Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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767
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Colonien (spanische) 76?

gen, waren schon 1481 durch eine Dulle des Papstes Sixtus IV. alle jenseits desCap Bojador zu machende Entdeckungen den Portugiesen zugesprochen, und wennauch über den Besitz der Molukken mit Spanien Streit entstand, so ward dieserdennoch 1529 dahin beigelegt, daßKarlV. seine Ansprüche der Krone Portugal für350,000 Dukaten verkaufte. Nachdem aber Philipp II. 1580 sich zum Herrn vonPortugal gemacht, fielen die ostindischen Colonien unter die Herrschaft derSpanier,und bald in die Gewalt der Niederländer . Große Männer, der Heldengeist derNation hatten Portugals Macht in Ostindien gegründet; sie zerfiel, als der Cha-rakter ausartete, als ein niedriger KaufmannSgeist an die Stelle des Heldengeistesselbst unter den Hähern Classen der Nation trat, womit Habsucht, Luxus und Weich-lichkeit überhand nahmen, desto verderblicher, je weitläufiger dieBesitzungen zerstreutlagen; dazu ein überwiegender Einfluß der Geistlichkeit, vornehmlich durch die In-quisition. Als nun zu diesen innern Übeln noch äußere kamen, wie die VereinigungPortugals mit Spanien und daraus die Vernachlässigung der portug. Colomen unddas Sinken des NationalgeisteS zu einer Zeit, wo alle Feinde Spaniens auch Feindeder Portugiesen wurden, vor Allen aber die jugendlich kühnen Niederländer: damußte das Gebäude der portug. Größe in Ostindien unaufhaltsam zusammensinke».Portugal betrieb den ostind. Handel nie durch eine ausschließliche Gesellschaft, ob-gleich durch jährlich im Febr. oder März nach Indien abgehende Flotten unter Auf-sicht der Regierung. Den Zwischenhandel in Indien , der dort an einige Haupt-handelshäfen geknüpft war, suchten sich die Portugiesen schon früh zu verschaffen;dagegen aber begnügten sie sich, die Waaren nach Lissabon zu bringen, ohne sie wei-ter in Europa zu verführen: eine Einrichtung, deren nachtheilige Wirkungen ihrSeewesen — indem dadurch hauptsächlich die Holländer gefährliche Nebenbuhlerwurden — nur zu bald erfuhr. Seitdem behaupteten die Portugiese» beinahe nurdurch den Besitz von Brasilien eine Stelle unter den Colonialvölkern Europas . ZumGlücke für die Colonisation dieses Landes ward der Goldreichthum desselben erst1098, derReichthum an Diamanten erst 1728 entdeckt, der Handel mit Brasilien aber erst unter Pombal 2 ausschließlich berechtigten Gesellschaften übertragen.

Beinahe gleichzeitig mit den Portugiesen traten die Spanier als Colvnial-volk auf den LLchauplatz. Schon am 11. Oct. 1492 hatteColombo die Insel Sr.-Salvador, und auf seine» drei folgenden Reifen die westindische Inselgruppe, woSl.-Domingo oder Hispaniola wegen seiner Goldgruben für Spanten von Wich-tigkeit ward (auch aufCuba, Portorico und Iamaica wurden Ansiedelungen 1508—10 versucht), und einen Theil der Küsten des Festlandes von Amerika entdeckt.Tann unterjochte Cortez das große Reich Mexico von 1519—21, Pizarro und s.Gefährten von 1529 — 35 Peru, Chile und O.uito; 1523 ward Terra-Firma,seit 1536 Neugranada erobert. Die natürliche Beschaffenheit der Länder, welchedie Spanier als Eroberer betraten, bestimmte gleich anfangs den Charakter ihrerColonien, den diese auch nachmals in der Hauptsache behielten. Nicht jene köst-lichen Erzeugnisse lieferten sie wie Ostindi n, dagegen fand man Gold und Silber,was man vorzüglich wollte. Waren daher die Colonien der Portugiesen in Ost-indien gleich anfangs Handelscolonicn, so wurden die der Spanier in Amerika gleich anfangs BergwerkScolonien; erst in der Folge nahmen sie zum Theil einenverschiedenen Charakter an. i^lsii ihre ausgedehnte Herrschaft vorzüglich über dieIägervölker im Innern zu behaupten, suchten die Spanier durch Anlegung vonMissionen die Indianer zum Christenthume zu bekehren und zu festen Wohnsitzenzu bringe». Die Verfassung der Colonien ward schon 1532 unter Karl V. in ih-ren Grundlagen bestimmt. Ein Rath von Indien stand in Europa , Dicekönige,anfangs zwei, nachmals vier, nebst acht unabhängigen Generalcapitainen, standenin Amerika an der Spitze der Verwaltung. Städte entstanden, anfangs an denKüsten, des Handels wegen und als militairische Posten, nachmals auch im In»