Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Congresse von 1113 —1814

11) Als Leopold ll. den Aufstand der Niederlande mit den Waffen zu dämpfen imBegriff war, wurde, in Folge der reichenbacher Convention, ein Mediationscon-greß im Haag von den Gesandten Östreichs, Preußens, Hollands und Englandsim Sept. 1790 eröffnet, bei welchem man auch die Deputirten der belgischen Pro-vinzen zuließ. Jene Mächte schloffen damals die haager Convention von, lO.Dec.dieses I., nach welcher jedoch der Kaiser den belgischen Provinzen die alten Ver-fassungsgesetze nur so, wie sie zur Zeit des Todes der Kaiserin Maria Theresia ge-golten hätten, bestätigen wollte. Darüber entstanden neue Streitigkeiten undUnruhen. Endlich stellte Franz II. im März 1793 die alte Verfassung, wie sieunterKarl VI. gewesen war, wieder her, und beschwor zu Brüssel , im April 1794,die joeeu'e entiee; allein zu spät, denn bald darauf wurde Belgien von den Fran-zosen erobert. — 12) In der Geschichte des Revolutionskriegs ist der fruchtloseCongreß zu Rastadt denkwürdig. Er wurde von der Reichsdeputativn unter demVorsitze des kurmainz . Directorial-Subdelegirtcn, Frech. v. Albini, in Gegenwartdes kaiserl. Bevollmächtigten, des Grafen Metternich, am 9. Dec. 1797 eröff-net und am 7. April 1799 durch den kaiserl. Bevollmächtigten mittelst eines kaiserl.Commissionsdecrets aufgelöst. Die alte Würde des deutschen Reichs zeigte sichwährend desselben bloß in einer leeren und schwerfälligen Förmlichkeit, mit welcherder grobe und beleidigende Übermuth der französ. Bevollmächtigten den schneidend-sten Contrast bildete. Die Deputation übergab ihre Noten in deutscher, die franz.Gesandtschaft in franz. Sprache. In Hinsicht auf den Gegenstand aber glich dieDeputation einem an Händen und Füßen gelähmten Menschen mit verbundenenAugen, da ihr die geheimen Artikel des Friedens von Campo-Formio und die Be-dingungen der geheimen rastadter Convention vom I.Dec. 1797 unbekannt geblie-ben waren. Daraus entstanden Mißtrauen und Uneinigkeit, vorzüglich zwischenÖstreich und Preußen; indem nun dieDeputation gewissermaßen im Finstern tappte,stieß sie überall auf Hindernisse und gab Blößen, sodaß der Subdelegirte von Ba-den, als Beweggrund seiner Abstimmung für die Abtretung des ganzen linkenRheinufers, unter Anderm den Zorn anführte, in welchen die Minister Frank-reichs gerathen wären, als sie gehört hätten, daß man ihnen nur einen Theil jenerUferländer anbieten wolle! Die franz. Diplomatie verleugnete zu Rastadt jedeForm des AnstandeS; die deutsche benahm sich oft kleinlich und furchtsam; die Ver-handlung selbst war nur ein blinder Kampf mit dem Spiele verborgner Interessenund mit dem Trotze des republikanischen Stolzes; das Ganze endigte mit einemblutigen Frevel (am 28. April 1799), den wahrscheinlich die gewaltsame Maßregeleines Mannes von heftigem Charakter, der sich persönlich rächen wollte, und dieblinde Wuth eines damit beauftragten SubalternofficierS verschuldet hat. (S. Ra-stadt.) Die Grundlagen der Abtretung des linken Rheinufers und der Entschädi-gung der dadurch verletzten Erbfürsten durch Säcularisanon der geistlichen Länder,welche die Reichsdeputation zu Rastadt bereits angenommen hatte, wurden, ohneZuziehung des Reichs, vom Kaiser nochmals in dem luneviller Frieden 1801 zuFriedensartik. erhoben.— 13) Der Congreß zu Amiens, wo Joseph Bonaparte undder Marguis von Cornwallis über den Definitivfrieden zwischen Frankreich undEngland vom Dec. 1801 bis zum 27. März 1802 unterhandelten, und wobeiMalta der schwierigste Punkt war, wo der spanische und der Holland . Bevollmäch-tigte aber nur dann an den Verhandlungen Theil nahmen, wenn diese das Interesseihrer Mächte betrafen, erreichte seinen Zweck in dem, von allen vier Bevollmäch-tigten am 27. März 1802 unterzeichneten Tractate von Amiens , welchem auchdie Pforte beitrat (am 13. Mai 1802), der aber schon am 18. März 1803 durchEnglands Kriegserklärung wieder aufgehoben wurde. — 14) Napoleon unterhan-delte seine Friedensschlüsse gewöhnlich mit den Waffen in der Hand; es bedurftedann keines Vermittlers. Vergebens bot daher Östreich vor dem Frieden zu Tilsit