Colonialnmarm
Colonna
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krön bildet sich hier nicht leicht. Zwar sind Europäer dort Besitzer von Pflanzungen,allein nur in geringer Zahl und außerdem nur selten dort einheimisch, indem siewegen des ungesunden Klimas und der Unbequemlichkeiten des Lebens entwederihre Pflanzungen durch Aufseher verwalten lassen und ihren Ertrag in Europa per-,zehren, oder doch, nachdem sie sich ein Vermögen gesammelt, in ihr Vaterland zu-rückkehren. Die geringe Anzahl der Pflanzer (denn der ungleich größere Theil derBevölkerung besteht in Negersklaven, die ausschließlich zur Bearbeitung der Pflan-zungen gebraucht werden) verursacht, daß Niederlassungen dieser Art am wenigstendes «chutzeS lind der Unterstützung des Mutterlandes entbehren können. In einemähnlichen Verhältnisse stehen endlich die Handelscolonien, die denVertrieb derNa-tur- oder Kunsterzeugnisse des Landes zum Zwecke haben. Sie sind erwachsen auseinzelnen Facrereien und Stapelplähen des Handels, die allmälig durch List undGewalt Mittelpunkte beträchtlicher Gebiete wurden; jedoch war der Besitz vonGrund und Boden nur Mittel zum Zwecke, der Handel blieb die Hauptsache. DieEuropäer sind in Colonien dieser Art Herrscher, aber selten Landeigenthümcr, son-dern in der Regel nur Soldaten, Beamte und Kaufleute. Eben deßhalb bildetsich auch hier nicht leicht eine Nation, indem die hier befindlichen Europäer größten-theils nur Bereicherung suchen und gewöhnlich in ihr Vaterland zurückkehren. Beider Unabhängigkeit des Militairs in den drei Hauptstatthalterschaften des englischenIndiens von einander und dem Einfluß der Civilresidenten auf solches Militair. dasin den BundcSstaatcn der ostindischen Compagnie stanonirt ist, bei der Mischungdes königl. und CompagniemilitairS, bei der künftig bedeutend werdenden konigl.Truppenzahl aufCeylon und deni öftern Wechsel der Garnisonen, ist nicht leicht imengl. Indien eine militairische Revolution zu fürchten. Das härteste Schicksal,welches die Bewohner von Handelscolonien treffen kann, ist, wenn sie Compagnienin die Hände fallen, die zugleich soüveraine politische Körperschaften bilden. Esläßt sich aber voraussehen, daß, so lange der Einfluß der engl. Aristokratie auf beideParlamentshäuser fortdauern wird, die Compagnieregierung im engl. Ostindiennicht aufhören wird. Die Mißbrauche und die Fehler der Verwaltung der Com-pagnien nöthigten auch in neuern Zeiten dieRegierungen derMutterländer, dieselbemehr oder weniger unter ihre unmittelbare Aufsicht zu nehnien und die Compagnienvornehmlich nur auf den Handel zu beschränken. Anders ist dagegen die Regierunggewöhnlich in Ackerbau-, Bergbau- und Pflanzungscolonien gestaltet; eü sindhier nicht bloß unterjochte Völker, über die man herrscht, sondern größtentheils auchEuropäer, die sich hier niederlassen, vormalige Bewohner des Mutterlandes, welcheman daher mit ungleich mehr Schonung behandeln mußte. Gewöhnlich übernahmdie Regierung des Mutterlandes selbst die Verwaltung dieser Art von Colonien,wurden sie aber von Compagnien besorgt, so ward dennoch den Colonisten einigerAntheil an derselben vergönnt; in mehren herrscht selbst eine beinahe republikanischeVerfassung. Nach Aufhebung des Negerhandels bildete sich eine fünfte Haupt-classe von Colonien aus der afrikanischen Küste; die bedeutendste zu Wierra-Leone (s. d.) unter britischer Hoheit.
Col o n i a l w a a re n, s. Welthandel.
Colonna, eine der ältesten Familien Roms aus dem 7. Jahrh. Sie zähltunter ihren Gliedern eine» Papst, Martin V'., mehre Tardinäle, Gelehrte und dieberühmteste Dichterin Italiens , Viktoria Colonna, Tochter des Prosper Co-lonna, Großconnetables von Neapel, der die Franzosen 1522 bei Bicoca schlugund 152A starb, geb. 1490 zu Marino, einem ihrer Familie gehörigen Lehen. Als4jähriges Mädchen wurde sie dein Fern. Franc. d'Avalos, Marchese von Pescara ,einem Knaben von gleichem Alter, zur Gemahlin bestimmt. Die seltenen VorzügedesKörperS und Geistes, mit welchen die Natur und die sorgfältigste Erziehung siegeschmückt hatten, machten sie zum Gegenstand allgemeiner Bewunderung, sodaß