Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Cicognara

jenen 100 Epempl., die zum Geschenk gehörten, nur noch 600 Abdrücke auf ge-wöhnliches Velinpapier gemacht worden sind, die nie in den Buchhandel kamen, sogehört dies Oin.ip^io zu den größten bibliographischen Seltenheiten. (S. des Gra-fen „I-elteri, zull.'i 5tt>In.> rappre^eiiiaiitu I'vlimni-i cli O-iimvo", (Dened. 1811,101 S.) Diele Jahre hatte er die auch von Agincourt in Rom gepflegte Idee,Winckelmann's „Geschichte der Kunst" bis auf die neueste Zeit fortzusetzen, um dieSkulptur, auf welcher allein die antike Kunst beruht, in ihrer Ausartung und Ver-zweigung vorn Mittelalker herauf in ausführlichen Forschungen zu verfolgen, in sichgetrogen und alles dahin Gehörige gesammelt und vorbereitet. Pietro Giordano,sein Landsmann, hatte, durch Ermulhigung des Derf., großen Theil an der Unter-nehmung der jetzt in allen Bibliotheken befindlichen, wegen ihrer Weitschweifigkeitund Mangelhastigkeit gleich heftig getadelten und doch auch in ihrer jetzigen Formunentbehrlichen „8tt»ü> <l<-lla »ouliniu «lul 5»e> ilnoiuliuentn Il-cki» -inn ,-ilseeoln >0 <.->>,<>,!>", wovon der 1. Th. (Fol., mit 43^pfrn. in Umrissen) in Ve-nedig aufKosten des Grafen §., und 1816 der 2. Th. mit SO Kpfrn. erschien;dieser hatte ini der Veränderung der Zeitläufte auf dem Titel die Abänderung:„dünn.>> >ve,,l» XIX." Der 3. Th. kam 1818 heraus mit 48 Kupfern. Vonder 2. Aufl. erschien der 6. Th. zu Prato 1824. Das Werk zerfällt ur 7 Bü-cher, wovon das 7. ganz dem als Landsmann und Wiederherstellte der antikenKünste aufs höchste gestellten Canova und dessen Werken gewidmet ist, wobei freilichden Italienern unsers Fernow's Kritik gänzlich unbekannt blieb. E. nimmt 6Epochen der Kunst in Italien (von der Skulptur Italiens ist nirgends die Rede)und für den Culminationspunkt Michel Angelo an, den er aber für einen größernMaler als Bildhauer hält! Er Hai sich in viele Nebenuntersuchungen eingelassen,sodaß gleich das erste Buch fast nur vom Costume, dos zweite bloß von den Kirchenhandelt. Indeß wird schwerlich über die nothwendige Beibehaltung des antikenCostumcs in modernen >Ltaluen etwas Treffenderes gesagt werden, als hier bemerktworden ist. Man hat ihm vorgeworfen, daß er selbst zu wenig in das Wesen derbildenden Kunst eingedrungen sei und daher überall nur nur biographischen undliterarischen Notizen das Werk angefüllt habe, statt in die Kunstkritik einzugehen.Seine Lieblingsidee, daß in Kriegssiüimen und großen Umwälzungen der mensch-liche Geist ani innigsten geweckt und auch die bildende Kunst am kräftigsten gestal-tet worden sei, findet in der Geschichte Italiens manche Bestätigung, dürfte aberdoch in der Allgemeinheit große Einschränkung erleiden müssen. Als ein tiaia-lngue Il^lnö von moderner iLkulpmr gewährt das auch durch ein nützliches Regi-ster bereicherte Werk große Voi theile. Es hat in Italien selbst scharfe, aber aucheinseitige Kritiken erfahren. In Deutschland hat Fiorillo in den „Götting. Anzeigen"frei abgeurtheilt. Aber die strengste, zum Theil wol auch leidenschaftliche Recen-sion gab Emeric David in der „Itt-u«.- enmoll>,>kck,<i»e" (1819, Tl)l. 3, 4,und 1820, Thl. 7). Als der erste Band vollendet war, reiste der Verf. selbst nachParis, um ihn dem Kaiser Napoleon , dem er zugeeignet ist, zu überreiche» , undwurde damals vom Nationalinsiitut, zu dessen Mitglied er erwählt würd», feierlichbewillkommnet. Er hatte zur Herausgabe dieses Werks eine Unterstüftung vcmStaate selbst genossen, die nach dem pariser Frieden von 1814 wegfiel unU den Her-ausgeber, der einen großen Theil seines Vermögens diesem Unternehmen aufge-opfert hatte, in große Verlegenheit sehte. In Folge mancher Mißverständnisse,da ein andrer Cicognara als Theilnehmer an dem Carbonariunwesen in Ii alien ver-haftet, und Leopold §., der damit verwechselt worden war, von Paris aus einensehr freimüthige» Brief über die ganze Untersuchung bekanntgemacht heute, fander bei seiner Rückkehr nach Venedig eine kalte Ausnahme, und nahm daher, alsFerrarefe, seinen Aufenthalt in Rom , wo er jetzt noch lebt. Sein E ifer fü> dieErweiterung der Kunstakademie in Venedig , für die Anstellung neuer Professoren