Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Ciborium

Cicero

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meisten Stücken vorkommt, in welcher Rollengattung er sich ebenfalls auszeichnete.Seinen dramat. Rufbegründete er hauptsächlich durch ,,7'be c.n-«le,s i>nsl>i,n,l",womit er selbst seinem erklärten Feinde Pope Beifall abgewann. Es ist diesStück zwar ohne Neuheit in den Charakteren und ohne Erfindung in der Schür-zung des Knotens, aber ein zierlich ausgeführtes Gemälde der Sitten und Lächer-lichkeiten der Zeit. Sein Lustspiel ,,'l'lw d»oi>-jucor", eine den engl. Sitten ange-paßte Nachahmung des ,/>'-> r tu lli-", erschien 1717 und war gegen die Iakobitengerichtet; wie sie vorn Hofe gut bezahlt wurde, so zog sie andrerseits dem Nerf.viele Feinde zu, deren Zahl er durch sein Betragen als Mildirector des Theatersvon Drurylane, seit 1711, noch vermehrte. Diese bekamen freien Spielraum,als er 1739 zum gekrönten Poeten erhoben ward. C. ergriff indeß bald die bestePartie, selbst über seine Verse zu spotten und dadurch seine Feinde zu entwaffnen.Nur Pope ließ nicht ab, ihn bei jeder Gelegenheit lächerlich zu machen. 1750verließ C. das Theater und gab die „Apologie des Lebens Colley Cibber's :c." her-aus, ein mit Geist und Freimüthigkeit geschriebenes Werk, das viele anziehendeAnekdoten und Bemerkungen enthält. Er starb 1757. — ll. TheophiluS,des Vorigen Sohn, geb. 1703, widmete sich ebenfalls dem Theater. Die Naturhatte ihn in Ansehung des Physischen nicht so begünstigt wie seinen Vater; aberEinsicht und Lebhaftigkeit in seinem Spiele ersetzten die äußern Mangel, und erwürde den ausgezeichnetsten Erfolg auf der Bühne gehabt haben, wenn nicht einunwiderstehlicher Hang zur Verschwendung ihn unaufhörlich irregeführt hätte. Erhakte sich 1757 bei dem Theater zu Dublin engagirt, litt aber auf der ÜberfahrtSchiffbruch und ertrank. Die unter seinem Namen erschienenen „Lebensbeschrei-bungen englischer und irländischer Dichter" rühren von Robert Shiels her, der dieErlaubniß, C.'s Namen davor zu setzen, um 10 Gumeen von ihm erkaufte, alser eben Schulden halber in der Kingsbench saß. — C.'s Gattin, SusannaMaria, geb. 1716, war eine der besten Schauspielerinnen des engl. Theaters.Sie war die Schwester des als Componist berühmten Doctors Arne (von welchemauch die Composition des „ktuie Ilrit-innia" herrührt), der sie in der Musik unter-richtete und in einer seiner Opern auf dem Haymarkettheater auftreten ließ. 1734verheirathete sie sich mit Th. C-, der sich aber bald von ihr schied. Sie widmetesich späterhin der Tragödie. Ihre Schönheit und ihr Talent erwarben ihr allge-meine Gunst. Sie starb 1766.

Ciborium, ursprünglich ein aus einem ägyptischen Gewächse verfertigtesTrinkgeschirr. In der römischen Kirche ist es das Gefäß oder Behältniß, worindas Venerabile (die geweihten Hostien, Abendmahlsoblaten) aufbewahrt wird.

Cicero (Marcus Tullius). Dieser berühmte Römer war im Z. Roms617, 106 v. Chr., zu Arpinum geboren. Seine Familie gehörte zum Ritter-stande, hatte sich aber stets entfernt von Geschäfte» und Ämtern gehalten. SeinVater, der in ländlicher Ruhe den Wissenschaften lebte, stand in ehrenvollen Ver-bindungen mit den ersten Bürgern der Republik . In die Zahl derselben gehörte derberühmte Redner CrassuS , welcher selbst für die Erziehung des jungen Cicero undseines Bruders, Quintus, sorgen wollte, ihnen Lehrer wählte und ihre Studienleitete. Das Lesen der griechischen Schriftsteller, die Dichtkunst, Redekunst undPhilosophie nahmen die ersten Jahre seiner Jugend ein. Er schrieb viel in griechi-scher Sprache; seine Verse waren schön gebaut, aber nur von mittelmäßigem dich-terischen Werth. Seine Bestimmung war, der größte Redner Roms zu werden.,Zuvor machte er einen Feldzug unter Sylla in dem Kriege gegen die Marsen. Nachseiner Rückkehr benutzte er den Unterricht des Akademikers Phllo und des berühm-ten Redners Molo, und wandte mehre Jahre darauf, sich die einem Redner noth-wendigen Kenntnisse, zu erwerben. Ei' war ei» Zeuge der Grausamkeiten des Ma-rias und Cinna, der Achtungen des Sylla; die geschwächte, blutbefleckte Republik