Colonne
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selbst Fürsten um sie warben. Getreu indeß ihrem Gelübde, gab sie dem Gespielenihrer Jugend, der sich zu einem der vollkommensten Männer seines Zeitalters aus-gebildet halte, >hre Hand. Sie lebten in der glücklichsten Ehe. Als ihr Gemahl1525 in der Schlacht von Pavia geblieben war, suchte Vittoria Trost in der Ein-samkeit und in der Poesie. Alle ihre Gedichte waren dem Andenken ihres Gemahlsgewidmet, sie verlebte 7 Jahre abwechselnd zu Neapel und auf Jschia und zog sichdann in ein Kloster, erst zu Orvieto, nachher zu Viterbo , zurück. Später entsagtesie dem Klosterlcben und ließ sich zu Rom nieder, wo sie 1517 starb. Ihre Kimsstehen den Gedichten der meisten Petrarchisten ihrer Zeit nicht nach. Den vorzüg-lichsten Werth haben ihre „k!,»e -ssiituuli" (Venedig 1518, 4.), welche tiefesGefühl und eine geläuterte Frömmigkeit verrathen. Ihre siimmtl. Gedichte erschie-nen zuerst Parma 1538 in 3Bdn., zuletzt 1760 zu Bergamo .
Colonne, in der Taktik, die Aufstellungsort von Truppen, wo diese durchdas Hintereinanderschieben mehrer Abtheilungen eines Ganze» (derSectionS, Züge,Compagnien, der Escadrons, auch wol mehrer Bataillons) eine tiefe Masse bil-den. Je nachdem diese Abtheilungen mitZwischenräumen oder dicht hinter einan-der aufgestellt werden, wird die Colonne eine offene oder eine geschlossene; je nach-dem sie endlich zum Marsch oder Angriff bestimmt ist, eine Marsch - oder Angriffü-colonne. «ie macht nämlich den Marsch da möglich, wo man mit ungebrochenerLinie nicht durchzudringen vermag, und soll beim Angriff und der Vertheidigungdie Truppe» mit möglichst größter Kraft wirken lassen. Seit Jahrhunderten hatman gestritten, ob im Gefecht die Linien- oder die Massenaufstellung die zweck-mäßigere sei, und erst spät ist man zu der Überzeugung gelangt, daß die Anwend-barkeit beider von Umstände» bedingt werde. Die Linienaufstelltmg des Fußvolksnämlich ist zweckmäßig, wenn man gewiß ist, kein Hinderniß des Bodens, wel-ches das Vordringen in dieser Form verwehrt, zu finden, wenn man durch Ge-wehrfeuer gegen den Feind wirken will und mehr Kanonenkugeln und Granatenals Kartätschen- und Gewehrkugeln zu fürchten hat; die Aufstellung in derMasse dagegen passend, wenn man im durchschnittenen oder gebirgigen Terrainmanoeuvrirt, einen Angriff mit blanken Waffen, wo phvsische durch die Tiefe derColonne gegebene Kraft nöthig ist, ausfübren und sich nicht auf das Feuer, daswegen der geringen Breite der Colonne wenig Wirksamkeit haben würde, einlassenwill; ferner, wenn man selbst einen Choc, besonders von Cavalerie, erwartet.Zwar machen auch bei allen diesen Fällen die Gegner der Colonne den Einwurf,daß oft eine Kugel, die quer durch die Masse geht, oder eine in die Mitte fallendeGranate, die fürchterlichsten Verwüstungen anrichtet; dieser Einwurf erledigt sichaber dadurch, daß wegen der gel ingen dem Feinde dargebotenen Front auch destoweniger Kanonen-, besonders aber weniger Kartätschen- und kleine Gewehrkugelndieselben treffen. Ein andrer Einwurf, die Unbehülfiicbkeit einer großen Colonneund die Schwierigkeit, sie in eine Linie zu verwandeln, ist in neuerer Zeit dadurchbeseitigt worden, daß mau die Colonne meist nicht stärker als ein Bataillon macht,und daß man diese einzelnen Bataillonscolonnen sich lieber neben einander durchFeuer und Angriffe in des Feindes Flanken secuntiren, als unnütz hinter einanderstehen läßt; durch die im Gefecht gewöhnliche Bildung der Colonne nach derMitteaber heben diese eine solche Beweglichkeit und Entwicklungsfähigkeit erhalten, daßdie Linie binnen 2—3 Minuten herzustellen ist. Fast alle Schlachten werden daherjetzt in wichen kleinen Colonneu gefochten, die sieb, wenn tue Llnienaufstellung pas-send ist in diese verwandeln, bei Cavalerieangriffen durch Frontmachen nach allenSeite» die widerstandsfähigsten Vierecke bilden und daher alle mögliche Vortheilein sich vereinen. — Auch bei der Reiterei ist der Massen- und Lüüenangriff an-wendbar. Der Choc in geschlossenen Colonnen, welcher besonders bei den Fran-zosen gtwöhnlich ist, wirkt, wenn er gelingt, außerordentlich viel, ist aber da-