vormals fastganz dem hiesigen Bischof zehntpfiichtig. Allmälig machten sich aber dessen Ge-meinden davon frei. Die Gegend hat Wein- und Obstbau, und in der Nähefängt der Rhein an für kleine Fahrzeuge schiffbar zu werden. Zu dem HochgerichteChur gehören noch 4 Kirchspiele mit 3500 E. Bis 1498 war C. eine freie Reichs-stadt, dann kani sie mit Beibehaltung einiger Freiheiten an den Bischof, der unterdem Erzbischof von Mainz stand und ein Reichsglied war. Die bischöfl. Residenzliegt dicht an der Stadt, und an demselben Platze die Domkirche, um welche herumdie wenigen Katholiken wohnen, die in C. leben. Die Einkünfte des Bischofs sindbis auf 10,000 Gldn. geschmolzen, wovon der größte Theil aus Tirol kommt. Dieweltlichen Besitzungen des Bischofs sind 1802 eingezogen und der helvet. Republik als Entschädigung für anderweitige Verluste gegeben worden.