Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
672
JPEG-Download
 

672

Cik>

für die Stiftung einer öffentlichen Gemäldegalerie, in welcher die Meisterstückeder venetianischen Schule aufbewahrt werden, und für die Stiftung von Preis-aufgaben für die jungen Künstler, welches Alles Kaiser Franz durch Anweisungder nöthigen Fonds fest begründet hat, findet gerechte Anerkennung. Sein eignesVermögen hat so sehr gelitten, daß er sich von einer 30 I. lang mir ungewöhn-lichem Kostenaufwande zusammengebrachten Kunstbibliothek, durch Verkauf anein öffentliches Institut oder an einen reichen Liebhaber, zu trennen genöthigtsieht. Zu diesem Ende hat er ein mit bibliograph. Notizen bereichertes Derzeich-niß derselben: „Gitaio^n r-iAioiiato ckoi liüri ck'nrli L (i'uolwbilö pozreckutlck-ck kckonto llioo^iiaia" (Pisa , 2 Bde.) herauSgeg. Er kaufte auSdesAbbateBiar-coni und des Malers Bossi in Mailand , aus Mariette's und Villoison'sAucrioncnin Paris, aus d'Agincourt's und Maffei's Verlassenschaften, aus englischen Bü-cherversteigerungen, wobei er oft selbst Reisen nach Paris und London machte, dieihm fehlenden Seltenheiten. Der Katalog besteht aus 40 Classen und 48 Num-mern. Fast bei allen hat der genau unterrichtete Besitzer Bemerkungen über In-halt, Werth und Zahl der dabei befindlichen Kupferstiche, erste Ausgaben ic. ge-macht und dadurch den Katalog zu einem bibliograph. Wegweiser für Sammlervon Kunstbüchern erhoben. Einen eignen Abschnitt machen die Piachlaufzüge,Katafalken rc., wovon an 200 Kupserwerke vorhanden sind. So findet mannahe an 300 Nummern bloß über Kleidung und Trachten. — C.'s kleine Schrif-ten, die er theils einzeln, theils in kritischen Journalen hat abdrucken lassen, sindfast gar nicht in den Buchhandel gekommen und äußerst selten. Dahin gehörenAbhandlungen über die antiken Pferde am S.-Marco, über das Pantheon,über 2 Gemälde Titian's , über Simon Memmi, über den Codex des MönchsTheophilus , über die Propyläen, seine Elogen aufFossini und S.-Lazaro, überDiilizio, endlich: „l.e l.iüüiioli«: piü oo-piuuv cki Neuern,, NiiduiLle, illu-twte eck inwjftiute ckei »lenckui ckella VeneUi II. ^ee.ickencka cki deck« »Ni"(Venedig , gedruckt b. Alvisopoli 1820, 2 Thl., Fol.). Das Werk enthält 250Kpfr. von allen Wundern der Baukunst Venedigs von den frühesten Zeiten an.Die histor. und krit. Bemerkungen dazu sind größkemheils vom Grafen C. selbst;doch haben auch die beiden venetianischen Baukünstler, Antonio Dindi, derScererair der Akademie, und Antonio Selva, viel dazu beigetragen, uni diesenPalästen, die, jetzt zum Theil verödet, dem zerstörenden Zahne der Zeit preis»gegeben sind, wenigstens eine lirerarische Fortdauer zuzusichern und so der Pro-phezeihung zu widersprechen, welche Lord Byron am Ente s. Trauerspiels „Fa-liero" ausgesprochen hat.

C i d. Ton Rodrigo (Ruy) Diaz, Graf von Bivar, mit dem Beinamender Cid, geb. 1026, der Inbegriff der Heldcniugcnden seines Jahrhunderts unddie Krone des spanischen Rillerchums. Von seinen Feinden (den Abgesandten dermaurischen Könige) „eck nck» tckck" (mein Herr), (Kampsheld ohne

Gleichen) von seinem König und Volk genannt, lebt er fort in der Poesie» seinesVaterlandes. Früher kannten wir fast nur aus dem Schauspiele des großen Cor-neille die Geschichte seiner Liebe. Rodrigo liebte so zärtlich als er geliebt wardRimcnen, Tochter des Grafen Lozano von Gormaz , der, nebst Diego, dem VaterRodrigo's, am Hofe Ferdinands I. von Castilien vor allen Rillern glänzte. Gor-niaz's Eifersucht aufDiego's größere Auszeichnung am Hose entzweite beide Väter,und als es einst zwischen ihnen zum Zweikai»pf gekommen war, worin Gormaz den Greis Diego besiegt und diese Schmach noch durch Hohn vermehrt haue, fo-derie Diego von seinem Sohne das Blut des Beleidigers. Im Kampfe zwischenEhre und Liebe siegte die erste in des Jünglings Brust, und Gormaz siel. Züniene,unglücklich als Tochter und als Liebende, durste nun ebenso wenig der Stimme derLabe Gehör-geben; sie mußte ausircien, Rache auf Dessen Haupt zu erstehen, für