Cid
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den allein ihr Herz schlug, und gern hätte Rodngo gefochten, um die glühendenQualen des zerrissenen Herzens im eignen Blute zu loschen. Aber Keiner mochtedem jungen Löwen stehen, und verzweifelnd konnte nur die Erfüllung großer Pflich-ten ihn aufrecht halten. Fünf maurische Könige waren in Castilien eingefallen;Verwüstung und Mord zogen mit ihnen. Rodrigo, der noch nicht zwanzigjährigeJüngling, schwang sich auf sein edles Roß Babieca und zog an seiner VasallenSpitze dem furchtbaren Feinde entgegen, der bald aufhörte, des Landes Schreckenzu sein. Die fünf gefangenen Könige sandte der junge Held an Ferdinand, welcherdankbar ihm Rünenen zuführte und wieder vereinigte, was des Schicksals Un-gunst auf ewig getrennt zu haben schien. In Valencia vermählten sich Beide.Ferdinand vereinigte Galicien, Leon und Dviedo mir Castilien ; die Nachwelt nenntihn den Großen; Rodrigo aber war es, der ihm den Zunamen erwarb. Als Fer-dinand mit König Ramiro von Aragon um den Besitz von Calahorra in Streikgerieth, foderte dieser ihn zum Zweikampf und stellte statt seiner den Ritter MartinGonzalez. Ferdinand bestimmte statt seiner den Cid zum Zweikampfe und erwarbdurch ihn Talahorra. Ferdinand hatte in seinem Testamente das Reich unter seineSöhne vertheilt; dem Sancho war Castilien, dem Alfonso Leon und Oviedo , demGarcia Galicien mit dem eroberten Theile von Portugal zugefallen. Diese Thei-lung veranlaßte einen Bruderkrieg, in dessen Schlachten Sancho siegte, weil derCid, den er zum Campeador über das ganze Heer ernannt hatte, das Banner trug.Alfonso war gefangen, Garcia durch unweise Regierung selbst gefallen, und eSkam nur noch darauf an, Zamoras hartnäckigen Widerstand zu beugen, wo Sän,cho's Schwester Urraca herrschte. Vor den Mauern dieser Stadt aber ward Lran-cho meuchelmörderisch gemordet, und Alfonso, nur vor 8 Monaten noch vom Eil»geschlagen, auf den Thron berufen. Die Romanzen erzählen, im Namen derStände Tastiliens habe der Cid dem neuen König über Sancho's Ermordung einenReuilgungseid mit so eindringlichem Ernste vorgelesen, daß Alfonso erschüttert, aberauch beleidigt worden. Gewiß ist, daß der neue König des großen Dienstmannesjetzt ihm heilige Treue ehrte und Nichts sparte, um ihn ganz sich zuzueignen. DieseUmstände erwarten aber erst eine kritische Untersuchung, besonders in Hinsicht aufdes Cid Vermählung. Nach der Geschichte vermählte Alfonso ihn mit Donna Ti-mene, seiner flüchte (1074), und es scheint demnach, man müsse ihn für 2 Malvermählt annehmen. Zoh. v. Müller vermuthet, daß des stolzen Gormaz groß-denkende Tochter seine erste Timene gewesen sey. Wie dem nun sei, so ist gewiß,daß der Cid, der im Frieden und Krieg auch seinem neuen Könige wichtige Dienstegeleistet, dennoch öfter die Wandelbarkeit der Fürstengunst erfahren. Ein Mannwie er, von strenger Geradheit und Tugend, unbeugsam, hochgesinnt, Verächterdes weichlichen Lebens, war nicht für den Hof; sein treuer Freund und Waffen-bruder, Alvaro Hanez Minaya, Weib und Kind waren seine Welt; der Ernstseiner Züge erweckte nur Ehrfurcht und Scheu; sein zurückgezogenes Leben gab denHöflingen zur Verleumdung Raum; daher ward mehrmalige Verweisung über ihnverhängt. Nur in Zeiten der Noth suchte man ihn wieder, und großmüthig, wieer war, gedachte er dann nicht der zugefügten Beleidigungen. Endlich aber nahmihm der König Alles, was er von ihm hatte, Weib, Kostbarkeiten, Geld; nur auseiner Art von Scham, vielleicht auch aus Furcht, ließ er nachher Limenen frei.Verstoßen, geplündert, auf seine eigne Kraft beschränkt, wurde Rodrigo jetzt glück-licher und größer als je zuvor; stets getreu seinem Vaterlands und seiner Religion,schuf er allein durch den Ruhm seines Namens sich selbst ein Heer, um die Maurenin Valencia zu bekämpfen. Mitten im glücklichsten Laufe seiner Siege aber eilteder Edelmüthige seinem von Joseph, dem Gründer Maroccos, bedrängten Kö-nige zu Hülfe, leider auch dies Mal nur, um Undank für Großmuth einzuernten.Zur Nachtzeit brach er da mit seinen Getreuesien cnlf und floh, verlassen und mitCoiiversattonS-Lericon. Bd. ll. 4"