Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Coligny

Einzelne für das Ganze leiden, Rücksicht genommen würde. Selbst geven dieHumanität wird derCölibat nicht so sehr anstoßen, wenn man annimmt^ daß un-ter 100 Menschen immer einige sind, deren Gemüth von Natur für den Cölibatgestimmt ist. Freilich würde es darauf ankommen, gerade unter diesen den Priesterherauszufinden. Übrigens konnte der Cölibat der Mönche hier keine Erörterungfinden, da dieser nicht auf einem verbietenden Kirchengesehe, sondern auffreiwill»gem Gelübde beruht. D. e. Kath.

Coligny (Gaspard de), Admiral von Frankreich, geb. 1516 zu Chatillomsur-Loing, zeichnete sich unter Franz I. in der Schlacht von Cerisoleg und unterHeinrich II. aus, welcher ihn zum Generalobersten der franz. Infanterie und 1552zum Admiral von Frankreich machte. Tapferkeit in der Schlacht, Eifer für dieKriegszucht, Eroberungen gegen die Spanier, besonders dieDertheidigungvonSt.-Quentin waren E.'s Verdienste. Der Admiral fiel, da St. - Quentin erstürmtwurde, in Gefangenschaft. Nach dem Tode Heinrichs II. bewogen ihn die RänkeKacharinens v. Medici, sich an die Spitze der Calvinisten gegen die Güssen zu stel-len. Er bildete eine so mächtige Partei, daß die katholische Religion in Frankreich bedroht schien. Conde war ehrgeiziger, unternehmender, thätiger; C. dagegen be-sonnener, abgemessener und geschickter, das Haupt einer Partei zu sein; zwar ebensounglücklich im Kriege wie Eonde, aber gewandt, das rettungslos Scheinende wie-derherzustellen und gefährlicher nach einer Niederlage, als seine Feinde nach einemSiege; überdies mit Tugenden geschmückt, die er übte, so weit der Parteigeist undderSturm der Zeit es zuließen. Die ersteSchlacht zwischen den Hugenotten und Ka-tholiken (1562 zu Dreup) verlor der Admiral; doch rettete er das Heer. Als derHerzog v. Guise bei der Belagerung vonOrleanü umgebracht wurde, beschuldigteman ihn, diesen Meuchelmord gerathen zu haben; aber er rechtfertigte sich durch ei-nen Eid. Es bedurfte dessen nicht. Der Adel seiner Gesinnungen und die Größe sei-ner Seele mußten ihn über jeden Argwohn erheben. Der Bürgerkrieg fing mit ver-mehrter Wuth 1567 wieder an. C. und Conde lieferten die Schlacht bei St.-De-nys gegen den ConnetableMontmorency. Diesem unentschiedenen Tage folgte dieSchlacht bei Iarnac 1569, welche den Calvinisten verderblich war. Tondä war ge-fallen, und auf T. ruhte die ganze Last des Oberbefehls. Er allein hielt seine Parteiaufrecht, ward bei Moncontour abermals geschlagen, ohne daß darum sein Mutherlag. Ein vvrtheilhaster Friede machte 1570 scheinbar dem Streite ein Ende. E.erschien am Hofe und ward wie alle feine Anhänger mit Gunst überhäuft. Karl IX. gab ihm 100,000 Fr. Entschädigung und einen Platz im Conseil. Don allen Sei-ten warnte man ihn, diesen Schmeicheleien nicht zu trauen. Als der Admiral am22. Aug. 1572 aus dem Louvre kam, ward ihm durch einen Büchsenschuß aus ei-nem Fenster die rechte Hand und der linke Arm verwundet. Ein gewisser Maurenelharre nach Katharinens v. Medici Plane, um den höchst wahrscheinlich auch der Her-zog v. Guise gewußt, au« einem Gebäude des Klosters St. Germain-l'Auxerroisdiesen Schuß auf C. gethan. Karl bezeugte den tiefsten Schmerz, ließ nach demSchuldigen forschen und sagte zu C.: „Mein Vater, Ihr habt die Wunde, ich aberden schmerz". Dies sprach er in dem Augenblicke, als schon die Niedermetzelung derProtestanten vorbereitet ward. Das Blutbad begann in der Bartholomäusnacht,den 24. Aug. 1572. Der Herzog von Guise eilte mit zahlreicher Begleitung in dasHaus des Admirals. Le B-nie (Dianowicz), Stallmeister des Herzogs v. Guise,an der Spitze, drang mit entblößtem Schwert in das Zimmer des Greises, welcher,in einem Lehnstuhle sitzend, mit ruhiger Miene zu ihrem Anführer sprach: „JungerMensch, mein graues Haupt sollte dir Ehrfurcht gebieten; aber thue nach Gefallen,du kannst mein Leben nur um wenige Tage abkürzen"; worauf dieser Elende ihn mitmehren Stichen durchbohrte und zum Fenster hinaus in den Hof stürzte. Der Leich-nam ward 3 Tage der Wuth des Volks preisgegeben und endlich bei denFüßen anConrcrfatwnö-Lericvn. Vd. u. 48