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Zweiter Band. Bo bis C.
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Coliseuin Collegialsyskem

den Galgen von Montfaucon gehängt. Montmorcncy, ein Vetter T.'s, ließ ihn ab--nehmen, um ihn heimlich in der Tapelle des Schlosses vonChantilly zu beertigen.Ein Italiener hatte den vom Rumpfe getrennten Kopf zu Katharinen gebracht.S>. „Die pariser Bluthochzeit", targest. v.Wachler (2.Aufl., Leipz. 1828).

Coliseum, eine Riesenruine in Rom . Dieses Gebäude, das 1612 Fußim Umfange hatte und 80 Arcaden enthielt, war das größte Amphitheater, wel-ches die röm. Pracht errichtete. Es wurde von Vefpasian erbaut und soll in einemJahre von 12,000 gefangenen Juden und Christen aufgeführt worden sein. DieSchriftsteller setzen es über die Pyramiden vonÄgypten und die andernWunder deralten Welt; es soll gegen 110,000 Zuschauer gefaßt haben, von denen gegen80,000 sitzen konnten. Bis i»s 13. Jahrh, stand dieses Denkmal der röm. Größeziemlich unverletzt; nachher nahm Papst Paul I I. alle kleine davon, die er zur Er-bauung desSk.-Marcuspalastes nöthig hatte, und später wurden noch mehre Pa-läste von den Bruchstücken desselben aufgeführt. Jetzt hütet man sich zwar, dieRuinen deS ColiseumS anzugreifen; indessen fällt es nach und nach von selbst ein,und in wenig Jahrh, dürste von dem obern Theile desselben Nichts mehr zu sehensein; der untere Theil hingegen ist für die Ewigkeit. Noch stehen die Behältnissefest, in welchen die wilden Thiere verwahrt wurden, die zur rohen Lust des dama-ligen Volks ihre Erbauer zerrissen. Benedict X I V. ließ in der Mitte der Arena einKreuz errichten. SonntagsNachmitt. wird hier ein kathol. Gottesdienst gehalten.Auch wohnt ein Eremit in diesen ungeheuern Trümmern. Seinen Namen hat dasColiseum von dem Koloß des Nero, der dahin gebracht wurde.

Collateralverwandte (C.ollattrAeH, Seitenverwandte, die vonBruder oder Schwester, oder den Geschwistern der Vorültern herrühren. — Col-laterallinie, die Seitenlinie. Sie werden den Verwandten in der geraden auf-oder absteigenden Linie entgegengesetzt.

Collator, Derjenige, welcher das Recht hat, eine geistliche Stelle zu be-setzen. Dieses Recht wird dieCollatur, auch das ju» Patronat,,» genannt undgibt oft Gelegenheit zu Streit— Collaturstreit.

Collc (Charles), Theaterdichter, geb. 1709 zu Paris , S. eines Procuratorsbei dem Gerichtshöfe des Chätelet. Seine frühe Verbindung mitHaguenier, Gal-tet und Pannard, den Vers. Anakreontischer Lieder und fröhlicher Velksgesange,flößte ihm dieselbe Neigung zum Vergnügen, dieselbe bequeme Philosophie ein. Diedramatische Gattung halte er von Jugend auf geliebt. Sein erstes Stück: „-VI-plionsc I'iliipuissaitt", war eine Parodie von La Chaussse. Darauf verfertigte erfür das Theater des Herzogs v. Orlcans, der sein Beschützer war, kleine Stücke, dieBeifall fanden. Seine „I'artiv >!<- cliarsv ste Henri I V.", wozu ihmDodsley'sLustspiel („Der König und der Müller von Manssield") die Idee gab, zieht andürch die Wahrheit der Charaktere, besonders durch das treue Gemälde des gutenKönigS. Wenige Stücke sind öfter gegeben worden; noch jetzt setzt dasselbe dieFranzosen in Begeisterung. Auch „vupuis civeiioi,.-,!»" steht noch auf dein Re-pertoire des l'Iieiltie I,«neais. In andern Stücken malt er mit ebenso viel Witzals Wahrheit die Sitten seiner Zeit, aber oft ist sein Pinsel so frei, wie seine Sittenes waren. Ek starb den 6. -Oct. 1770. 1807 erschien von ihm sein nachgelassenes,anziehend geschriebenes „Journal blitoriizue" über die literarischen Ereignisse von1748 — 72, in3Bd».

Collectiv, was sammelt, oder was mehre Dinge von einer Art zusam-menfaßt; daher ist in derSprachlehre ein nomen Lo>Ieativum(Sarnmelwort)einsolches, welches alle zu einer und derselben Gattung gehörende Dinge bezeichnet,z. B. Heerde. — Collectivglas, s. Brenng las.

Collegialsystem, diejenige Theorie des Kirchcnrechts, nach welcherKirche und Staat als 2 verschiedene Gesellschaften in gewisser Hinsicht unabhän-